Wecken Sie Ihre Daten aus dem Dornröschenschlaf

Was ist ein Brand Discovery ?

Daten sind die zukünftigen Wachstumshebel, vorausgesetzt man hat eine gute Datenstrategie

Das Aufkommen einer neuen Generation von Tools zur Datenanalyse ermöglicht es Unternehmen, die Auswirkungen, die bestimmte Elemente auf sie haben, genauer zu erkennen, vorherzusagen und zu messen. Diese Tools und Methoden werden jedoch nicht in vollem Umfang genutzt, was in der Regel auf schlechte Governance, unzureichende Nutzung der Daten und eine schlechte Datenkultur zurückzuführen ist, sagt Jürgen Klein, Platform Lead Data & Analytics bei Prodware.

Hinzu kommt, dass die meisten Organisationen ihre Daten aufteilen und isolierte Datenprozesse durchführen, die von Teams geleitet werden, die nicht wirklich daran gewöhnt sind oder die Absicht haben, Daten auszutauschen und die oft keine interne Unterstützung erhalten. Und was noch schlimmer ist, diese Daten sind oft in verschiedene Dateien aufgeteilt und werden selten aktualisiert.

Es gibt zwei Situationen, in denen Daten schlecht genutzt werden. Die erste ist, wenn es um die Entscheidungsfindung geht. Meistens werden Entscheidungen auf Grundlage umfassender Erfahrungen oder fundierter Vermutungen getroffen, auch wenn sie sich später als irrelevant erweisen können. Die zweite Situation ist, dass sich Teams untereinander einig sind und eine Entscheidung treffen, um dann Informationen und Daten nachzuschlagen, die diese Entscheidung untermauern, was nicht wirklich dazu führt, dass das Potenzial dieser Daten voll ausgeschöpft wird. Beide Situationen führen zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen, die ihre Daten zum Sprechen bringen.

In der Regel häufen sich Daten – das neue schwarze Gold von heute – in Datenbanken an, aber Unternehmen verarbeiten diese Daten nur oberflächlich und nicht wirklich vollständig, indem sie sich ausschließlich auf Tools wie Power BI verlassen. Hier ist definitiv ein Umdenken erforderlich – diese Tools können weiterhin eingesetzt werden, sollten jedoch als Bestandteil einer viel breiteren Datenwertschöpfungskette und nicht als Baustein einer umfassenden Datenstrategie betrachtet werden.

Unternehmen, die Umsatzanalysen nur nach Umsatz pro Kunde, geografischem Gebiet und Zeitraum anhand einer Berichtsvorlage durchführen, können nicht messen, wie sich andere Arten von Datensätzen auf den Umsatz auswirken, z.B. Kosten für Rohstoffe, Reaktionen in sozialen Netzwerken, Preispolitik der Konkurrenz, Website-Traffic, Wirtschaftsnachrichten und vieles mehr. Man sollte sich also mit der Frage beschäftigen, wie sich diese Daten auf den Umsatz auswirken.

„Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück“ … Dieses Zitat von Peter Drucker zeigt, dass eine Datenstrategie zum Scheitern verurteilt ist, wenn die Mitarbeiter nicht an der Strategie beteiligt sind. Tatsächlich kann der Wunsch nach Querverweisen auf verschiedene Datensätze zu einem Ungleichgewicht zwischen der Vision des Managements und der betrieblichen Realität führen.

Ein erfolgreiches Datenverarbeitungsmodell setzt voraus, dass alle Beteiligten von Anfang an dieselbe Sprache sprechen und dass klar erläutert wird, woher die Daten stammen und wie sie im Unternehmen verwendet werden. Jeder muss verstehen, dass wir das verborgene Potenzial von Geschäftsdaten freilegen und erkennen müssen. Die gemeinsame Nutzung von Daten ist ein Wendepunkt. Das Management muss nicht nur die technischen Ressourcen für den Datenabgleich bereitstellen, sondern auch einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und dafür sorgen, dass die neue Datenkultur in allen Abteilungen auf Zustimmung stößt.

Der Querverweis von Daten ist unbestreitbar ein Beschleuniger, der nicht nur für Unternehmen, sondern für die Gesellschaft als Ganzes einen Mehrwert schafft. Die EU hat dazu einen Aktionsplan mit der Bezeichnung „Data Act 2022“ vorgelegt. Die neuen Vorschriften werden mehr Daten für die Wiederverwendung verfügbar machen und sollen bis 2028 ein zusätzliches BIP in Höhe von 270 Milliarden Euro schaffen. Der Data Act befasst sich mit den rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Problemen, die dazu führen, dass Daten nicht ausreichend genutzt werden.

Daten mit Querverweisen zu versehen, um ihren Wert freizusetzen, gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn man erkennt, dass die Daten selbst ein Knotenpunkt sind, an dem Kultur und Wirtschaft zusammenkommen. Somit steht eine völlig neue Version dessen, was Daten zu bieten haben, zur Verfügung, um die Welt um uns herum neu zu überdenken und zu schätzen, was sie zu bieten hat. Und ganz nebenbei können Daten zu einem Werkzeug einer herrschenden Macht werden. Wie immer, wenn es um Macht geht, kann sie gut oder schlecht eingesetzt werden. Es hängt alles davon ab, wer sie ausübt und wie.

 

Jürgen Klein ist Data Culture Evangelist mit 35jähriger Berufserfahrung in der strategischen Beratung, Planung und Umsetzung datengetriebener Data & Analytics-Lösungen. Bei Prodware leitet er als Platformlead die Abteilung Data & Analytics, mit der Aufgabe der 360° Trusted Advisory für alle D&A relevanten Themen und als zentraler Treiber der digitalen Transformation von Kunden und Interessenten.