Die innovativsten ITK-Unternehmen

Der Unternehmensberater Booz & Company hat das Ranking Global Innovation 1000 veröffentlicht, eine Liste der Unternehmen mit den größten F&E-Etats (Forschung und Entwicklung). Nach den krisenbedingten Einschnitten in den F&E-Budgets des Jahres 2009 sind die F&E-Ausgaben im Jahr 2010 demnach weltweit um 9,3 Prozent gestiegen.

Grafik: Booz & Company
Grafik: Booz & Company

Die Spitzenplätze teilen Pharmakonzerne unter sich auf: Roche verteidigte seine Führung. Auf dem zweiten und dritten Rang folgen Pfizer und Novartis. Unter den Top 20 sind acht ITK-Unternehmen vertreten: Microsoft (Rang 4), Samsung (Rang 7), Nokia (Rang 8), Intel (Rang 11), Panasonic (Rang 12), IBM (Rang 15), Cisco (Rang 19) und Siemens (Rang 20).

Microsoft und Nokia fielen im Jahr 2010 zurück, im Jahr 2009 belegten sie noch die Plätze zwei und drei. Nokia gab demnach im Jahr 2010 mit zirka 7,78 Milliarden Dollar mehr als viermal so viel für Produkt- und Softwareinnovationen aus wie Apple. “Erfolgreiche Neuentwicklungen lassen sich nicht einfach durch massive F&E-Investitionen erzwingen”, sagte Dr. Klaus-Peter Gushurst, Sprecher der Geschäftsführung von Booz & Company. “Es bedarf einer Firmenkultur, die der Innovation höchste Priorität einräumt und diese vertriebsseitig unterstützt. Nur mit einer übergeordneten und umsetzbaren F&E-Strategie lassen sich marktverändernde Entwicklungen realisieren.” Dies ist nach der vorgelegten Studie jedoch längst nicht überall der Fall. Demnach konstatierten 36 Prozent der Befragten, dass ihre eigene Unternehmenskultur ihre Innovationsstrategie nicht unterstütze.

Deutschland ist mit 46 Unternehmen im Ranking präsent (Vorjahr 50). Folgende Konzerne aus dem DAX 30 schafften es unter die Top 100: Volkswagen (Rang 14), Siemens (Rang 20), Daimler (Rang 26), BMW (Rang 30), Bayer (Rang 31), SAP (Rang 53), BASF (Rang 60), Continental (Rang 64) und Merck (Rang 68).

Mit einem kumulierten F&E-Volumen von 38,6 Milliarden Dollar steht Deutschland für sieben Prozent der weltweiten F&E-Investitionen in einer Gesamthöhe von 550 Milliarden Dollar. “In der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise hat die deutsche Industrie antizyklisch die Forschung für essentielle Produkt-Innovationen forciert”, so Gushurst. “Auch deswegen hat sie sich schneller aus der Rezession befreit als viele andere Volkswirtschaften und fährt heute wieder Rekordergebnisse ein.”

“Die aktuellen Zahlen belegen: Das Innovationslevel ist hierzulande weiter hoch. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Schuldenkrise täten Unternehmen gut daran, diese antizyklische Innovationsstrategie erneut anzuwenden. Das Qualitätssiegel ‘Invented in Germany’ garantiert auch künftig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den asiatischen Boom-Regionen”, so Gushurst.

Als Teil der Studie befragte Booz & Company auch 600 Führungskräfte und bat diese, die aus ihrer Perspektive innovativsten Wettbewerber zu benennen. Wie im vergangenen Jahr qualifizierten sich Apple, Google und 3M in diesem Ranking für die Plätze eins bis drei. Facebook steigt als Newcomer auf Platz zehn ein.