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EU-Kommission senkt Preise für das Datenroaming um 55,5 Prozent

Ab dem 1. Juli senkt die EU-Kommission die Preisobergrenzen für den Download von Daten um mehr als die Hälfte: Kostete 1 Megabyte Datenvolumen innerhalb der EU bislang bis zu 45 Cent, so werden hierfür künftig nur noch maximal 20 Cent berechnet (jeweils ohne Mehrwertsteuer). Dies sind 55,5 Prozent weniger als noch bei der Preisanpassung im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu 2010 kostet das Datenroaming den Mobilfunknutzer somit 25-mal weniger.

Für Roaminggebühren von 10 Euro können Nutzer im EU-Ausland unter anderem eine App zur Fußball-WM herunterladen oder sich im Urlaub auf Youtube die besten Tore betrachten – wie die EU-Kommission vorrechnet (Bild: EU).

Auch Anrufe und SMS werden billiger: Ein abgehendes Telefonat etwa kostet zum 1. Juli innerhalb der EU maximal 19 Cent pro Minute, 2013 hatte die Preisobergrenze noch bei 24 Cent pro Minute gelegen. Der Versand einer Kurznachricht kostet den Nutzer statt bis zu 8 Cent pro SMS höchstens noch 6 Cent. Das entspricht einem Preisrückgang von immerhin 25 Prozent.

Darüber hinaus steht es europäischen Mobilfunkanbietern ab dem 1. Juli frei, dem Nutzer vor Antritt seiner Reise, gesonderte Roamingangebote zu machen. Beispielsweise kann er diesem – falls möglich – erlauben, für Datendienste, wie etwa den Versand und den Empfang von E-Mails, das Abrufen von Online-Nachrichten oder das Betrachten von Videos, einen lokalen Netzbetreiber in seinem Urlaubsland auszuwählen.

Die EU arbeitet außerdem an neuen Vorschriften, aufgrund derer die Roaminggebühren bis Dezember 2015 voraussichtlich ganz abgeschafft werden sollen. Der Kommissionsvorschlag für eine sogenannte Verordnung über einen vernetzten Kontinent sieht neben der Abschaffung der Roaminggebühren auch ein garantiert offenes und neutrales Internet sowie einen besseren Verbraucherschutz für Mobilfunk- und Breitbandnutzer vor.

„Diese deutliche Senkung der Datenroamingpreise wird sich in diesem Sommer für uns alle spürbar auswirken. Aber das ist noch nicht alles: Warum sollten wir überhaupt auf einem Binnenmarkt Roamingaufschläge bezahlen? Ich hoffe, dass wir bis Ende dieses Jahres eine Einigung über die vollständige Abschaffung der Roamingaufschläge erzielen werden – das Parlament hat seinen Teil dazu beigetragen, jetzt ist es an den Mitgliedstaaten, alles unter Dach und Fach zu bringen!”, erklärt Neelie Kroes, für die Digitale Agenda verantwortliche Vizepräsidentin der EU-Kommission.

Als die Roamingkosten im Jahr 2007 ihren Höchststand erreicht hatten, beschloss die EU, hier gegenzusteuern. Zwischen 2007 und 2014 sind die Preise für die Roamingdienste infolgedessen um insgesamt etwa 80 bis 90 Prozent gesunken.

Zahlreiche Firmen reagieren auf die von der EU verordneten Preissenkungen mit eigenen Angeboten, die zum Teil über die Forderungen der EU-Kommission hinausgehen. So bietet beispielsweise die Telekom kostenloses LTE-Roaming in sechs europäischen Ländern.

Rainer Schneider

Zwischen September 2013 und Juni 2016 war Rainer zunächst als Volontär udn später als Redakteur hauptsächlich für ITespresso im Einsatz, schrieb aber gerne auch Artikel für silicon.de und ZDNet. Schwerpunkte waren IT-Security und Mobile.

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