T-Mobile US könnte von Sprint übernommen werden. Dem scheidenden Telekom-Chef René Obermann würde das geschätzt 20 Milliarden Dollar in die Kasse spülen und auf dem US-Mobilfunkmarkt würden dann nur noch drei große Anbieter übrig bleiben, daher ist es auch in diesem Fall fraglich, ob die US-Kartellbehörden den Zusammenschluss genehmigen.

Sprint ist derzeit die Nummer drei auf dem US-Markt und wurde erst vor wenigen Monaten von dem japanischen Provider SoftBank zu 80 Prozent übernommen. Derzeit prüfe Sprint die regulatorischen Vorgaben und plant dann in der ersten Jahreshälfte 2014 ein Gebot für T-Mobile abzugeben, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet. Die treibende Kraft soll laut Bericht der Besitzer Masayoshi Son sein, der seine Investition in Spint jetzt zu einem wirtschaftlichen Erfolg machen wolle.

Schon einmal hatte die US-Kartellbehörde die Übernahme von T-Mobile verhindert. 2011 hatte AT&T für die US-Tochter der Deutschen Telekom ein Gebot abgegeben. Die Kartellbehörde hatte den 39 Milliarden Dollar teuren Deal dann aber verhindert.

Erste Stimmen warnen bereits vor dem Zusammenschluss. “Eine stärkere dritte Kraft könnte AT&T und Verizon besser in Schach halten, das klingt vielversprechend. Aber dieser Vorteil überwiegt nicht den Preis dem man dafür bezahlen muss, dass sich die Zahl der Wettbewerber verringert”, so der US-Branchen-Experte John Bergmayer von Public Knowledge in einem Blog.

Denn auch nach dem Zusammenschluss würden T-Mobile und Sprint mit 50 Millionen Teilnehmern hinter den beiden Großen der Branche zurückbleiben. Mit der Übernahme des kleineren Anbieters MetroPCS ging T-Mobile auch an die Börse, die Telekom besitzt aber nach wie vor 70 Prozent an der US-Tochter.

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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