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Update mit neuen Funktionen: Android-Trojaner Brata erreicht Europa

Forscher des italienischen Cybersicherheitsanbieters Cleafy warnen vor einer neuen Variante des Android-Trojaners Brata. Die ursprünglich für Brasilien entwickelte Banking-Malware verfügt zudem über neue Funktionen für den Zugriff auf Standortdaten und das Senden und Empfangen von SMS. Zudem wurden die für den Bankbetrug benötigten Phishing-Seiten an europäische Banken angepasst.

Für das Senden und Empfangen von SMS kommt einen zusätzliche schädliche App zum Einsatz, die Code vom Brata-Trojaner benutzt. Die Forscher von Cleafy gehen davon aus, dass die App in erste Linie Adressbücher von Geräten in Großbritannien, Italien und Spanien ausspähen soll. Zu dem Zweck fordert sie Nutzer auf, die Standard-App für Nachrichten zu ändern, inklusive der SMS-Nachrichten, die Einmalpasswörter oder Codes für eine Zweifaktorauthentifizierung enthalten.

Darüber hinaus weisen die Forscher darauf hin, dass die Hintermänner sich nur über einen Zeitraum von wenigen Monaten auf bestimmte Banken konzentrieren, um dann anschließend die Kunden von anderen Geldinstituten ins Visier zu nehmen. „Der Modus Operandi passt nun in das Aktivitätsmuster der Advanced Persistent Threats (APT). Mit diesem Begriff wird eine Angriffskampagne beschrieben, bei der Kriminelle eine langfristige Präsenz in einem Zielnetzwerk aufbauen, um sensible Informationen zu stehlen“, so die Forscher.

„Die Bedrohungsakteure, die hinter BRATA stehen, nehmen jeweils ein bestimmtes Finanzinstitut ins Visier und ändern ihren Fokus erst dann, wenn das anvisierte Opfer beginnt, konsequente Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dann ziehen sie sich aus dem Rampenlicht zurück, um mit einem anderen Ziel und anderen Infektionsstrategien zurückzukehren.“

Das Brazilian Remote Access Tool, Android (Brata) ist mindestens seit 2019 im Umlauf. Ursprünglich als reine Spyware konzipiert, entwickelten die Hintermänner die Schadsoftware zu einem Banking-Trojaner weiter. Brata ist auch dafür bekannt, die Funktion für das Zurücksetzen eines Geräts auf die Werkseinstellungen zu nutzen, um seine Spuren zu verwischen.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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