Chancen und Herausforderungen für den CIO in 2014

Künftig wird der CIO verstärkt seine Ressourcen auf das Management von Innovation, Information Intelligence, Customer Experience und Digital Business ausrichten müssen.

1. C Innovation O: IDC geht davon aus, dass über 70 Prozent der CIOs in den kommenden zwei Jahren ihre Rolle vom direkten IT-Management hin zum Innovationspartner für Fachbereiche hin entwickeln werden. Der Fokus liegt dabei auf der Bereitstellung von Information Insights und Value-added Services. Dementsprechend werden sie auch mehr IT-Budgets für innovative IT-Projekte zu Lasten des operativen IT-Betriebs bereitstellen und die Verantwortung für den Betrieb zunehmend an ihre Senior IT-Manager sowie externe IT-Anbieter delegieren. Gleichzeitig werden aber die externen Zulieferer auch wesentlich stärker gefordert sein, innovative IT-Projekte zu unterstützen und innovative Komponenten in ihre laufenden Aufträge einzubinden.

2. Information Intelligence: Bis 2017 werden nur 40 Prozent der CIOs Big Data in den Griff bekommen. Einige werden sogar erst wesentlich später die Thematik angehen. Dennoch haben schon eine ganze Reihe von Unternehmen bereits heute erkannt, dass der Wert von Informationen, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, in vielerlei Hinsicht so hoch sein wird, dass dies Investments in Big Data Technologien und Expertise rechtfertigt.

Getrieben vom Wettlauf um analytisch-generierte Informationen, einer Explosion von Daten und Wissen durch Smart Analytics und von einer Lebensweise, die zunehmend mobil und in sozialen Netzwerken verbunden ist, müssen Unternehmen zwangsläufig “Big Data-fit” werden. Der CIO wandelt sich zum CIIO (Chief Information Intelligence Officer). Allerdings stellt vor allem die notwenige Expertise, das Akquirieren und Managen von massiven Mengen an privaten und öffentlichen Daten und deren Auswertung eine große Herausforderung dar. Die Situation für den CIO ist klar aber schwierig. Die reine Verwaltung der Datenmengen ist nicht ausreichend. Er muss seine Kollegen aus den Fachabteilungen, insbesondere in der strategischen und budgetären Planung, mit analytischen Fähigkeiten bei der Definition der Business Anforderungen und KPIs sowie mit Business Case und Kosten-Nutzen-Analysen verstärkt unterstützen.

Eine der technischen Veränderungen sind mobile Geräte. Laut IDC müssen CIOs sich an die neuen Gegebenheiten anpassen.

3. Customer Experience und Digital Business: 80 Prozent der CIOs in Unternehmen mit direktem Endkundenkontakt werden ihre Unternehmens-IT mit öffentlichen sozialen Netzwerken integrieren. Die Einführung von sozialen Netzwerk Applikationen ist durch den demographischen Wandel und der Idee getrieben, diese geschäftlich zu nutzen. Facebook, Twitter & Co. haben bereits eine etablierte Basis von Milliarden von Nutzern. Diese Plattformen zu ignorieren ist für Unternehmen heute unmöglich. Aus Sicht von IDC wird sowohl die zunehmende Integration von direktem und sofortigem Endkonsumentenfeedback als auch Marketing-Initiativen, die gezielt soziale Netzwerke adressieren, zu einer Konvergenz zwischen internen und externen Netzwerken führen. Daher gilt es, sich schon heute mit einer “Social IT”-Strategie zu wappnen.

Zusammengefasst wird die Adoption von 3. Plattform Technologien 90 Prozent der klassischen IT Mitarbeiter-Aufgaben und -Rollen bis 2018 völlig neu definieren. Eine besondere Herausforderung für den CIO wird aber vor allem ein effektives IT-Talent-Management bilden. Dies ist in Zukunft der Schlüsselfaktor, um erfolgreich auch den Geschäftsnutzen aus den Technologien zu erschließen.

Dabei etablieren sich in den IT-Abteilungen der Unternehmen mehr und mehr zwei Generationen von IT-Mitarbeitern. Auf der einen Seite sind in den Unternehmen aktuell vor allem IT-Mitarbeiter beschäftigt, die mit den Technologien der 2. Plattform aufgewachsen sind. Auf der anderen Seite kommen aber mehr und mehr neue IT-Mitarbeiter in die Unternehmen, die von Anfang an hauptsächlich mit 3. Plattform Technologien in ihren Beruf hinein gewachsen sind und diese intuitiv verstehen und nutzen. Gesucht werden zurzeit aber vor allem Mitarbeiter, die hoch spezialisiert sind. Dies wiederum kann die neue Generation noch nicht bieten. Dieses Ungleichgewicht können Unternehmen nach Meinung von IDC nur durch die Einbindung externer IT-Dienstleistungsanbieter lösen. IDC schätzt, dass zirka 50 Prozent der benötigten Skills von IT-Anbietern und Outsourcing-Providern bereitgestellt werden und durch Neueinstellungen in den Unternehmen und Schulung der vorhandenen Mitarbeiter die anderen 50 Prozent jeweils zur Hälfte abgedeckt werden können. Der Mangel an entsprechendem IT Know-how wird für CIOs und Unternehmen in jedem Fall eine große Hürde für Innovation durch IT darstellen.

Redaktion

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