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AMDs Server-Prozessor Epyc überholt Intels Xeon

AMD meldet sich mit der ersten Generation der Epyc-Serverprozessoren wieder im Markt für Standard-Server zurück. Unter dem Codenamen Naples entwickelte AMD die Chips, die auf Zen-Architektur basieren. Diese bildet auch die Grundlage für den aktuellen Desktop-Chip Ryzen. Die Palette von AMD Epyc reicht bis zum Flaggschiff Epyc 7601, das mit 32 Rechenkernen und 64 Threads aufwartet.

Lange hat Intel mit Xeon-Prozessoren den Markt für x86-Server mehr oder weniger unangefochten dominiert. Nun erklärt AMD, dass die Epyc-basierten 2-Sockel-Systeme Intels Xeon-Prozessoren bei jedem Preispunkt von 400 Dollar bis 4000 Dollar hinsichtlich der Leistung übertrumpfen können.

Verschiedene Benchmarks zeigen Leistungsunterschiede zwischen Epyc und Xeon, die von 23 bis zu 70 Prozent reichen. AMD nimmt für sich besere Leistungen hinsichtlich Ganzzahl- und Fließkommawerten, Speicherbandbreite sowie I/O-Benchmarks und Belastung in Anspruch. AMD hat für den Vergelich allerdings die Broadwell-Xeon-CPUS getestet. Intel wird noch im Laufe des Jahres neue Modelle auf Basis von Skylake veröffentlichen.

Die Epyc-Dies sind intern durch eine als Infinity Fabric bezeichnete Technologie verbunden. Die einzelnen Epyc-Prozessoren können bis zu 2 TByte über acht Channel unterstützen und verfügen über 128 PCIe-Lanes. Die Zwei-Sockel-Konfigurationen (2P) unterstützen ebenfalls 128 und nicht 256 Lanes, da jeder Chip 64 Lanes für das Infinity-Fabric-Connect nutzt. Ein-Sockel-Varianten macht der Hersteller mit “P” am Ende der Produktbezeichnung kenntlich.

“Mit unserer Epyc-Prozessorenfamilie liefert AMD branchenführende Leistung für Workloads, die bei kritischen Enterprise-Anwendungen, der Cloud und maschineller Intelligenz gefragt sind”, so AMD-Chefin Lisa Su. “Epyc-Prozessoren bieten kritische Leistung für Single-Socket-Systeme, während sie die Leistung von Dual-Socket-Servern in neue Bereiche steigern.” AMD will sich nun wieder als günstigere Alternative zu Intel positionieren und wolle so nun wieder mit Hilfe von Partnern “Auswahlmöglichkeiten und Innovation zurück ins Rechenzentrum bringen”.

HPE will Epyc zuerst in Cloudline CL3150 und später in diesem Jahr in weiteren Produktlinien einsetzen. Dell EMC sieht den Einsatz in der nächsten Generation von PowerEdge-Servern vor. Unterstützung für Epyc kündigten auch Dropbox, Microsoft für seine Azure-Angebote, Baidu, 1&1, Bloomberg und LexisNexis an. Erste Anwender berichten von mehr Leistung bei niedrigerem Stromverbrauch.

“Für Azure benötigen wir die fortschrittlichste Infrastruktur und Hardware auf dem aktuellsten Stand”, kommentiert Girish Bablani, bei Microsoft als Corporate Vice President für Azure verantwortlich. “Deshalb werden wir als erster weltweiter Cloud-Provider unseren Kunden AMD Epyc mit seiner Kombination von hoher Leistung und Nutzwert bereitstellen.”

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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