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Citrix-Studie: Gerät die digitale Transformation am Arbeitsplatz ins Stocken?

Von den Berufstätigen, die einen Computer nutzen, bekommen 38 Prozent noch keinerlei Cloud-Dienste von ihrem Arbeitgeber bereitgestellt, wie eine aktuelle Umfrage von Citrix zeigt. 60 Prozent der Arbeitnehmer möchten allerdings gerne mit der Cloud arbeiten. Wurden entsprechende Lösungen nicht vom Arbeitgeber bereitgestellt, haben 28 Prozent der Arbeitnehmer bereits eigenmächtig Programme installiert oder nicht freigegebene Lösungen genutzt. Für die Studie wurden im Januar 2019 1000 Arbeitnehmer aus Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten befragt, die alle Computer beruflich nutzen.

„Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen noch keine modernen Cloud-Lösungen einsetzen. Denn sie sind die Grundlage für einen intelligenten, digitalen Arbeitsplatz der Zukunft. Diese moderne Art des Arbeitens bringt nicht nur Effizienzsteigerungen und somit Einsparungen für Unternehmen, sondern auch eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter mit sich“, so Michael Heitz, Regional Vice President Germany bei Citrix. „Für alle, die jetzt noch nicht auf digitale Arbeitsplatzkonzepte setzen, wird es höchste Zeit, wenn sie ihren Mitarbeitern weiterhin eine komfortable, sichere und produktive Arbeitsumgebung auf der Höhe der Zeit bieten wollen.“

Einfach und effizient

Im Privaten ist die Nutzung von Cloud-Diensten unter den Befragten bereits stärker ausgeprägt als im beruflichen Umfeld: 34 Prozent nutzen die Cloud rein privat, acht Prozent rein beruflich und 26 Prozent für beide Zwecke. Einfache Lösungen, die sie aus dem Privatleben kennen, möchten Berufstätige auch gerne an ihrem Arbeitsplatz nutzen. Dazu zählen etwa Messenger. 31 Prozent der Belegschaft würden solche gerne nutzen, allerdings bieten nur 24 Prozent der Unternehmen diese Möglichkeit an.

Arbeitnehmer sehen durch einen digitalen Arbeitsplatz erhebliches Verbesserungspotenzial im Job. 43 Prozent der Teilnehmer der Citrix-Studie sagen, durch neue Technologie würden sie zeitlich flexibler arbeiten. Räumlich flexibleres Arbeiten sehen 44 Prozent der Befragten als Vorteil der Cloud-Nutzung. Die Hälfte denkt, dass sie durch diese Technologien effizienter arbeiten können.

Verbesserungsbedarf bei Authentifizierung

Ein essentieller Bestandteil von Cloud-Infrastrukturen ist die Sicherheit. Dabei zeigen sich laut Studie aber noch einige Probleme: so meldet sich jeder Vierte bei jedem Dienst mit verschiedenen, jeweils individuell vergebenen Zugangsdaten an. Bei 27 Prozent der Befragten gibt es Mischformen, sie melden sich bei manchen Angeboten über eine von der IT zentral bereitgestellte Single-Sign-On-Funktion an und bei wieder anderen mit separaten Passwörtern. Unternehmensweit einheitliche Authentifikationsmethoden, ein zentrales Element des Digital Workspace, sind nur bei 23 Prozent der Umfrageteilnehmer implementiert.

Arbeitnehmer werden im Zweifelsfall selbst tätig, sofern der der Arbeitgeber keine modernen Tools zur Verfügung stellt. So haben bereits 28 Prozent der Befragten auf sogenannte Schatten-IT zurückgegriffen, weil ihr Arbeitgeber keine adäquaten Lösungen bereitstellt. Das bedeutet, sie installieren auf eigene Faust an der Unternehmens-IT vorbei Lösungen oder nutzen Dienste, die sie aus dem privaten Umfeld kennen.

„Unternehmen tun sich aktuell schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Im Wettbewerb um Fachkräfte können flexible Arbeitsmodelle einen entscheidenden Vorteil darstellen, schließlich wird die Work-Life-Balance besonders für die jüngere Generation immer wichtiger. Es wird Zeit für flexible, sichere und gleichzeitig effiziente digitale Arbeitsplätze“, sagt Heitz. „Dabei ist es aber nicht damit getan, einfach irgendeine Cloud-Lösung zu kaufen. Stattdessen brauchen Unternehmen ein ganzheitliches Digital-Workspace-Konzept, das auch die Sicherheit nicht aus dem Auge verliert. Intelligente Workspace-Lösungen unterstützen dank KI und Machine Learning Nutzer nicht nur aktiv bei der Erledigung ihrer täglichen Aufgaben, sondern schlagen bei potenziell gefährlichen Aktivitäten auch direkt Alarm.“

Anja Schmoll-Trautmann

Anja Schmoll-Trautmann berichtet seit 2001 vorrangig für ZDNet.de über aktuelle Entwicklungen im Bereich Consumer Electronics, Mobile und Peripherie. Seit 2012 beschäftigt sie sich auch für silicon.de immer wieder mit Business-Hardware, Digitalisierung und Markttrends.

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