Vivaldi 2.0 bringt Browser-Synchronisation

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Vivaldi bietet eine Synchronisation mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und nutzt dabei nur eigene Server. Der Browser setzt mit aufgefrischter Oberfläche auf Chromium auf. Er bietet noch mehr Optionen für Power-User.

Mit dem Sprung auf die Version 2.0 wird der Webbrowser Vivaldi noch vielseitiger anpassbar und führt die seit fast einem Jahr getestete Synchronisation ein. Der Browser steht für Windows, Mac und Linux zum Download bereit. Als Mobil-Browser für Android und iOS ist Vivaldi ebenfalls geplant, aber noch nicht mit einem konkreten Termin angekündigt.

Vivaldi-CEO Jon von Tetzchner, auch als Mitgründer von Opera bekannt, nannte die Sync-Funktion gegenüber ZDNet.com als das am häufigsten nachgefragte Feature von Nutzern früherer Versionen. “Synchronisation ist ein wichtiges Feature für uns”, sagte er und erläuterte, dass damit neben der Code-Erstellung auch die Einrichtung eigener Server verbunden war. “Wir synchronisieren mehr als Chrome, und wir sorgen für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung”, sagte er.

Vivaldi-Synchronisation (Bild: Vivaldi)

Die Nutzer können wählen, welche Daten sie über ihr kostenloses Vivaldi.net-Konto zwischen verschiedenen Computern synchronisieren wollen. Zur Wahl stehen unter anderem Bookmarks, Schnellwahl-Vorgaben, gespeicherte Passwörter, Autofill-Informationen, der Verlauf eingegebener URLs, Erweiterungen und Notizen. Vivaldi Technologies verspricht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und will keine Server von Drittanbietern nutzen.

Für die Synchronisation empfiehlt Vivaldi, zusätzlich ein neues Passwort zu erstellen, auch wenn bereits ein durch Passwort geschütztes Vivaldi-Konto besteht. Das erste Passwort meldet den Nutzer beim Vivaldi-Server an, während das zweite nur für die Verschlüsselung zum Einsatz kommt, erklärte von Tetzchner dazu. “Wir wollen nicht in der Lage sein, jegliche Daten von Ihnen zu lesen. Wir sammeln keine Informationen über das, was Sie tun. Und wir versuchen nicht, ein Profil zu schaffen über Sie auf Ihrem Computer oder anderswo.”

Wie Brave und andere Browser basiert Vivaldi auf dem quelloffenen Chromium-Code und stellt daher Webseiten wie Chrome dar, verzichtet aber auf Googles proprietäre Ergänzungen. Es empfiehlt sich daher auch als Alternative für Chrome-Nutzer, deren Vertrauen in den Google-Browser schwindet. In diesem Jahr hat Vivaldi außerdem DuckDuckGo als Standard-Suchmaschine in privaten Fenstern integriert und die europäische Suchmaschine Qwant zu Liste empfohlener Suchmaschinen hinzugefügt.

Vivaldi führt über 1500 Verbesserungen seit der ersten Version des Browsers an. Viele aktuelle Neuerungen der Version 2.0 sind laut von Tetzchner “unter der Haube” zu finden. Sichtbar sind aber neue Themes, Hintergrundbilder sowie die nochmals erweiterten Möglichkeiten, den Browser entsprechend eigener Wünsche anzupassen, wie etwa die vertikale Platzierung der Tableiste oder die variable Kachelgröße in der gekachelten Ansicht. Die Entwickler bauen damit die besondere Stärke Vivaldis aus, die den Browser von Anfang an für Power-User interessant gemacht hat.

Vivaldi bietet auch einen webbasierten E-Mail-Dienst. In Vorbereitung ist aber ein in den Browser integrierter Client – “ein Mail-Client in Übereinstimmung mit dem, was wir in Opera gemacht haben”, so von Tetzchner. Dieser neue Client wird bereits intern erprobt und läuft unter der Bezeichnung M3. “Ich benutze ihn gerne”, sagte der Vivaldi-Chef. “Aber er ist noch nicht soweit. Wir wollen ihn noch ein bisschen besser haben, bevor wir ihn ausliefern.”