Apple iPhone 5S vorgestellt: Fingerabdruckscanner und A7-Prozessor

Tim Cook hat auf dem Apple-Event im Hauptquartier des Smartphone-Herstellers in Cupertino den Nachfolger des iPhone 5, das iPhone 5S der Öffentlichkeit präsentiert. Das Aussehen hat sich kaum verändert, die Neuerungen verstecken sich unter dem Gehäuse. Ab Werk ist das iPhone 5S mit dem neuen Betriebssystem iOS 7 ausgestattet und wird in den Farben Silber, Gold und Space-Gray im Handel erhältlich sein.

Das iPhone 5S kommt in den Farben Silber,Space-Gray und Gold. (Screenshot: CNET.de).

Darüber hinaus ist das iPhone 5S mit einen schnelleren und effizienteren Prozessor ausgestattet. Dieser soll dem grafisch aufwendigeren iOS 7 gerecht werden und das OS voll ausnutzen können. Ebenfalls verbessert hat Apple die iSight-Kamera. Aber die größte Neuerung ist der Touch-ID-Sensor, der im Home-Button verbaut wurde. Dieser erkennt den Fingerabdruck des Nutzers und entsperrt das Smartphone. Ab dem 20. September ist das iPhone 5S zu einem Preis von 699 Euro in der 16-GByte-Variante erhältlich. Die Versionen mit 32- und 64-GByte Speicher kosten 100 Euro beziehungsweise 200 Euro mehr.

Design & Display

Kaum verändert wurde das Aussehen des iPhone 5S. Die Maße des Smartphone sind identisch mit dem Vorgängermodell iPhone 5. Es misst weiterhin 123,8 mal 58,6 mal 7,6 Millimeter und hat ein Gewicht von 112 Gramm. Wie üblich ist das Gehäuse aus Aluminium gefertigt. Die größte Veränderung ist der neu gestaltete Home-Button. Denn dieser enthält nun einen Fingerabdruckscanner.

Der neue Home-Button des iPhone 5S (Screenshot: CNET.com).

Die Schalter und Tasten zum Ein- und Ausschalten und zur Lautstärkeregelung sind wieder an derselben Stelle angebracht wie zuvor. Auch der Lightning-Anschluss befindet sich wieder an der Unterseite des Smartphones. Dass es sich um ein neues Modell handelt, lassen der Kamera-Ring aus Saphir-Kristall und das neue LED-Blitzlicht auf der Rückseite erahnen. Darüber hinaus bietet Apple das iPhone 5S in neuen Farben an. Zwischen drei Farben – Silber, Gold und Space-Gray – kann der Käufer wählen.

Das iPhone 5S ist nicht mit einem höher auflösenden oder größeren Display ausgestattet. Dieses wird wohl erst mit dem iPhone 6 im nächsten Jahr zu erwarten sein. Der Bildschirm ist wieder 4 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1136 mal 640 Pixel. Dies entspricht einer Pixeldichte von 326 ppi.

Prozessor, Speicher & Co

Während das Design nur geringfügig verändert wurde, sind im Inneren des Smartphones große Veränderungen vorgenommen worden. Apple hat im neuen iPhone den A7, einen effizienteren und schnelleren 64-Bit-Prozessor verbaut. Nach Aussage von Apple, ist das iPhone 5S das erste 64-Bit-Smartphone der Welt. Im Vergleich zum A6-Prozessor, der noch auf der 32-Bit-Bauweise beruht, soll die neue CPU doppelt so schnell arbeiten. Die von Apple vorinstallierten Apps sind bereits für die neue 64-Bit-Bauweise optimiert. Die bisherigen 32-Bit-Anwendungen sollen aber weiterhin funktionieren.

Infinity Blade 3 auf dem iPhone 5S (Bild: CNET.com).

Durch die Unterstützung von OpenGL ES 3.0 können Spiele mit detaillierteren Grafiken und komplexeren visuellen Effekten ausgeführt werden. Sie sollen jetzt ähnlich gut aussehen wie auf einem Mac oder einer Konsole. Zu Demonstrationszwecken wurde Infinity Blade 3 gezeigt. Das Spiel wird zur selben Zeit wie das iPhone 5S verfügbar sein. Auch alle anderen Apps werden vom A7-Chip profitieren.

Ein Co-Prozessor namens M7 stellt eine weitere Neuerung da. Dieser sammelt und verarbeitet alle Daten der Sensoren. In Echtzeit überwacht der Prozessor die Bewegungsdaten des Kompass, des Beschleunigungssensors und des Gyrosensors. Damit soll die zentrale CPU entlastet werden. Besonders in Kombination mit Location- oder Fitness-Tracking-Apps ist der M7-Prozessor vorteilhaft. Apple stellte in diesem Zusammenhang die neue App Nike+ Move vor, die von dem Chip profitiert.

Dank des Co-Prozessors kann das iPhone 5S feststellen, ob der Anwender in einem Fahrzeug oder zu Fuß unterwegs ist. Folglich kann zum Beispiel die Kartenanwendung automatisch von der Auto- zur Fußweg-Navigation umschalten.

Entgegen aller Gerüchte hat Apple den Speicher nicht vergrößert. Das iPhone 5S wird mit 16, 32 und 64 GByte Speicher erhältlich sein.

Gegenüber dem iPhone 5 ändert sich im Bereich Kommunikation kaum etwas. Vom iPhone 5S wird GSM, EDGE, UMTS samt Datenturbo HSPA+ sowie WLAN 802.11 a/b/g/n, Dual-Band-WiFi, GPS, Glonass, Bluetooth 4.0 und LTE unterstützt. Nicht mit an Bord ist der neueste WLAN-Standard ac. Allerdings ist das neue iPhone kompatibel zu allen gängigen LTE-Frequenzen. Jetzt funkt das neue Modell nicht mehr nur im LTE-Netz der Deutschen Telekom, sondern auch in dem von O2 und Vodafone. Der von Vodafone in Deutschland neu eingeführte LTE-Standard-Cat-4 wird möglicherweise noch nicht unterstützt.

iSight-Kamera und FaceTime-Cam

Die iSight-Kamera auf der Rückseite des iPhone 5S wurde mit einen verbesserten 8-Megapixel-Sensor, einer größeren f/2.2-Blende und einem True-Tone-LED-Blitzlicht ausgestattet. Das iPhone 5 verfügte noch über eine f/2,4-Blende. Die größere Blende ermöglicht der iPhone-Kamera, mehr Licht einzufangen und hellere und schärfere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen aufzunehmen. Des Weiteren sind die einzelnen Pixel des Sensors, ähnlich wie beim HTC One, größer als zuvor. Diese können mehr Licht aufnehmen und sorgen damit für hellere Schnappschüsse.

Der True-Tone-Blitz verfügt über zwei unterschiedlich farbige LEDs. Die Farbtemperatur wird durch Algorithmen automatisch der Umgebung angepasst. Dies sorgt für natürlichere Farben. Den Unterschied hat Apple auf der Konferenz mit einem Vergleichsbild verdeutlicht.

Mit und ohne TrueTone-Blitz (Bild: CNET.com).

Außerdem gibt es neue Kamera-Modi. Dazu zählt ein Serienbildmodus, mit dem sich 10 Bilder pro Sekunden aufnehmen lassen. Anschließend können Anwender das beste Bild aus den Schnappschüssen auswählen. Ein Zeitlupen-Modus erweitert die Videofunktion. Mit dem neuen Modus können Videos in einer Auflösung von 720p bei 120 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Die Front-Kamera FaceTime ist mit einem Sensor mit größeren Pixeln ausgestattet und bietet weiterhin eine Auflösung von 1,2 Megapixeln.

Home-Button mit Touch-ID-Sensor

Die meisten Spekulationen hat es vor der Vorstellung über einen Fingerabdruckscanner gegeben. Und sie haben sich als wahr herausgestellt. Zum Entsperren des Gerätes hat Apple dem iPhone 5S eine biometrische Lösung spendiert.

Anstelle eines vierstelligen PIN-Codes lässt sich das neue iPhone mit einem Fingerabdruck vor unerlaubten Zugriff schützen. Mit einer Berührung des Home-Buttons lässt sich das Smartphone entsperren.

Auch Einkäufe im iTunes-Store, im App-Store sowie im iBooks-Store sollen sich mit dem Fingerabdruckscanner tätigen lassen. Dafür führt Apple die neue Touch-ID ein. Damit soll dem Nutzer das wiederholte Eingeben der Apple-ID erspart bleiben.

Apple hat das iPhone 5S mit einem Fingerabdruckscanner ausgestattet. Er ist in den Home-Button integriert (Bild: CNET.com).

Ein eigener Bereich des A7-Prozessors ist ausschließlich für den Fingerabdruckleser reserviert. Damit werden alle sensiblen Daten auf dem Gerät selbst gespeichert und verarbeitet und landen nicht in der Cloud. Damit will Apple für mehr Sicherheit sorgen.

Das Einlesen des Fingerabdrucks soll durch eine Auflösung von 500 ppi und einem Sensor, der den Abdruck aus jedem Winkeln scannen kann, schnell und zuverlässig funktionieren. In der Praxis wird sich beweisen müssen, ob das wirklich so gut klappt. Der erste Eindruck lässt den Schluss zu, dass nach einer Einlernphase das Einlesen des Fingerabdrucks schnell und zuverlässig funktioniert und das Entsperren Anhieb klappt. Die Funktion lässt sich aber auch deaktivieren.

Features und OS

Als Betriebssystem läuft iOS 7 auf dem iPhone 5S. Das System hatte Apple bereits auf der hauseigenen Entwicklermesse Worldwide Developer Conference (WWDC) im Juni vorgestellt. Das Mobilbetriebssystem kommt mit einem neuen Design und einer Vielzahl an neuen Features wie dem Control Center, AirDrop, iTunes Radio oder neuen Multitasking-Funktionen. Ab 18. September kommt iOS 7 auch für iPhone 4, 4S und 5, iPad 2 und neuer sowie iPad Mini.

Zubehör

Apple hat als Zubehör Schutzhüllen aus Leder angekündigt. Diese werden vorerst in den USA für einen Preis von 39 Dollar verfügbar sein.

Für das iPhone 5S gibt es Schutzhüllen aus Leder (Bild: CNET.com).

Wer sich die Vorstellung des iPhone 5S selbst ansehen möchte, der findet die Video-Aufzeichnung der Keynote auf Apples Event-Seite.

[Mit Material von Christian Schartel, CNET.de]

Andre Borbe

Andre ist Jahrgang 1983 und unterstützte von September 2013 bis September 2015 die Redaktion von silicon.de als Volontär. Erste Erfahrungen sammelte er als Werkstudent in den Redaktionen von GMX und web.de. Anschließend absolvierte er ein redaktionelles Praktikum bei Weka Media Publishing. Andre hat erfolgreich ein Studium in politischen Wissenschaften an der Hochschule für Politik in München abgeschlossen. Privat interessiert er sich für Sport, Filme und Computerspiele. Aber die größte Leidenschaft ist die Fotografie.

View Comments

  • Für mich ganz klar das Highlight ist der M7 :-) Ich bin schon extrem gespannt auf die Funktionalität zusammen mit der Nike+ Move App. Bislang setzt man ja eher auf Armbänder wie das Jawbone Up oder andere. Bin mal gespannt, wie sich das beim Joggen bemerkbar macht!

    • Fingerabdruckscanner mit oder ohne Backdoor für NSA und sonstige abartige Schlapphüte?

  • Das ist die beste Zusammenfassung, die ich in deutscher Sprache gelesen habe, leider aber ein kleiner Fehler, schon im ersten Wort, der "Tom" heißt Tim, sonst super!

    • Vielen Dank für den Hinweis. I und O liegen aber auch auf der Tastatur so nahe beisammen. Jetzt heißt der Tom wieder Tim.

  • Das mit dem Fingerabdruckscanner ist ein interessantes, gelungenes Gadget. Wie das vor datenschutzrechtlichen Hintergründen zu bewerten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Sollte es im Alltag tatsächlich gut funktionieren, werden sich sicher auch andere Hersteller davon inspirieren lassen.

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