Datenschutz: Deutsche Firmen sehen sich international im Nachteil

Eine Selbstregulierung der Wirtschaft – in Datenschutzdebatten eine oft diskutierte Option – kommt für Deutschlands Unternehmen mehrheitlich offenbar nicht in Frage. Lediglich ein Viertel der Umfrageteilnehmer halten das für ausreichend, dagegen sieht die klare Mehrheit (69,6 Prozent) die Politik in der Pflicht.

Für die Studie ‘Datenschutz im Dialogmarketing’ wurde auch die Situation innerhalb der Unternehmen abgefragt. Hier ergab sich eine deutliche Kluft zwischen Anspruch und Realität. So räumen mehr als drei Vierteil der Unternehmen (77,8 Prozent) dem Thema eine hohe Priorität ein. Die Hälfte der Befragten sagt jedoch gleichzeitig, dass in der eigenen Firma noch Mängel beim Datenschutz existieren. Mit 83 Prozent gibt es in der Mehrheit der befragten Firmen einen Datenschutzbeauftragten.

Zwei von drei Umfrageteilnehmern (68,3 Prozent) wünschen sich außerdem eine stärkere Kontrolle der geltenden Datenschutzregeln. Das soll Wettbewerbsverzerrung vorbeugen, durch Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten.

“Die europäische Grundverordnung macht hoffentlich Schluss mit dem Umstand,
dass US-Internet-Anbieter gegenüber europäischen Anbietern dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben, dass sie bezüglich des Datenschutzes nicht wirksam kontrolliert werden können”, sagte der Landesbeauftragter für den Datenschutz in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zu den Ergebnissen der Studie. “Die Verordnung schafft einheitliche europäische Standards, die sich dann hoffentlich auch außerhalb der EU etablieren. Damit kann Datenschutz mittelfristig auch als Wettbewerbsvorteil wirken, als Vertrauensargument für die Verbraucherinnen und Verbraucher.”

Sibylle Gaßner

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  • Also ich habe da so meine Zweifel, dass ein Staat,

    der sich bereits mehrfach selbst über die eigenen nach wie vor gültigen und auch schon geraume Zeit bestehenden Gesetze für den Datenschutz hinweggesetzt hat,

    der ebenfalls selbst einen schwunghaften Handel mit gestohlenen Daten, in diesem Beispiel 'Steuer-CDs' mit sowohl nach deutschem als auch nach Schweizer Recht illegal beschafften Kundendaten Schweizer Banken aus der Schweiz, betreibt,

    der mit dieser seiner selbstgeschaffenen Eigenschaft als 'pseudolegaler' Datenhehler für illegale Daten einen wachsenden illegalen Markt für eben solche illegalen Daten gerade erst entstehen und wachsen lässt,

    der diese seine eigenen ‚mafiösen‘ oder aus ‚nur‘ ‚Stasi-artigen‘ Geschäftspraktiken aus simplen niederen Beweggründen über das eigen Recht und Gesetzt stellt, …

    also das ausgerechnet dieser durch und durch ‚schäublisierte‘ Staatsapparat auch nur annähernd in der Lage sein könnte ein international akzeptiertes und akzeptables Datenschutzkonstrukt auf den Weg zu bringen.

    Die geradezu kindlich naive Erwartungshaltung gegenüber der Industrie, sich an alte und/oder neue Datenschutzgesetze zu halten, welche der Gesetzgeber selbst in omnipräsenter, ignoranter, selbstherrlicher und verantwortungsloser Weise wiederholt geflissentlich ignoriert, ist da schon einen weiteren Schenkelklopfer auf dem Schoss der Kanzlerin dieser Datensch-m-utzrepublik wert.

    Mich wundert es daher nicht, dass in diesem staatlich selbst geschaffenen und ebenso staatlich geförderten extrem datenschutzfeindlichen politischen Umfeld auch der Ruf der Industrie nach einer Aufweichung des Datenschutzes lauter wird.

    Wenn doch schon der Bock der Gärtner ist, sollen schließlich auch die Geier etwas davon haben.

    Der Schaden, den dieses durch und durch gesetzeswidrige und datenschutzfeindliche Verhalten dieser unserer deutschen Politiker und Regierung anrichtet, überwiegt die meines Erachtens nur gefühlte ‚Benachteiligung‘ durch einen ordentlichen und auch allseits - eben und insbesondere auch durch staatliche Organe (oder eher doch Geschwüre) - eingehaltenen Datenschutz bei weitem.

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