Nach Angriff auf Wasserwerk: FBI warnt vor Nutzung von Windows 7 und TeamViewer

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FBI (Bild: FBI)

Hacker greifen per TeamViewer auf ein System des Wasserwerks zu. Dabei spielte offenbar ein schwaches Passwort eine entscheidende Rolle. Außerdem setzt das Wasserwerk noch auf das nicht mehr von Microsoft unterstützte Windows 7.

Die US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation hat weitere Details zum Hackerangriff auf das Wasserwerk der Gemeinde Oldsmar in Florida bekannt gegeben. Wie die Agentur Reuters berichtet, wurde die Attacke offenbar durch den Einsatz eines veralteten Windows 7 und schwache Passwörter begünstigt. In einer Private Industry Notification warnt das FBI allerdings auch vor der Fernwartungssoftware TeamViewer.

FBI (Bild: FBI)TeamViewer wird eigentlich benutzt, um Computer aus der Ferne zu steuern und Wartungs- und Supportaufgaben zu erledigen. Eine Verbindung zu einem entfernten System erfordert ab Werk die Eingabe einer zufällig generierten numerischen ID sowie eines zufällig generierten Kennworts. Letzteres lässt sich für einen unbeaufsichtigten Zugriff durch ein eigenes Passwort ersetzen.

Reuters zufolge bestätigte das FBI nun, dass die Zugriffe auf einen Computer des Wasserwerks am vergangenen Freitag über TeamViewer erfolgten. Ein bisher nicht bekannter Hacker erhielt so die vollständige Kontrolle über das System. Einem Mitarbeiter des Wasserwerks vor Ort fiel der Einbruch auf, weil sich der Mauszeiger des Computers von selbst bewegte, während eine Einstellung einer Software für Trinkwasseraufbereitung verändert wurde. Das erlaubte es dem Mitarbeiter, die Attacke zu beenden und die Änderung unverzüglich rückgängig zu machen.

Das FBI warnt nun nicht generell vor dem Einsatz von TeamViewer, weist aber auf mögliche Gefahren von Fernwartungssoftware hin. Vor allem wenn Konten für solche Anwendungen nur durch schwache Kennwörter geschützt seien, könnten Angreifer die Konten von Mitarbeitern missbrauchen und sich Zugang zu Systemen verschaffen. In den Händen von Cyberkriminellen biete TeamViewer ähnliche Funktionen wie ein Remote Access Trojan.

Motherboard weist in dem Zusammenhang auf Kritik von Sicherheitsexperten hin. Sie richtet sich gegen Unternehmen, die TeamViewer als Ersatz für einen Remote-Arbeitsplatz benutzen. Die Software sei nicht geeignet für die Verwaltung vertraulicher Ressourcen.

Das FBI nutzte zudem erneut die Gelegenheit, vor der Nutzung von Windows 7 zu warnen. Allerdings teilte die Bundespolizei nicht mit, ob ungepatchte Sicherheitslücken oder Fehler in Windows 7 den Angriff auf das Wasserwerk begünstigten. Cyberscoop weist zudem darauf hin, dass Wasserwerke zu den öffentlichen Einrichtungen gehören, denen oftmals nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Ob das Wasserwerk in Oldsmar die von Microsoft gegen Bezahlung angebotenen erweiterten Sicherheitsupdates bezieht, ist ebenfalls nicht bekannt.

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