Schwedische Behörden fordern EU-weite Regulierung für Bitcoin-Mining

Regulierung
Bitcoin (Bild: Shutterstock/Julia Tsokur

Sie sehen im Energieverbrauch bei der Produktion von Kryptowährungen eine Gefahr für die Einhaltung der Klimaziele. Das Cryptomining benötigt pro Jahr in Schweden so viel Strom wie 200.000 Haushalte.

Schwedische Behörden fordern eine EU-weite Regulierung für Bitcoin-Mining. Ihrer Ansicht nach bedroht der hohe Energieverbrauch das Ziel das Pariser Klimaabkommens, die globale Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen.

In einem offenen Brief an die Europäische Union warnen die Direktoren der schwedischen Finanzaufsicht sowie der schwedischen Umweltagentur, Erik Thedéen und Björn Risinger, dass das Mining von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum einen Anstieg des Energiebedarfs in Schweden im Bereich von mehreren Hundert Prozent ausgelöst habe.

Das Mining belaste zudem zunehmend die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen. Diese Energie werden jedoch dringend benötigt, um beispielsweise die Klimaneutralität der Stahlproduktion zu erreichen und die Elektrifizierung des Transportsektors voranzutreiben.

Nordeuropäische Staaten wurden zu einem beliebten Standort für das Mining von Kryptowährungen, nachdem China jegliche Aktivitäten rund virtuelle Währungen bis hin zum Betrieb von Börsen für den Wechsel von Kryptowährungen verboten hatte. Dort werden Energiepreise und niedrige Steuersätze als Standortvorteile gewertet.

Dem offenen Brief zufolge wird für das Mining von Bitcoins in Schweden derzeit rund eine Terawattstunde Strom pro Jahr benötigt – was ausreichend sei, um 200.000 Haushalte mit Energie zu versorgen. “Derzeit ist es möglich, ein mittelgroßes Elektroauto 1,8 Millionen Kilometer weit mit der gleichen Energie zu fahren, die für das Mining eines einzigen Bitcoins benötigt wird”, heißt es. “Das entspricht vierundvierzig Runden um den Globus. Täglich werden neunhundert Bitcoins geschürft. Das ist keine vernünftige Nutzung unserer erneuerbaren Energien.”

Als Mittel der Regulierung schlagen die beiden Behördenleiter unter anderem Steuern auf das Mining von Kryptowährungen vor. Auch soll besser auf die Auswirkungen und Belastungen für die Umwelt hingewiesen werden. Sie gehen allerdings davon aus, dass solche Maßnahmen des Problem nicht kurzfristig lösen können. Deswegen fordern sie ein Verbot für energieintensive Verfahren für die Produktion von Kryptowährungen.

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