Oliver Schröder

ist Vice President Sales DACH bei Informatica.

Data & Storage

Daten 4.0: Eine neue 360-Grad-Perspektive mit Stammdatenmanagement

Unternehmen, die Data 4.0 einführen, möchten die Beziehungen zwischen verschiedenen Stammdatenbereichen verstehen und in der Lage sein, Transaktions- und Interaktionsdaten mit Stammdaten zu verknüpfen. Damit erhalten sie eine 360-Grad-Sicht auf die gesamte Organisation.

Die Menge an Daten wuchs im letzten Jahrzehnt exponentiell. Während der Data 1.0 Periode wurden Daten verwendet, um bestimmte Anwendungen zu betreiben. Diese wiederum verwalteten die Stammdaten eines Unternehmens. In der Data 2.0 Phase unterstützen Daten unternehmensweite Geschäftsprozesse. Dank entsprechender Tools für die Stammdatenverwaltung (Master Data Management, MDM), um die Konsistenz der Stammdaten über die Anwendungen hinweg zu gewährleisten. Bei Data 3.0 entwickelte sich MDM von reinen Tools zu kompletten Lösungen, die eine 360-Grad-Ansicht auf einzelne MDM-Domänen bieten. Dazu gehören beispielsweise Kunde 360, Produkt 360, Lieferant 360, Referenz 360 und andere.

Mittlerweile tauchen wir bereits in die Data 4.0-Welt ein. Diese zeigt uns, dass die Anforderungen an einen organisationsübergreifenden Kontext für Daten und Entscheidungen kontinuierlich ansteigen. Unternehmen, die Data 4.0 einführen, möchten die Beziehungen zwischen verschiedenen Stammdatenbereichen verstehen und in der Lage sein, Transaktions- und Interaktionsdaten mit Stammdaten zu verknüpfen. Damit erhalten sie eine 360-Grad-Sicht auf die gesamte Organisation. Der Ansatz ermöglicht auch tiefe Einblicke und einen umfassenden Kontext, den keine einzelne Domäne abbilden kann. Diese Perspektive nennt sich Business 360.

Warum gerade jetzt Business 360?

Moderne Organisationen müssen mit einer zunehmenden Komplexität und einem schnellen Wandel umgehen. Sie müssen Kundenakquise und -bindung, Lieferketteneffizienz und Resilienz mit maximaler Rentabilität und Liquidität in Einklang bringen. Dies lässt sich jedoch nicht isoliert realisieren: Unternehmen müssen auch die Zusammenhänge und Wechselbeziehungen zwischen Entscheidungen und Aktionen verstehen. Wenn Analyse und Aktion in einem Silo stattfinden, riskieren Unternehmen, dass sie zwar einen Bereich optimieren, dies aber zu Lasten anderer Prioritäten geht.

Schaut das Marketing beispielsweise nur auf die von Kunden gekauften Produkte – und über welche Kanäle der größte Absatz stattfindet –, um das passende personalisierte Angebot zu identifizieren, können sie möglicherweise bereits ausverkaufte Artikel empfehlen. Der Kunde hat nicht die beabsichtigte positive Erfahrung, sondern ärgert sich im Gegenteil über die Empfehlung. Das Ergebnis könnten eine geringere Loyalität, Kundenbindung und Rentabilität sein. Eine fundierte Marketing-Entscheidung sollte auch die Produktverfügbarkeit, schnelle Lieferfähigkeit und die finanziellen Auswirkungen insgesamt berücksichtigen.

Ziel ist es, jeden Unternehmensbereich mit den Daten zu versorgen, die Anwender und Prozesse benötigen, um ihre Arbeit zu erledigen. Eine Business 360 Strategie erstellt vertrauenswürdige Ansichten auf jeden Datenbereich, verknüpft die einzelnen Bereiche miteinander und liefert einzigartige Daten-Perspektiven für verschiedene Geschäftsfunktionen und Anwendungen. Business 360 kombiniert eine Reihe von Domänen und Instanzen mit zusätzlicher Intelligenz und stellt sie für jede Funktion innerhalb einer 360-Anwendung zur Verfügung, um die Daten für diese Funktion zu verwalten. Das Mantra Business 360: Daten kontextualisieren und für das Unternehmen nutzbar machen.

Ein Business 360 entwickeln

Daten über Kunden, Produkte und Lieferanten befinden sich in einer Reihe von Systemen und Quellen, sie sind teilweise nicht vollständig und ungenau. Master Data Management-Funktionen unterstützen beim Konsolidieren, Bereinigen, Standardisieren und Anreichern unterschiedlicher Datenbereiche. Machine Learning hingegen hilft dabei, die Beziehungen zwischen Stamm-, Transaktions- und Interaktionsdaten abzuleiten. Diagrammfunktionen verknüpfen hingegen alle Datenpunkte miteinander. Damit können Unternehmen die Auswirkungen potenzieller Entscheidungen und Aktionen besser abschätzen.

Vorteile von Business 360

Business 360 bringt eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören:
• Verbesserte Kundenbindung, Loyalität und Rentabilität
• Optimierte Kontinuität, Belastbarkeit und Flexibilität der Lieferkette
• Erhöhte Konversionsraten bei Produkten, größere Warenkörbe und gesteigerte Rentabilität
• Beschleunigte Finanzkonsolidierung und schnellere Berichterstattung
• Genauere Prognosen, Planung und Analysen

Unternehmen zukunftssicher machen

Der Umfang, die Komplexität und die Bedeutung von Daten werden weiterhin zunehmen, wenn die Reise in Richtung Data 4.0 weitergeht. Ein Business 360 verspricht ein besseres Kundenerlebnis, optimierte Lieferketten, einen erweiterten digitalen Handel sowie ein optimiertes Finanzmanagement.

Um dies zu erreichen, ist es entscheidend, die Daten unternehmensweit zu einer durchgängigen 360-Grad Sicht zu verknüpfen. Teilmengen der Daten aus verschiedenen Bereichen lassen sich dann an Mitarbeiter und Applikationen im Kontext einer spezifischen Aktivität oder Prozess zur Verfügung stellen. Sie benötigen einen vertrauenswürdigen Partner, der innovative Technologie bietet und ihnen hilft, die Zeit bis zur Wertschöpfung zu verkürzen, die Betriebskosten zu senken, die Kapitalrendite zu erhöhen und das Ausführungsrisiko zu reduzieren. Das Ergebnis ist ein Unternehmen, das informiertere Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen kann – und damit seine Wettbewerbsfähigkeit sichert.