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SAP startet in Deutschland mit freiwilligem Abfindungsprogramm

SAP will in Deutschland mehrere Hundert Stellen abbauen. Ab nächster Woche sollen über freiwillige Abfindungsprogramme Mitarbeiter zu einem Wechsel motiviert werden. Das bestätigt Wolfgang Fassnacht, Personalleiter der SAP Deutschland gegenüber der dpa.

700 Mitarbeiter, das gelte für Angestellte, die älter als 55 Jahre sind, sollen in den Vorruhestand wechseln. Weitere 900 Personen sollen dagegen Aufhebungsverträge angeboten werden. Nachdem der Altersschnitt von SAP Deutschland mit 42 Jahren über dem weltweiten Durchschnitt liegt, könnte Deutschland von der Vorruhestandsregelung besonders betroffen sein.

Auf betriebsbedingte Kündigungen will SAP dabei aber offenbar vollständig verzichten. 2014 hatte der Konzern diese Möglichkeit zumindest nicht ausgeschlossen, jedoch davon keinen Gebrauch gemacht.

Derzeit sind in Deutschland 17.673 Mitarbeiter angestellt, ein Großteil davon am Konzernsitz in Walldorf. Nachdem das Programm auf Freiwilligkeit beruhe, könne Fassnacht noch keine konkreten Angaben zum Stellenabbau machen.

Konzernzentrale von SAP in Walldorf. Ab nächste Woche soll ein freiwilliges Abfindungsprogramm starten. In Europa sollen dann etwa 1600 Stellen wegfallen. (Bild: SAP)

Bereits Anfang März wurden konkretere Zahlen veröffentlicht. Demnach sollen europaweit 1600 Mitarbeiter eingespart werden. Weltweit sollten es damals etwa 2250 sein.

Das würde für Europa – rund 30.000 Menschen sind in dieser Region bei SAP angestellt – einem Abbau von rund 7 Prozent entsprechen. Weltweit plant SAP SE die Reduzierung von 3 Prozent der Belegschaft, wie Unternehmenschef Bill McDermott Anfang März ankündigte. Das würde einer Reduzierung von etwa 2000 Mitarbeitern entsprechen.

SAP ist derzeit dabei, an vielen Stellen das Angebot umzubauen. Auch das Vertriebsmodell verändert sich dadurch, von dem Verkauf von fest installierter Software hin zu einem Abbonement-Modell, bei dem Unternehmen Software-Dienstleistungen aus der Cloud beziehen. Auch die Umstellung in anderen Bereichen, wie etwa In-Memory, Mobile oder Cloud sorgen offenbar für Überbesetzungen in einigen traditionellen Bereichen.

Ende vergangenen Jahres wurden zum ersten Mal die Pläne für einen Arbeitsplatzabbau bekannt. Damals erklärten SAP-Vertreter, dass die Mitarbeiterzahl von SAP insgesamt steigen werde, denn man sei in anderen Bereichen auf der Suche nach neuen Fachkräften. So wolle SAP etwa beim Cloud-Computing “entlang der gesamten Wertschöpfungskette” neue Stellen schaffen, wie Fassnacht erklärt. Und so bestehe für einige Mitarbeiter auch die Möglichkeit, in anderen Positionen zu wechseln. Ist das aber nicht möglich, oder vom Mitarbeiter nicht gewünscht, können sie auch Nehmen die Mitarbeiter einen Wechsel in einen anderen Bereich nicht an, können sie eine Abfindung nehmen.

Auch anderen IT-Größen wie IBM, Microsoft oder HP führen derzeit Programme für den Arbeitsplatzabbau durch.

Redaktion

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