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Die richtige Konnektivitäts-Option für IoT-Projekte

Eine aktuelle Umfrage von Harvard Business Review Analytic Services kommt zu dem Ergebnis, dass 52 Prozent der Unternehmen planen, neue Services auf Basis des Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) einzuführen. 44 Prozent wollen damit auch ihr Geschäftsmodell ändern. Gegenwärtig sieht es jedoch so aus, dass viele Unternehmen noch in den Startlöchern feststecken.

Zustandsüberwachung mit Sensoren und intelligenten Systemen. Eine wichtige Frage bei IoT bilden aber auch die Verbindungen, über die die Daten ausgelesen werden. (Bild: Schaeffler)

Was bremst Firmen und Behörden derzeit noch aus? Die Führungskräfte wünschen sich zunächst ein klares Verständnis darüber, wie die Komponenten einer IoT-Lösung zusammenpassen. Sie beklagen sich darüber, dass viele Anbieter sofort in technische Diskussionen und Detailerörterungen verfallen. Was also benötigt wird, ist eine Expertenanleitung für Führungskräfte.

Eine wichtige Entscheidung betrifft die Anbindung beziehungsweise Konnektivität des IoT-Projekts – sie ist sozusagen der heimliche Held einer IoT-Strategie. Es gibt eine Reihe von Schlüsselfragen, wenn es um IoT-Konnektivität geht:

  • Ist die geplante Lösung die kostengünstigste Variante? Das Ziel des Projekts sollte erreichbar bleiben und da ist eine schlechte Konnektivität am falschen Ende gespart.
  • Wie komplex ist die Inbetriebnahme der Lösung?
  • Unterstützt die Lösung Mobility? Einige Optionen sind voll und ganz ausreichend, wenn es um das Einrichten einer Lösung an einem einzelnen Standort eingeht. Wer mit mobilen oder abgelegen installierten Geräten arbeitet, benötigt eine dazu passende Lösung.
  • Gibt es Wahlmöglichkeiten bei der Servicequalität? Garantien wird kaum ein Anbieter geben. Bei mehreren Optionen wird das Auftreten von Interferenzen und Latenzproblemen weniger wahrscheinlich und der Anwender erhält eine zuverlässige Leistung.
  • Spielt die Batterielebenszeit der Geräte eine Rolle? Einige Devices sind sehr klein oder schwierig zu warten, wodurch die Batteriekapazität beschränkt ist. In einer solchen Situation wird ein Netzwerk benötigt, das für maximale Batterielebensdauer sorgt.

Um eine Entscheidung für die richtige Konnektivität zu treffen, gibt es die folgenden Bewertungen der verfügbaren Optionen:

Beste Option für eine umfassende globale Abdeckung: Satellit

Ein Satellitennetzwerk unterstützt bei der Datenübertragung in praktisch jeden Winkel der Erde. Kein anderes Netz bietet eine so vollständige Abdeckung. Die Qualität kann durchaus hoch sein, aber die Satellitenlösung ist zugleich die kostspieligste Option und bisweilen komplex bei der Einrichtung. Die Wahrscheinlichkeit von hoher Latenz und Verzögerungen sowie geringer Batterielebensdauer sind ebenfalls hoch. Aus diesen Gründen ist der Satellit häufig eine Fallback-Lösung für Geräte, die außerhalb der Reichweite des primären Netzes liegen.

Bester Allrounder: Mobilfunk

Mobilfunk ist meist die beste Antwort, wenn Mobilität national und regional gefordert wird. Nationale Anbieter verfügen über die erforderliche Abdeckung und den für die Einrichtung eines IoTs benötigten Service. Auch können sie im Normalfall das IoT-Netzwerk als Overlay des bestehenden LTE-Mobilnetzes betreiben. Das bedeutet, es besteht Abdeckung der IoT-Devices überall dort, wo Provider mobile Dienste anbieten.

Mobilfunk ist auch eine gute Option bei der Frage globaler Konnektivität. Schließlich befinden sich einzelne Geräte den Großteil ihrer Lebensdauer im Bereich eines Mobilfunknetzes. Darüber hinaus besteht immer die Möglichkeit, die Satellitenverbindung als Backup für entlegene Orte zu nutzen. Die meisten der großen Netzbetreiber bieten umfassende Roaming-Vereinbarungen an. Insgesamt steht Mobilfunk für gute Servicequalität und lange Batterielebensdauer. Da aktuell Schmalband-IoT-Netzwerke auf den Markt drängen, wird sich die Batterieleistung noch verbessern.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei entlegenen Standorten: LPWA ohne Lizenz

Low-Power-Wide-Area-Technologien (LPWA) wie LoRA Alliance und SIGFOX sind durchaus eine Option, wenn Abdeckung auch an entlegenen Orten benötigt wird. Hierbei werden weniger Basisstationen als bei Mobilfunk eingesetzt. Somit ist die Technologie besser geeignet für die Nutzung an entlegenen Orten. LPWA verbessert außerdem die Batterielebensdauer, denn es handelt sich um eine asynchrone Technologie, bei der die Devices sich nicht permanent beim Netzwerk melden müssen.

Allerdings können bei LPWA Interferenzprobleme auftreten, da man sich hier in einem lizenzfreien Spektrum bewegt. Für kritische Installationen ist diese Technologie also keine Option. LPWA kommt häufig parallel zur Mobilfunktechnik zum Einsatz, um die Abdeckung auf entlegene Standorte auszuweiten, bei denen es nicht so sehr auf Service-Qualität ankommt.

Beste Kosten (wenn nur lokales Deployment gefordert ist): Freie drahtlose Vernetzung

Handelt es sich um eine lokale IoT-Anwendung? Ein kleines Einzelhandelsgeschäft beispielsweise kann mit WLAN oder Bluetooth IoT-Daten erfassen. Für größere Installationen ist freies drahtloses Vernetzen ungeeignet – oder erfordert zumindest Mobilität. Auch können Probleme mit Interferenzen die Anzahl integrierbarer Devices beschränken.

Lobende Erwähnung: Festnetz

In Gesprächen über IoT wird die Option Festnetz häufig ignoriert. Das Festnetz ist sicher und die Batterielebensdauer spielt keine Rolle, weil die Geräte an eine Stromquelle angeschlossen werden können. Aber auch wenn ein Festnetz vorhanden ist, erweist sich die drahtlose Variante häufig als anwendungsfreundlicher.

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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