Categories: RechtRegulierung

Microsoft meldet Zunahme von Anfragen nach Kundendaten durch US-Behörden

US-Behörden haben 2020 bei Microsoft mehr Anträge auf Herausgabe von Nutzerdaten von Verbrauchern gestellt als in den Vorjahren. Von Juli bis Dezember waren es 5682 Anfragen, im ersten Halbjahr 5507. Somit forderten US-Strafverfolger im vergangenen insgesamt 11.189-mal Daten von Nutzern an. In den Jahren 2017, 2018 und 2019 waren es zwischen 9100 und 9400 Anträge.

Weltweit erhielt Microsoft 24.798 Anfragen im zweiten Halbjahr und 24.093 im ersten Halbjahr. Während die meisten Anfragen auf den USA kamen, belegte Deutschland immerhin den zweiten Platz, vor Großbritannien und Frankreich.

Deutsche Behörden stellten 4976 Anträge, die sich auf 7302 Nutzerkonten bezogen. 40,13 Prozent dieser Anträge wies Microsoft zurück. Zudem wurden zu 11,09 Prozent der Anfragen keine Daten gefunden. In den verbliebenen Fällen übermittelte Microsoft ausschließlich Daten, sie sich nicht auf Inhalte von Nutzern beziehen.

Separat erfasst Microsoft Anfragen, die sich auf Enterprise-Kunden beziehen. Hier zählte das Unternehmen weltweit im zweiten Halbjahr 109 Fälle. Davon wurden 69 nicht von Microsoft bedient, weil sie abgelehnt, von den Ermittlern zurückgezogen und von den Kunden selbst beantwortet wurden.

In den restlichen 40 Fällen musste Microsoft indes zumindest einige Daten herausgeben. Bei 19 Anfragen wurden zumindest einige Daten von Kunden übermittelt, bei 21 Fällen waren es Informationen, die sich nicht auf Inhalte beziehen.

Microsofts Bericht liefert aber auch aktuelle Zahlen zu Löschanfragen, unter anderem wegen Urheberrechtsverstößen oder aufgrund des Rechts auf Vergessenwerden in der EU. Zu letzterem gingen bei Microsoft 2867 Anfragen ein, 895 aus Frankreich, 539 aus Großbritannien und 460 aus Deutschland. Sie bezogen sich auf insgesamt 10.280 URLs, von denen allerdings nur 51 Prozent aus dem Suchindex entfernt wurden.

Seit Einführung des Rechts auf Vergessenwerden im Mai 2014 verarbeitete Microsoft nach eigenen Angaben 41.613 Anfragen zu 133.972 URLs. 47 Prozent dieser Anfragen wurden akzeptiert.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Microsoft weitet Verteilung des 21H1-Updates für Windows 10 aus

Die Aktualisierung geht nun automatisch an Systeme mit Windows 10 Version 2004. Deren Versorgung mit…

14 Stunden ago

Intel schafft neue Geschäftsbereiche für Accelerated Computing und Software

CEO Pat Gelsinger konzentriert sich stärker auf High Performance Computing und Grafiktechnologien für Rechenzentren. Neu…

17 Stunden ago

Mit Customer Analytics zu erfolgreicher Kundenbindung – 3 Use Cases

Dass Daten heutzutage eine der wichtigsten Ressourcen für Unternehmen sind, ist unbestritten. Besonders viel Potenzial…

18 Stunden ago

EU-Kommission leitet neue Kartelluntersuchung gegen Google ein

Es geht um möglicherweise wettbewerbsfeindliches Verhalten im Bereich Online-Dienste. Google soll möglicherweise bestimmte Nutzerdaten Dritten…

19 Stunden ago

Forscher reduzieren Größe von Quantencomputern

Ein an der Universität Innsbruck entwickeltes System passt in ein herkömmliches Server-Rack. Es arbeitet auch…

2 Tagen ago

Nach Ransomware-Angriff: 700 GByte Daten des Speicheranbieters Adata

Die Daten sind nur vorübergehend öffentlich verfügbar. Der Filehoster Mega sperrt das zugehörige Konto. Hinter…

2 Tagen ago