Erdölkonzern Eni nimmt schnellsten privaten Supercomputer in Betrieb

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Für die Erschließung neuer Erdölvorkommen will die italienische Eni künftig noch stärker auf digitale Lösungen setzen. Grundlage dafür bilden 1600 Proliant-Server von HPE.

Der italienische Erdölkonzern Eni hat den nach eigenen Angaben schnellsten privaten Supercomputer in Betrieb genommen. Mit einer Spitzenleistung von 18,6 Petaflops würde das HPC4 genannte System im aktuellen Supercomputer-Ranking Top500 (Stand November 2017) Platz zehn belegen. Damit wäre HPC4 das einzige System in den Top-Ten, das nicht einer staatlichen Behörde oder Institution gehört.

ENI geht mit dem ersten privaten Supercomputer an den Start, der unter die Top-10 der Weltrangliste kommt. (Bild: Eni)
ENI geht mit dem ersten privaten Supercomputer an den Start, der unter die Top-10 der Weltrangliste kommt. (Bild: Eni)
HPC4 basiert auf 1600 Servern von Hewlett Packard Enterprise vom Typ ProLiant DL380. Jeder dieser Server ist mit zwei Intel-Skylake-Prozessoren mit jeweils 24 Kernen ausgestattet, sodass das System über mehr als 76.000 Kerne verfügt. In jedem Server stecken zudem zwei GPU-Beschleuniger vom Typ Nvidia Tesla P100. Ergänzt wird der HPC4 durch ein 15 Petabytes großes Storage-Subsystem.

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Der Mineralölkonzern nutzt den Supercomputer nach eigenen Angaben im Rahmen der digitalen Transformation für die Erschließung neuer Öl- und Gasreservoirs sowie die Verarbeitung von Big Data aus dem operativen Geschäft. Dabei sollen von Eni entwickelte fortschrittliche und komplexe Algorithmen zum Einsatz kommen, um beispielsweise dreidimensionale seismische Bilder zu verarbeiten, Lagerstätten zu simulieren und Produktionsabläufe zu optimieren.

In einem grünen Rechenzentrum des Mineralökonzerns Eni. (Bild: Eni)
In einem grünen Rechenzentrum des Mineralökonzerns Eni. (Bild: Eni)

“Die Investitionen in die Supercomputing-Infrastruktur und die Entwicklung von Algorithmen sind ein wichtiger Teil von Enis digitaler Transformation”, sagte Eni-CEO Claudio Descalzi. Das System erlaube nicht nur die Speicherung und Verarbeitung der für die geophysikalische Bildgebung benötigten enormen Datenmengen, es reduziere auch die Risiken bei der Erschließung neuer Vorkommen und die Zuverlässigkeit aller Produktionsstandorte.

Der HPC4 ergänzt den bereits in Betrieb befindlichen Supercomputer HPC3, mit dem Eni insgesamt auf eine Peak-Rechenleistung von bis zu 22,4 Petaflops zugreifen kann. Beide Systeme werden in Enis Green Data Center in Ferrera Erbognone in der Nähe von Mailand betrieben. HPC3 und 4 wurden laut Eni mit Hinblick auf eine besonders hohe Energieeffizienz und einen möglichst geringen CO2-Verbrauch entwickelt. Zu den Verbrauchsangaben beider Systeme machte das Unternehmen jedoch keine Angaben. Von daher ist unklar, ob sich HPC4 auch in der nächsten Liste der “grünen” Supercomputer”, die im Juni erwartet wird, einen Spitzenplatz sichern kann.

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