Intel soll an Broadcom-Übernahme interessiert sein

Broadcomm will Qualcomm kaufen (Grafik: silicon.de)

Der geplante Ausgabepreis würde den Cloud-Storage-Anbieter etwa mit 7,5 Milliarden Dollar bewerten. Die aktuellste Finanzierungsrunde dagegen hatte das Unternehmen mit 10 Milliarden Dollar bewertet.

Das Ziehen und Zerren um Qualcomm ist um eine Facette reicher. Nun will offenbar Intel ein Gebot für den Konkurrenten Broadcom abgeben. Das berichtet Das Wall Street Journal. Intel ist offenbar besorgt über die Marktmacht, die dem neuen Konglomerat zukommen würde. Nachdem sich ein Übernahmeerfolg von Broadcom abzeichnet, könnte Intel ebenfalls mit einem Zukauf reagieren.

Broadcomm will Qualcomm kaufen (Grafik: silicon.de)

Laut dem Bericht soll Intel seit Ende 2017 an diesen Plänen arbeiten. Das Blatt beruft sich auf ungenannte Quellen, die aber auch feststellen, dass eine solche Übernahme mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wäre und daher möglicherweise auch scheitern könnte. Auch kartellrechtlich dürften hier einige Bedenken angemeldet werden.

Von Intel heißt es zunächst, dass man solche Gerüchte nicht kommentiert. “Wir haben in den zurückliegenden 30 Monaten wichtige Übernahmen getätigt, darunter Mobileye und Altera – unser Fokus liegt jetzt auf der Integration dieser Übernahmen und darauf diese für unsere Kunden und Anteilseigner zu einem Erfolg zu machen”, teilt Intel mit.

Broadcom hatte im November ein Gebot in Höhe von 130 Milliarden Dollar für Qualcomm abgegeben. Qualcomm ist derzeit einer der Marktführer für Mobilgeräte und Smartphones und hat bislang die Angebote Broadcoms zurückgewiesen. Zuletzt hat Broadcom, nachdem Qualcom das Übernahmeangebot für NXP noch einmal erhöht hatte, das feindliche Übernahmeangebot auf 117 Milliarden Dollar gesenkt.

Das Committee on Foreign Investment in the United States, kurz CFIUS, prüft jetzt die Übernahme, und begründet diese Prüfung mit der Sorge, dass die nationale Sicherheit gefährdet wird, weil ein ausländisches Unternehmen damit die Kontrolle über ein wichtiges US-Unternehmen übernehmen würde.

Gemeinsam hätten Qualcomm und Broadcom 2017 einen Jahresumsatz von 40 Milliarden Dollar gemacht. Intel setzte im gleichen Zeitraum 63 Milliarden Dollar um, und einen Großteil dieses Umsatzes stammt aus x86-Komponenten. Warum sieht sich Intel also von diesem Deal so bedroht?

Intel versucht seit Jahren mit mäßigem Erfolg im Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. In der jüngsten Vergangenheit aber gelang es Intel einige Mobilfunkmodems für iPhone 7 und iPhone 8 zu liefern. Der Grund für diesen Teilerfolg ist unter anderem auch in dem Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Apple über geistiges Eigentum zu sehen.

Nachdem Broadcom ein wichtiger Apple-Lieferant ist, würde sich der Rechtsstreit zwischen Apple und Qualcomm unter der neuen Führung von Broadcom vermutlich relativ schnell beilegt werden. Für Intel könnte das jedoch das vorzeitige Ende der Bemühungen bedeuten, bei einem der wichtigsten Smartphone-Hersteller als Lieferant unter zu kommen. Angesichts eines rückläufigen PC-Marktes sind das keine guten Aussichten für Intel.

Tipp: Wie gut kennen Sie das iPhone? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Ausgewähltes Whitepaper

So lassen sich Risiken bei der Planung eines SAP S/4HANA-Projektes vermeiden

Ziel dieses Ratgebers ist es, SAP-Nutzern, die sich mit SAP S/4HANA auseinandersetzen, Denkanstöße zu liefern, wie sie Projektrisiken bei der Planung Ihres SAP S/4HANA-Projektes vermeiden können.