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Die Bremsklötze der Digitalisierung: Insellösungen

Sie kennen das Problem: Im Rahmen der Digitalisierung wird die Forderung nach “alles in Echtzeit” immer lauter. Und wenn schon nicht in Echtzeit, dann soll es zumindest schnell gehen. Nicht nur in der IT, zum Beispiel bei der Bereitstellung von Ressourcen wie Servern und Datenbanken, sondern auch bei Geschäftsprozessen wie dem Monatsabschluss, der Administration hinter Neueinstellungen und so weiter.

IT an sich kann schnell sein, je nach Rechenpower und sonstiger IT-Ressourcenlage. Ausgebremst wird sie aber häufig durch fragmentierte, heterogene IT-Landschaften und Fachprozesse, die aufgrund von länderspezifischen oder anderen Gegebenheiten ebenfalls in Silos ablaufen.

Die Brücke zwischen Silo A und Silo B schlägt in der Regel der fleißige IT-Mitarbeiter oder wahlweise ein Tool, was aber wiederum nur schlecht mit anderen Tools zusammenarbeitet. Wenn noch die Silos C bis Z hinzukommen, strebt die Geschwindigkeit gegen Null und es hagelt Beschwerden von der Fachseite. Viele Unternehmen erhöhen dann ihren Automatisierungsgrad, können aber wiederum nur innerhalb der Silos automatisieren, was die Situation am Ende nicht wesentlich verbessert.

(Bild: Shutterstock/Rasica)

Um den Anforderungen der Fachseite zu genügen und Daten schneller bereitzustellen muss also durchgängig automatisiert werden, was auch die Fehlerquote und das Ausfallrisiko senkt. Aber für Fachabteilungen müssen neue Ideen auch schnell in neue Prozesse umgesetzt werden, wozu die Automatisierung des Bereitstellungs- und Implementierungsprozesses notwendig wäre.

Die Methoden und Prozesse dafür verbreiten sich in letzter Zeit rasant, sind aber häufig wieder andere Tools, als die für die Automatisierung der Geschäfts- und IT-Prozesse. Am Ende arbeitet die IT mit mehreren Tools. Sie ist dann möglicherweise schneller, mit Sicherheit aber auch fehleranfälliger und stärker abhängig von den Kollegen, die dieses oder jenes Tool beherrschen.

Automatisierung an sich bringt einen am Ende der Echtzeit also auch nicht viel näher. Es sei denn, es passiert alles über eine übergreifende und integrative Automatisierungsplattform, die zum einen mit möglichst vielen Tools und Systemen zusammenarbeitet und Silogrenzen überwindet und zum anderen die Prozesse transparent macht, so dass die IT zu jeder Zeit weiß, was passiert und wenn es nicht passiert, warum nicht.

Dann, ja dann wäre man wirklich wesentlich schneller als heute. Entwickler würden sich ihre Testumgebung im Self Service schnell selbst zusammenstellen und Fachbereiche die Verkaufszahlen durch Self Services anfordern. Falls doch mal ein Fehler auftreten würde, so könnte man in den meisten Fällen auf Knopfdruck alles rückgängig machen. Und alles ohne dass die IT-Abteilung Zeit investieren muss.

Ich glaube, dass vielen noch gar nicht klar ist, wie weit der Automatisierungsgrad zunehmen muss, um die wachsende Zahl von Aufgaben zeitnah und gleichzeitig mit den vorhandenen Ressourcen und Budgets zu stemmen. Bei IoT stehen wir noch ganz am Anfang, allein diese Technologie wird zu einem Anstieg an Daten und abzuwickelnden Prozessen führen, die wir heute noch nicht absehen können. Deshalb glaube ich, dass die Zeit für Insellösungen gleich welcher Art vorbei ist. Was denken Sie?

Anja Schmoll-Trautmann

Anja Schmoll-Trautmann berichtet seit 2001 vorrangig für ZDNet.de über aktuelle Entwicklungen im Bereich Consumer Electronics, Mobile und Peripherie. Seit 2012 beschäftigt sie sich auch für silicon.de immer wieder mit Business-Hardware, Digitalisierung und Markttrends.

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