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SAP und VMware besiegeln IoT-Partnerschaft

SAP und VMware haben ihrer bestehende Technologiepartnerschaft in Bezug auf Virtualisierung von SAP-Umgebungen auf VMware eine zweite Partnerschaft im Bereich Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) zur Seite gestellt. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich soll zu einer “Enterprise IoT-Ready”-Architektur führen.

Die besteht nach Vorstellung der Partner aus einer Infrastrukturebene und einer Anwendungsebene. Die Infrastrukturschicht umfasst neben der IoT-Infrastruktur die Fähigkeit, sie zu verwalten und zu sichern. Die Anwendungsebene analysiert die anfallenden Daten und soll helfen geschäftliche Entscheidungen zu treffen und in die Steuerung von Prozessen einfließen. Als Infrastrukturebene ist dabei VMware Pulse IoT vorgesehen, als Anwendungsebene SAPs IoT-Angebot SAP Leonardo.

Mit SAP und VMware tun sich allerdings zwei Firmen zusammen, die beide erst spät auf den IoT-Zug aufgesprungen sind. VMware Pulse IoT Center wurde erst im Mai angekündigt und ist aktuell noch gar nicht verfügbar. Es soll immerhin noch in diesem Jahr angeboten werden.

SAP hat mit ebenfalls im Mai zur Hausmesse Sapphire vorgestellten SAP Leonardo immerhin nicht ganz neu angefangen. Bereits zuvor gab es eine – allerdings weniger komplette IoT-Strategie, bei der die HANA Cloud Platform im Mittelpunkt stand. Mit SAP Leonardo wurde die aber erstmals mit anderen Angeboten, etwa Edge-Analytics, sowie Produkten aus anderen Bereichen, die sich auch für Digitalisierungsprojekte und IoT eignen, zusammengefasst.

Die Architektur von SAP Leonardo umfasst mehrere Bereiche und Branchen. (Bild: SAP SE)

Richtig angekommen ist das aber bei den Anwenderunternehmen noch nicht, wie eine Umfrage der DSAG kürzlich zeigte: 82 Prozent der befragten DSAG-Anwenderunternehmen messen dem SAP-Angebot im Bereich IoT und Künstliche Intelligenz derzeit kaum oder gar keine Bedeutung in ihrer Digitalstrategie bei. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass da Angebot noch so jung ist. Andere sind Mängel, die die Anwender im Bereich Internet of Things bei SAP noch in Bezug auf Sicherheit und Lizenzierung sehen. Gerade angesichts der aktuell umstrittenen, sogenannten indirekten Nutzung fürchten Anwender bei IoT-Projekten mit SAP eine mögliche Kostenexplosion oder zumindest schwer kalkulierbare Kosten. Diesen Aspekt muss SAP selbst regeln.

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SAP sieht die Zukunft ganz im Zeichen der HANA Cloud Platform. Bei IoT steht der Gedanke im Mittelpunkt, Sensordaten und Daten aus IT-Anwendungen sinnvoll zusammenzubringen und zu einem Service zu verschmelzen. Hier kommt "Leonardo" ins Spiel. silicon.de gibt einen Überblick.

Den zweiten, als Schwäche ausgemachten Bereich – mangelnde Sicherheit und Governance-Optionen – geht SAP mit der Partnerschaft mit VMware nun an. Auch wenn es schwer ist, die komplette Leistungsfähigkeit des ja noch nicht verfügbaren VMware Pulse IoT Center zu bewerten, so legen doch schon die Ankündigungen nahe, dass damit vieles abgedeckt wird, was sich die Anwenderunternehmen wünschen.

Mit Pulse IoT Center sollen sich IoT-Projekte Ende-zu-Ende verwalten, betreiben, skalieren und sichern lassen. Über VMware NSX könne auch die Kommunikationen zwischen Anwendungen und Geräten abgesichert werden. Ziel von VMware ist es, mit Pulse IoT Center vor allem das Management von IoT-Infrastrukturen und vernetzten IoT-Endgeräten zu vereinfachen. Die Lösung ermögliche dazu etwa eine Echtzeitüberwachung der vernetzten IoT-Geräte.

SAP Leonardo hat für die Anwenderunternehmen im Rahmen ihrer Digitaliserungsprojekte aktuelle (Oktober 2017) erst eine geringe Relevanz (Grafik: DSAG)

Außerdem integriert VMware auch bereits vorhandene Produkte, etwa VMware AirWatch für die Geräteverwaltung oder vRealize Operations für die Infrastrukturüberwachung und Fehlerbehebung. Das dürfte vor allem für Kunden dieser Produkte ein Anreiz sein, sich bei IoT-Projekten die weiterführenden Angebote von VMware anzusehen.

Im Rahmen ihrer Partnerschaft wollen SAP und VMware gemeinsamen Kunden vor allem Neuerungen bei der Integration von Operational Technoloy und IT und ganzheitliche Analysefunktionen anbieten sowie zu kürzeren Projektlaufzeiten verhelfen. Für Letztere arbeiten die Partner an der Entwicklung einer vorintegrierten und vorab getesteten Lösung.

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Peter Marwan

Peter Marwan ist Chefredakteur von silicon.de und immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Firmen den rasanten Fortschritt in der IT-Branche in der Praxis nutzen können. Dabei geht es nicht nur darum, Vorhandenes zu optimieren, sondern vor allem auch um Ansätze und Strategien, mit denen sich neue, durch die IT unterstützte Geschäftsmodellle entwickeln lassen.

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