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Neue Android-Malware umgeht Multifaktor-Authentifizierung

Forscher von F5 Labs haben eine neue Schadsoftware für Googles Mobilbetriebssystem Android entdeckt. Sie ist in der Lage, eine Multifaktor-Authentifizierung zu umgehen, um Kennwörter sowie Details zu Bankkonten und Kryptowährungsgeldbörsen zu stehlen.

Darüber hinaus kann die als Mali-Bot bezeichnete Malware auch Textnachrichten ausspähen, Screenshots aufzeichnen und auf Browser-Cookies zugreifen. Verbreitet wird MaliBot über Phishing-Nachrichten, die meist als SMS auf den Geräten potenzieller Opfer landen. Sie werden dazu verleitet, auf einen Link zu klicken, der schließlich die Malware auf ihr Gerät herunterlädt.

Bisher fanden die Forscher zwei Website, die MaliBot zum Download bereithalten. Bei einer Seite handelt es sich um die Fälschung einer legitimen Tracker-App für Kryptowährungen mit mehr als einer Million Downloads in Googles Play Store.

MaliBot verbreitet sich selbst per SMS

Wie die meisten derartigen Schadprogramme benötigt auch MaliBot den Zugriff auf die Android-Bedienungshilfen, um seine Aufgaben ausführen zu können. Wird dieser gewährt, überlagert die Malware legitime Anfragen zur Anmeldung bei einem Nutzerkonto mit einem Overlay, sodass Nutzer einen Betrugsversuch nicht mehr erkennen können. Diese Technik setzt MaliBot beispielsweise ein, um eine Mehrfaktor-Authentifizierung für eine Kryptowährungsgeldbörse auszuhebeln – und Kryptogeld zu stehlen.

MaliBot ist aber auch in der Lage, SMS-Nachrichten zu verschicken. Diese Funktion setzt das Schadprogramm ein, um sich zu verbreiten und andere Nutzer zu infizieren. Dieser Taktik verdankt auch die FluBot-Malware ihren großen Erfolg.

Derzeit nimmt MaliBot offenbar ausschließlich Kunden von Geldinstituten in Spanien und Italien ins Visier. Die Forscher gehen aber davon, dass die Hintermänner im Lauf der Zeit weitere Ziele beziehungsweise Ländern hinzufügen werden. Generell sei MaliBot in der Lage, die vollständige Kontrolle über ein Gerät zu übernehmen und auch Aufgaben Abseits den Finanzbetrugs auszuführen.

Um sich vor einer Infektion mit Malibot und ähnlicher Malware zu schützen, sollten keine Anwendungen herunterladen und installieren, die ihnen über einen Link in einer SMS oder Textnachricht angeboten wurden. Stattdessen sollten sie sich auf legitime Quellen wie den Google Play Store beschränken.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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