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Das Team der deutschen Gartner Analysten bloggt für Sie über alles was die IT-Welt bewegt. Mit dabei sind Christian Hestermann, Frank Ridder, Bettina Tratz-Ryan, Christian Titze, Annette Zimmermann, Jörg Fritsch, Hanns Köhler-Krüner und Meike Escherich.

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Gartner CIO Agenda 2018

Die Digitalisierung verändert die Rolle und die Aufgaben des CIOs. IT-Services zur Verfügung zu stellen bleibt wichtig – aber die digitale Transformation und die damit verbundenen Unternehmensziele werden immer wichtiger.

Die Digitalisierung verändert die Rolle und die Aufgaben des CIOs. IT-Services zur Verfügung zu stellen bleibt wichtig – aber die digitale Transformation und die damit verbundenen Unternehmensziele werden immer wichtiger. In der CIO Agenda 2018 hat Gartner untersucht, wie CIOs in der DACH-Region ihre Rolle und ihr Führungsverhalten an diese neuen Anforderungen anpassen sollten.

Aus der Befragung ergeben sich vier Schritte:

1. Der Disruption einen Schritt voraus

Auf die Frage nach ihren Prioritäten für die kommenden zwei Jahre nannten die CIOs aus der DACH-Region am häufigsten Digital Business (33 Prozent) sowie Wachstum (31 Prozent). Verbesserungen bei der Profitabilität und Kundenfokus folgen auf dem dritten und vierten Platz. Das entspricht den Prioritäten der weltweit leistungsfähigsten Unternehmen. Eine Besonderheit ist, dass die Bereiche Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auf dem achten Platz des Prioritäten-Rankings landen, höher als in anderen Regionen.

Trotz des hohen Fokus auf Wachstum und Digital Business gibt es in vielen Unternehmen jedoch noch eine Art „Mauer“ zwischen digitalen Experimenten, Pilotprojekten und Initiativen, die ein skalierbares digitales Geschäft ermöglichen. CIOs müssen ihren Beitrag dazu leisten, diese Mauern einzureißen und Geschäftsmodelle zu transformieren.

Um die Digitalisierung und das Wachstum zu beschleunigen, sollten CIOs in der DACH-Region außerdem ihren Kundenfokus stärken, indem sie zur Produkt- und Service-Innovation beitragen und Mergers & Acquisitions sowie die globale Expansion ihres Unternehmens unterstützen.

Gartner: CIO-Agenda (Bild: Gartner)

2. Das Maximum aus dem IT-Budget herausholen

Für die IT-Budgets erwarten die Befragten aus der DACH-Region ein durchschnittliches Wachstum von 2,1 Prozent im Jahr 2018, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern gibt: Die Erwartung liegt in Deutschland bei 3 Prozent, in Österreich bei 2,5 Prozent und in der Schweiz bei 1,1 Prozent. Alle Teilregionen liegen damit jedoch unter dem EMEA-Durchschnitt (3,2 Prozent) und weit unter dem Wachstum, das die Top-Performer unter den befragten Unternehmen erwarten (4,8 Prozent).

Mit Blick auf die eher begrenzten Budgets sollten CIOs in der DACH-Region ihr Investitionsportfolio im Technologiebereich sehr sorgfältig an die wichtigsten Geschäftsprioritäten anpassen und diese Ausrichtung regelmäßig überprüfen.

Gartner: CIO-Agenda (Bild: Gartner)

3. Die Aufgaben des CIO neu definieren

CIOs rechnen damit, dass sich ihre Aufgaben durch die Digitalisierung verändern werden. 64 Prozent der CIOs aus der DACH-Region übernehmen Verantwortung außerhalb der IT. Das ist ein geringerer Prozentsatz als bei den Top-Performern weltweit (84 Prozent), zudem berichten CIOs aus der DACH-Region unterdurchschnittlich häufig direkt an den CEO und sind stattdessen häufiger dem CFO zugeordnet.

Zu den Aufgaben, die CIOs außerhalb der IT übernehmen, gehören insbesondere die eines Chief Digital Officers, sowie die Verantwortung für Innovation und Enterprise-Change – die meisten davon noch mit starkem Technologiebezug und weniger stark ausgeprägter Business-Orientierung.

Um dem Wandel ihrer Rolle durch die Digitalisierung gerecht zu werden, sollten CIOs in der DACH-Region aktiv Gelegenheiten suchen, Verantwortung außerhalb der IT zu übernehmen und ihren Beitrag zu Strategieentwicklung oder Risikomanagement zu leisten. Auch die Ziele der DACH-CIOs sind bislang noch stark an die IT-Performance gebunden. Die Entwicklung der CIO-Rolle erfordert es jedoch, dass sie sich künftig auch stärker an Kennzahlen auf Basis des Geschäftserfolgs messen lassen.

Gartner: CIO-Agenda (Bild: Gartner)

4. Live your new Job

93 Prozent der CIOs aus den Top-Unternehmen weltweit geben an, dass ihre Organisationen durch die Digitalisierung offener und anpassungsfähiger für Veränderungen geworden sind. Dem stimmen 82 Prozent der CIOs aus der DACH-Region zu. Diese Offenheit macht es den CIOs leichter, die IT-Organisation aufzubauen, die sie für ein skalierbares Digital Business benötigen.

Dazu gehört auch die Identifikation und Investition in neue Technologien, die das Potenzial haben, neue Einkommensquellen zu eröffnen oder dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. CIOs in der DACH-Region investieren in oder experimentieren mit einer Reihe solcher Technologien: von 3D-Druck über Virtual Reality, smarte Roboter und Digital Twins bis zu autonomen Fahrzeugen. Hier können sie gut mit den Top-Performern weltweit mithalten. Bei Technologien in den Bereichen Digital Security, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz oder Blockchain entsprechen ihre Pläne eher denen des Durchschnitts als dem der leistungsfähigsten Unternehmen.

Gartner: CIO-Agenda (Bild: Gartner)

Als Schwerpunkt bei den kommenden IT-Investitionen sehen die CIOs aus der DACH-Region insbesondere die Bereiche Business Intelligence und Analytics, Digitalisierung und digitales Marketing sowie Cloud-basierte Dienste und Lösungen. Gartner empfiehlt, die Modernisierung von Legacy-Applikationen und -Systemen voranzutreiben und die
Investitionen in die neue Generation der IT zu erhöhen. Mit fokussierten Investitionen in Cybersecurity sowie Business Intelligence und Analytics können CIOs die Grundlage legen, um das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz erfolgreich im Unternehmen einzusetzen.

Für die CIO Agenda 2018 hat Gartner mehr als 3.000 CIOs in 98 Ländern befragt, darunter 129 CIOs aus der DACH Region.

Über den Autor:
Gartner: Ansgar Schulte (Bild: Gartner)Ansgar Schulte ist Research Director im CIO- und Midsize Enterprise Research-Team von Gartner. Herr Schulte ist ehemaliger CIO und Technologiemanager mit mehr als 27 Jahren Erfahrung in verschiedenen Branchen und in einem komplexen, internationalen Geschäftsumfeld. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen CIO, IT-Führung, transformativer Unternehmenswandel mit erheblichen Auswirkungen auf die IT, einschließlich Fusionen, Übernahmen und Veräußerungen, IT-Governance und strategische Herausforderungen der IT.