PC-Markt: Unternehmen kaufen mehr PCs

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Der Absatz von PCs, die in Unternehmen genutzt werden, steigt im ersten Quartal 2018 um 6,4 Prozent. Konsumenten zeigen allerdings große Zurückhaltung.

Im ersten Quartal 2018 wurden laut Gartner 2,5 Millionen PCs in Deutschland ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2017 und einem Rückgang von 20,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2017. “Es gab einen Überhang aus dem Vorquartal und die Händler wollten ihre Lager nicht übermäßig füllen. Denn im zweiten Quartal waren neue Modelle mit Intels Core-Prozessoren der achten Generation geplant“, erklärt Meike Escherich, Principal Research Analyst bei Gartner.

pc-verkaeufe-shutterstock (Bild: Shutterstock)

Die Nachfrage nach Desktop-PCs blieb im ersten Quartal unverändert, während die Nachfrage nach Standard-Notebooks insgesamt um 10,4 Prozent zurückging. Im B2C-Markt war dieser Rückgang noch stärker, hier wurden im Jahresvergleich um 21 Prozent weniger Standard-Notebooks ausgeliefert. Die Stückzahl ultramobiler Geräte stieg dagegen um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; diese Geräte machen nun 33 Prozent aller ausgelieferten Mobil-PCs aus und gewinnen vor allem bei Verbrauchern an Popularität.

Gartner: PC-Auslieferungen in Deutschland Q1/2018 (Tabelle: Gartner)

Während private Konsumenten 17,5 Prozent weniger PCs kauften, verzeichnete der Unternehmensbereich im ersten Quartal 2018 einen Zuwachs von 6,4 Prozent. Dank der zunehmenden Nachfrage nach Business-PCs konnten HP (+13,7 Prozent), Lenovo (+23,1 Prozent), Dell (+11,8 Prozent) und Fujitsu (+9,8 Prozent) in diesem Segment erneut Marktanteile hinzugewinnen. Fujitsu verdrängt sogar Apple auf Platz 5. Unter dem schwächelnden Verbrauchermarkt hat vor allem Acer zu leiden, der hier 15,5 Prozent Marktanteil einbüßte.

„Der Zuwachs im B2B-Bereich liegt vor allem daran, dass viele Windows-10-Projekte aus dem Vorjahr umgesetzt wurden. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung und Berichte von Sicherheitslecks, hat dem Thema Security Priorität beschert. Das wiederum beschleunigt den Austausch von Hardware”, so Escherich.

2017: Sechstes Jahr in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen

Auch wenn der B2B-Markt leicht zulegen kann, reicht dies nicht aus, um die Verluste bei Konsumenten auszugleichen. Der PC-Markt steht ingesamt seit mehreren Jahren unter Druck. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern ein weltweiter Trend. Gegenüber 2016 gingen 2017 die Absätze um 2,8 Prozent zurück. 2017 ist damit das sechste Jahr in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen.

Sorge, dass der PC völlig von der Bildschirmfläche verschwindet, brauche man sich deswegen nicht machen. In einigen Regionen steigen die Absatzzahlen sogar. Doch auch andere Trends kommen bei den aktuellen Zahlen zum Tragen: Anwender kaufen beispielsweise keine PCs mehr zu Weihnachten. Doch greifen viele zu einem Gerät, das spezielle Funktionen bietet. Daher verliert auch der Preis als Verkaufsargument an Bedeutung. Anwender geben 2017 eher höhere Summen für ein Gerät aus.

Apple kann im Vergleich zu 2016 die Verkäufe bei "PCs" um 4,6 Prozent steigern (Bild: Gartner).
Apple kann im Vergleich zu 2016 die Verkäufe bei “PCs”
um 4,6 Prozent steigern (Bild: Gartner).

Die Marktkonsolidierung scheint vor allem den vier großen PC-Herstellern von Vorteil zu sein, denn 64 Prozent der verkauften Geräte stammen von HP, Lenovo, Dell oder Apple. Zum Vergleich: im Jahr 2011 teilten sich die vier größten Anbieter lediglich 45 Prozent des Marktes. Hier würden die großen Anbieter von hohe Stückzahlen und damit niedrigen Produktionskosten profitieren und kleinere Mitbewerber damit aus dem Markt drängen.

Im Vierten Quartal 2017 wurden 71,6 Millionen Geräte geliefert. Im Gesamtjahr wurden 262,5 Millionen Geräte verkauft. In Europa blieb der Absatz laut Gartner vergleichsweise stabil mit einem Rückgang von 1,4 Prozent (zum Vergleich USA: -8 Prozent). In der Region wurden 21,8 Millionen Stück verkauft, allerdings entwickelte sich laut Gartner Deutschland schwächer als erwartet. Die Steigerung des Durchschnittspreises in der Region sei vor allem auf die höheren Kosten bei den Komponenten zurückzuführen, die die Hersteller an die Kunden weiter geben. Aber es seien auch hochwertigere Systeme wie etwa leistungsfähige Notebooks nachgefragt worden.

 

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