Brexit: Oracle erwartet Impulse für die deutsche Cloud

Oracle unterhält zwei Rechenzentren in Deutschland, die ausschließlich auf den deutschen Markt ausgerichtet sind. Glaubt man Frank Obermeier, Vice President & Country Leader, Oracle Germany, dann könnte die bestehende Infrastruktur hierzulande schon bald zu eng werden, denn “die Nachfrage ist gewaltig und wächst ständig weiter” so Obermeier im Gespräch mit silicon.de.

“Wenn wir uns mit Anwendern unterhalten, dann geht es bei der Frage nach einer Migration in die Cloud nur noch um das wie nicht mehr um das ob”, so Obermeier weiter. Damit ist der Cloud-Standort Deutschland schon heute sehr wichtig – und das nicht nur aus Compliance-Gründen. Doch die Nachfrage nach Cloud-Services sei weltweit zu beobachten, betont Obermeier. Neben Infrastruktur-Services würde auch vermehrt CRM und ERP als Cloud-Lösung nachgefragt.

Frank Obermeier, Vice President & Country Leader, Oracle Deutschland, erwartet durch den Brexit eine deutliche Belebung des deutschen IT-Marktes. (Bild: Martin Schindler)

Vor allem aber seien es datengetriebene Projekte, bei denen Unternehmen den Schritt in die Cloud wagen, denn hier versuchen sich Organisationen mit Services und neuen Produkten von den Mitbewerbern zu differenzieren.

Die Herangehensweise der Anwender unterscheidet sich sehr stark voneinander und auch stehe dabei jedes Unternehmen an einem anderen Punkt, so Obermeier weiter. Oracle biete als einer der wenigen Technologie-Provider am Markt den gesamten Stack von der Infrastruktur, über die Applikation bis hin zu Marketing-Daten, die Oracle unter anderem dank der Übernahme von BlueKai anbieten kann. Mit den mehr als 5 Milliarden Business-Daten aus der Übernahme zählt sich Oracle heute zu den größten Anbietern in diesem Segment.

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Allerdings erwartet Obermeier auch deutliche neue Impulse durch den Brexit. Duch den geplanten Ausstieg des vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union steht einerseits zu erwarten, dass Unternehmen aus London und UK abwandern und Unternehmenszentralen auf das europäische Festland verlegen. Zudem sind Cloud-Verträge häufig vertraglich auf drei Jahre festgelegt, dadurch ergibt sich eine gewisse Zurückhaltung für Investitionen in Großbritannien angesichts der drohenden Unsicherheit durch den Brexit.

Und diese abwartenden Unternehmen will Obermeier nun gerne nach Frankfurt holen, wo Oracle neben dem Standort München bereits ein Rechenzentrum unterhält. Für Frankfurt spricht nicht nur die Nähe der Finanzwelt und die zentrale Lage in Deutschland, sondern auch die Nähe des Internetknoten DE-CIX, dem laut der Betreibergesellschaft größten Internet Exchange weltweit.

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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