Interview: Die intelligente IT-Fabrik

Was ist ein Brand Voice ?

Olaf Herbig ist CIO des weltweit tätigen IT-Dienstleisters Freudenberg IT (FIT) aus Weinheim. In dieser Rolle ist er sowohl für die Weiterentwicklung der Systemlandschaft im Sinne der FIT Kunden als auch für die Digitalisierung im eigenen Unternehmen verantwortlich. Im Interview beschreibt er die aktuellen Herausforderungen und erläutert die Schnittmengen seiner unterschiedlichen Aufgabengebiete.

Herr Herbig, was macht Ihren Job besonders reizvoll?

Unsere Aufgabe ist es, den Kunden laufend neue Impulse für Innovationen und die Weiterentwicklung ihrer IT-Landschaft zu geben – und das bei absoluter Stabilität und Zuverlässigkeit der Systeme. Das ist ein schmaler Grat, der nicht einfach zu meistern ist, aber eine Herausforderung, die viel Spaß macht.

Welche Rolle spielt dabei die interne IT der FIT?

Eine sehr wichtige. Unsere Kunden erwarten Innovation von uns, deshalb müssen wir uns auch intern mit den neuesten technologischen Themen auseinandersetzen. Dabei gilt es, hier genau den gleichen Anspruch an Stabilität anzulegen, wie wir dies bei jedem Kunden auch tun, denn ohne eine optimierte und stabile Basis für unsere internen Prozesse können wir den Service am Kunden auch nicht bedienen.

Olaf Herbig, ist Global CIO beim IT-Dienstleister Freudenberg IT (Bild: Freudenberg IT)
Olaf Herbig, ist Global CIO beim IT-Dienstleister Freudenberg IT (Bild: Freudenberg IT)

Was beschäftigt Sie derzeit am intensivsten?

Wir haben im vergangenen Jahr eine Plattform an den Start gebracht, in der wir für die Steuerung unserer internen und auch der Prozesse mit Kunden drei Komponenten zusammenbringen: ServiceNow, SAP und Microsoft. Das ist aus unserer Sicht eine Blaupause für die Zukunft: Best of Breed so bündeln, dass die Anwender eine Plattform aus einem Guss erleben.

ServiceNow ist ein System für das IT Service Management. Welche Rolle spielen in diesem Dreiklang Microsoft und SAP? Und was ist neu an Ihrem Projekt?

ServiceNow kommt zwar aus der ITSM-Ecke, ist aber eine Enterprise-Plattform, die ganz vielfältige Prozesse abbilden kann und die derzeit im Bereich der eigenen Funktionen und auch im Markt insgesamt rasant wächst. Für den Service gegenüber unseren Kunden brauchen wir natürlich ein Ticketsystem, dafür nutzen wir ServiceNow. Neu für unsere Mitarbeiter ist nun, dass ein automatischer Datenaustausch zwischen den Systemen stattfindet, wenn ein Ticketprozess in Gang gesetzt und bearbeitet wird.

Das ist allerdings erst der Anfang. Wir bewegen uns mit dieser Enterprise-Plattform und der Kombination von ServiceNow und SAP hin zu einer intelligenten IT-Fabrik, die sich über eine zentrale Oberfläche selbst konfigurieren lässt. Der Kunde braucht in den nächsten Tagen mehr Speicherkapazität und Rechenleistung? Dann wird er dies selbst per Mausklick anfordern können. Die Anforderung wird umgesetzt, und im Hintergrund laufen automatisch die angeschlossenen Prozesse in ServiceNow und SAP. Unsere Mitarbeiter bearbeiten ihrerseits und entlang von bereits fertig definierten Workflows die Prozessschritte in der Plattform. Wichtig ist, dass bei aller Flexibilität die IT-Prozesse jederzeit sicher und stabil funktionieren.

In welchen Bereichen der FIT läuft diese Plattform bisher?

In allen. Und überall. Wir haben unsere globalen Systemlandschaften, etwa in den USA, in Mexiko, in China und in Deutschland, miteinander gekoppelt und nahezu sämtliche Systeme abgeschafft, die bislang diese Aufgaben regional erfüllt haben. Als globaler IT-Dienstleister agieren wir für unsere Kunden mit einem weltweit einheitlichen System.

Und wie geht es weiter?

Wir haben derzeit circa 35.000 Endanwender auf unserer Plattform und werden das Projekt bis Ende des Jahres abschließen. Nächster Schritt – und da schließt sich der Kreis zu Ihrer Eingangsfrage – ist dann, dass wir die Plattform auch als Lösung vertreiben, also anderen Unternehmen anbieten wollen. Das Interesse dafür ist bereits sehr groß. Die Digitalisierung mit all ihren Aufgaben und der Trend hin zu heterogenen Cloud-Landschaften sorgt hier für einen Bedarf, der aus unserer Sicht bisher nur unzureichend gedeckt wird.
Unserem Motto „We change the way of work” bleiben wir dabei treu.

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Über Olaf Herbig:
Olaf Herbig ist Global CIO beim IT-Dienstleister Freudenberg IT