EU-Kommissarin verspricht einheitlichen Mobilfunkmarkt bis 2015

“Ein Telekommunikationsmarkt ohne Grenzen und ohne Fragmentierung ist die wichtigste Priorität für mein verbleibendes Mandat”, sagte sie beim European Business Summit in Brüssel, einem Gipfeltreffen der europäischen Wirtschaft.

Die 71-jährige niederländische Politikerin hat noch eine knapp zweijährige Amtszeit als EU-Kommissarin für die Digitale Agenda vor sich. Sie erklärte, nicht in den Ruhestand treten zu wollen, bevor “alle Barrieren zum Binnenmarkt eingerissen sind.” Sie kündigte baldige Vorschläge dafür an und forderte außerdem eine schnellere Spektrumszuteilung für Breitbanddienste der nächsten Generation.

Laut Financial Times werden die für den Oktober erwarteten Vorschläge auf den Juni vorgezogen. Ein Telekom-Binnenmarkt könnte den völligen Verzicht auf Roaminggebühren für Mobilfunkverbindungen zwischen Ländern der Europäischen Union bedeuten. Im Gespräch ist auch eine einheitliche europäische Telefonnummer sowie ein einziger europäischer Telekom-Regulierer anstelle der 27 einzelstaatlichen Behörden.

Kroes bezeichnete die Roaminggebühren als “kostspieliges Ärgernis” für die Unternehmen und warnte vor Schwierigkeiten, beim kommenden “Internet der Dinge” mitzuhalten. Sie erinnerte an die von den EU-Gremien bereits erlassenen Roaming-Regeln, die zu hohen Ersparnissen für Geschäftsreisende sowie Touristen geführt hätten. Die Vollendung des Telekom-Binnenmarktes könne 110 Milliarden Euro an weiteren Einsparungen bringen.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

Sibylle Gaßner

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  • Frau Kroes hat sicherlich tolle Ziele - die mit ziemlicher Sicherheit nicht mal bis 2025 umgeset sein werden. Schon vor Jahren hat man uns versprochen, dass es künftig einheitliche Ladegeräte geben solle. Angeblich gibt es dazu wohl schon eine EU-Richtlinie. Aber zu merken ist davon bisher überhaupt nichts. Im Gegenteil. Die Fantasie bei der Erfindung immer neuer Steckerformen scheint keine Grenzen zu kennen.
    Ein "Gerätemarkt ohne Barrieren" würde uns schon viel helfen, ist der Strom von Tablet, Smartphone oder Handy mal alle, fragt man einfach in der nächsten Kneipe bei einer kurzen Kaffeepause nach einem Ladegerät und kann sich sicher sein, dass es auch passt. Wenn solche Kleinigkeiten endlich geregelt sind, dann kann man auch den Telekommunikationsmarkt anfassen.

    • Der Verbraucher hat's doch in der Hand. Mein aktuelles Handy wird über die USB-Buchse geladen, und das Ladegerät kann ich auch für alle möglichen Geräte nutzen. Etwas anderes kommt mir gar nicht mehr ins Haus.

      • Seit mehr als einem Jahr schaffe ich auch nur Geräte an die über ein USB-Kabel zu laden sind. Das geht sogar im Auto und ein Mini-Ladegerät vor 110-230V ist nur etwas grösser als eine Streichholzschachtel.

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