SIS-CEO: “Lektionen gelernt”

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Christian Oecking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens IT Solutions and Services GmbH, spricht im Interview mit silicon.de über Strategie, Organisation und Positionierung des Unternehmens. Oecking: “Sicher ist die Ausgangslage, mit der wir in die Selbständigkeit starten, nicht perfekt, aber wir haben unsere Lektionen gelernt.”

silicon.de: Auf der Ascent hielt auch Joe Kaeser, Finanzvorstand von Siemens eine Rede. Wie sieht die künftige Zusammenarbeit mit dem Siemens-Konzern aus?

Joe Kaeser, Bild: Siemens
Joe Kaeser, Bild: Siemens

Christian Oecking: Siemens ist und bleibt unser wichtigster Partner, unser größter Kunde, unsere Marke und unser Eigentümer. Joe Kaeser betonte auf der Ascent sowohl die guten Fortschritte bei der Neuausrichtung als auch unser partnerschaftliches Verhältnis, welches das Industrie-Know-how der Siemens AG und unsere IT-Integrationskompetenz gewinnbringend verbindet. Wir haben alle Vorteile der Siemens-Familie, haben jetzt aber die Freiheiten, die ein spezialisierter IT-Dienstleister braucht. Unser tiefes Wissen in den etwa Bereichen PLM und Energie sind einzigartig auf dem Markt. Bei manchem Wettbewerber wird der Kunde zum Versuchskaninchen, bei uns bekommt er jahrzehntelanges Branchen-Know-how mitgeliefert. Und das wird von unseren Industriekunden sehr geschätzt.

silicon.de: Seit wenigen Tagen sind Sie ganz Vorsitzender der Geschäftsführung – die kommissarische Leitung hatten Sie aber bereits im Dezember 2009 übernommen und seitdem laut offizieller Mitteilung “Maßnahmen zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität” umgesetzt. Was genau haben Sie gemacht die vergangenen zwölf Monate?

Christian Oecking: In unserem Geschäft hängt neben Prozessen und Technologien alles von den Menschen ab. Ich habe daher mit meinen Kollegen in der Geschäftsführung ein großartiges Team neu zusammengestellt, und konnte Spitzenleute vom Markt gewinnen, die unser Geschäft verstehen. Wir haben dann gemeinsam eine klare Fokussierung beschlossen und innerhalb von übrigens nur sechs Monaten konsequent umgesetzt: den Carve-out aus der Siemens AG, den nötigen Abbau von über 4000 Stellen und die Entrümpelung gewachsener Strukturen.

Heute haben wir eine komplett vereinfachte Organisation mit nur drei Säulen – Global Outsourcing, Solutions, Vertrieb – die in neun Regionen eingeführt wurde und die von verschlankten Zentralfunktionen unterstützt wird. Für die Kunden bedeutete das eine spürbar einfachere Zusammenarbeit mit uns und eine deutlich höhere Effektivität bei der Transformation ihrer Geschäftsprozesse. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, erleben wir jeden Tag im Gespräch mit unseren Kunden.

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