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“Industrie 4.0”: Kempf soll BDI-Spitze übernehmen

Der ehemalige Bitkom-Chef Dieter Kempf wurde als neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) vorgeschlagen. Kempf soll ab 2017 den einflussreichen Wirtschaftsverband leiten, nachdem Ulrich Grillo satzungsgemäß nach seiner vierjährigen Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht.

Auf Kempf als Nachfolger habe sich Grillo zusammen mit den Vize-Präsidenten des BDI geeinigt. Im November soll Kempf dann von der BDI-Mitgliederversammlung gewählt werden, wie Grillo am Montag in Berlin mitteilte.

Ulrich Grillo will Dieter Kempf als Nachfolger an der Spitze des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Ab 2017 wird der Bitkom-Präsident vor allem das Thema Industrie 4.0 voranbringen. (Bild: BDI)

Der Industrieverband, in dem mehr als 100.000 Unternehmen und über 8 Millionen Mitarbeiter vertreten sind, reagiert mit der Berufung Kempfs auch auf die zunehmende Digitalisierung in der Wertschöpfung. Unter dem Begriff “Industrie 4.0” soll die Digitalisierung und Vernetzung der Produktion in Deutschland vorangetrieben werden.

“Dieter Kempf ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die Chancen für Produkte ‘made in Germany’ in der zunehmenden Digitalisierung zu vergrößern”, betont Grillo. Kempf verfüge über “hervorragende Eigenschaften für das Amt des BDI-Präsidenten”. Kempf werde nun seine verbandspolitische Erfahrung einbringen, um den Industriestandort Deutschland “beim Weg durch die vierte industrielle Revolution zu unterstützen”, so Grillo weiter.

Kempf, Jahrgang 1953, schied erst Ende März als Vorstandschef des Nürnberger Buchhaltungs-Softwarehauses Datev aus. Bis Ende vergangenen Jahres war der Steuerfachmann und Honorarprofessor auch Vize des BDI. Zudem berät Kempf die Bundesregierung auch bei der Internetsicherheit. Zwischen 2011 und 2015 stand Kempf dem IT-Branchen-Verband Bitkom als Präsident vor.

Kempf: “Ich will, dass wir in Deutschland die Digitalisierung zu einem großen Erfolg führen: für mehr Wachstum und Wohlstand, für mehr qualifizierte Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven unserer gesamten deutschen Industrie.” Daher freue sich der gebürtige Münchner an “entscheidender Stelle, im wichtigsten Wirtschaftsverband dieses Landes”, am Gelingen der Digitalisierung mitzuwirken.

Der Spitzenverband müsse nun für Orientierung sorgen und hier auch die Politik einbinden. So hatte sich Grillo mit einer klaren Linie bei Themen wie Digitalisierung oder Energiewende auch in Berlin Gehör verschafft. Grillo ist Vorstandsvorsitzenden des Duisburger Chemie- und Metall-Unternehmens Grillo-Werke AG.

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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