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Daimler zeigt Fortschritte bei automatisierten Nutzfahrzeugen

Die Daimler AG hat einen weiteren Entwicklungsschritt bei autonom arbeitenden Nutzfahrzeugen der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts Pferdsfeld im Hunsrück zeigte der Hersteller, wie der Schneeräumeinsatz auf Flughäfen automatisiert werden kann. Dazu hatte er im Vorfeld eng mit dem Flughafen-Betreiber Fraport zusammengearbeitet.

Daimler sieht für komplett fahrerloses Fahren in naher Zukunft vor allem in abgesperrten Bereichen – zu denen auch ein Flugfeld gehört – Einsatzmöglichkeiten. Im öffentlichen Straßenverkehr legt das Unternehmen dagegen vorerst den Schwerpunkt auf die Entlastung und Unterstützung des Fahrers. Dazu sollen die schon früher gezeigten Systeme Highway Pilot und Highway Pilot Connect zum Einsatz kommen. Sie ermöglichen unter anderem das sogenannte Platooning von Lkw. Dabei werden Fahrzeuge elektronisch gekoppelt und orientieren sich am Fahrverhalten des vordersten. Sie können so unter anderem deutlich näher auffahren und im Windschatten Kraftstoff sparen. Außerdem arbeitet der Konzern an autonom fahrenden Bussen.

“Aktuell arbeiten wir an der Umsetzung zweier konkreter Anwendungsfälle: Zum einen am automatisierten Fahren im ganz normalen Verkehr auf Autobahnen – mit dem klaren Ziel, den Fahrer zu entlasten und die Sicherheit deutlich zu erhöhen. Zum anderen am fahrerlosen Fahren in abgesperrten Bereichen, um dort die Produktivität signifikant zu steigern”, erklärt Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks, in einer Pressemitteilung. Mit den nun vorgeführten, automatisierten Schneeräumfahrzeugen beansprucht der Konzern diesbezüglich die Technologieführerschaft.

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Im Rahmen des Projekts “Automated Airfield Ground Maintenance” (AAGM) arbeiten vier Sattelzugmaschinen aus der Reihe Mercedes-Benz Arocs im ferngesteuerten Verbund zusammen, um ein Flugfeld zu reinigen. Für den Projektpartner Fraport ist die Automatisierung dieser Aufgabe aus mehreren Gesichtspunkten heraus attraktiv. Zum einen ist es im Winter bei schwer vorhersagbaren Wettersituationen schwierig, das nur eventuell benötigte Personal vorzuhalten und dessen Einsatz zu planen.

Basis sind des jetzt vorgestellten Prototypen-Verbunds sind serienmäßige, allradangetriebene Sattelzugmaschinen vom Typ Mercedes-Benz Arocs 2045 AS. Sie arbeiten mit einem dreiteiligen, vollhydraulisch bedienbaren acht Meter breiten Schneepflug. Kehrbesen und Gebläse für die Feinreinigung werden als Sattelauflieger mitgeführt. (Bild: Daimler AG)

Außerdem lassen sich automatisiere Schneeräumfahrzeuge unmittelbar bei Bedarf auf das Flugfeld schicken und kann die automatisiere Räumung exakter, auch bei schlechter Sicht und zuverlässig ohne Beschädigung von Markierungen und Signalen vonstattengehen. Schließlich erhofft man sich davon eine schnellere Räumung des Flugfeldes. Das ist entscheidend, da während die Fahrzeuge auf dem Rollfeld sind der Flugbetrieb eingestellt werden muss.

Neuvorstellung des “Remote Truck Interface” (RTI)

Die zunächst vier Testfahrzeuge sind erstmals mit der Fahrzeug-Schnittstelle “Remote Truck Interface” (RTI) ausgestattet. Darüber können Fahrzeugfunktionen aus der Ferne bedient werden. Außerdem dient sie dem Datenaustausch. “Über das RTI sind alle Fahrzeuge mittels telematischer Systeme voll vernetzt, fahren automatisiert und können im Fahrzeugverbund sowohl führen als auch folgen“, teilt Daimler mit. Damit lässt sich aus den bereitstehenden Einsatzfahrzeugen eines auswählen und als “Leit-Truck” definieren. Mittels Bedienpanel im Fahrzeug werden dann lediglich noch die Anzahl und die Reihenfolge der weiteren, zum Konvoi gehörenden Lkw festgelegt. Der Fahrzeugverbund lässt sich auf bis zu 14 Einheiten ausbauen.

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Alle Fahrzeuge sind mit einer doppelten GPS-Ortung (DGPS, Differenzial-GPS) ausgestattet. Dadurch ist eine auf bis zu drei Zentimeter genaue Steuerung möglich. Zudem kommunizieren die Trucks und untereinander zu (“Vehicle-to-Vehicle“-Kommunikation, “V2V”-Kommunikation). Dazu findet laut Daimler alle 0,1 Sekunden ein kompletter Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen und der Hauptsteuerungseinheit des RTI statt. Als Übertragungstechnik kommt dazu “Dedicated Short Range Communication” (DSRC) zum Einsatz.

Mit RTI bieten sich Daimler zufolge zahlreiche weitere Möglichkeiten. “So sind fein abgestimmte Rangiervorgänge konventioneller Lastzüge, ferngesteuert vom Fahrer außerhalb der Kabine – zum Beispiel am Fahrzeugheck postiert und dort mit bestem Blick auf das Manövriergeschehen ausgestattet – ebenso möglich wie das fahrerlose Fahren in Minen, auf Container-Terminals oder in
anderen, abgeschlossenen Geländen”, erläutert Martin Zeilinger, Leiter der Vorentwicklung bei Daimler Trucks.

Peter Marwan

Peter Marwan ist Chefredakteur von silicon.de und immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Firmen den rasanten Fortschritt in der IT-Branche in der Praxis nutzen können. Dabei geht es nicht nur darum, Vorhandenes zu optimieren, sondern vor allem auch um Ansätze und Strategien, mit denen sich neue, durch die IT unterstützte Geschäftsmodellle entwickeln lassen.

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