Die Elektrofahrzeuge kommen: Eine Automobil-Nation steht Kopf

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Automatisiertes Fahren (Bild: Shutterstock)

Eine Tesla Gigafactory in Deutschland bauen? Diese Ankündigung von CEO Elon Musk hat der deutschen Automobilwirtschaft gezeigt, dass das Thema Elektromobilität unwiderruflich in Deutschland angekommen ist. Die bereits gestartete digitale Transformation der deutschen Kfz-Industrie könnte sich damit nochmals beschleunigen. Der folgende Beitrag zeigt, warum eine Plattform für das Datenmanagement wichtig für den Erfolg einer Automarke ist.

In einer Gigafactory, ein von Tesla geprägter Begriff, werden die Skaleneffekte industrieller Produktion genutzt, um Elektrofahrzeuge, Batterien und weitere Komponenten kosteneffizient in einer Größenordnung zu produzieren, die der Energiemenge der hergestellten Akkus in Gigawattstunden entspricht. Der geplante Standort Grünheide, 30 Kilometer östlich von Berlin, wäre weltweit bereits die vierte Gigafactory von Tesla, nach zwei Fabriken in den USA und einer in China.

Jan Wetzke, der Autor dieses Beitrags, ist Director Sales DACH bei Talend (Bild: Talend).
Jan Wetzke, der Autor dieses Beitrags, ist Director Sales DACH bei Talend (Bild: Talend).

Für die deutsche Automobilindustrie, die bislang auf die Fertigung von Autos mit Verbrennungsmotoren spezialisiert ist, bringt die Umstellung auf Elektrofahrzeuge viele Veränderungen: Ein Elektroauto ist in vielen Aspekten einfacher zu konstruieren als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Auch drängen neue Teilnehmer in den Markt, da der Anteil an Software und digitalen Diensten in einem Elektrofahrzeug deutlich höher ist. Eine Umfrage des ITK-Verbandes Bitkom ergab, dass knapp die Hälfte aller Bundesbürger die Autoindustrie durch die Verbreitung von Elektroautos herausgefordert sehen.

Den IQ von Autos steigern

Zwar steckt heute schon viel Elektronik in einem Auto, jedoch sind diese Systeme nicht sehr intelligent und kommunizieren nicht nach außen. Die Digitalisierung des Automobils steht daher erst am Anfang: In Zukunft werden noch mehr Fahrzeuge einen hohen Grad an Automatisierung bieten und den Fahrer durch zahlreiche Assistenzsysteme unterstützen. Dazu gehört auch, dass das Auto mit der Straßeninfrastruktur kommuniziert, wie mit Ampeln, Parkhäusern und mit dem Stromnetz.

Auch die Wünsche der Käufer haben sich geändert. Laut der Bitkom-Studie ist es für 62 Prozent mittlerweile wichtig, dass das Cockpit eines Autos mit dem eigenen Smartphone kompatibel ist. Außerdem wünschen sich mehr als die Hälfte der Befragten neue Dienste auf Grundlage von Car-to-Car-Kommunikation, mit der zum Beispiel vorausfahrende Fahrzeuge vor Hindernissen auf der Straße warnen können. Ein Internetzugang im Auto wünscht sich bereits jeder zweite Kunde.

Eine ganze Industrie wird digitalisiert

Der Wandel in der Automobilindustrie wird auf Basis riesiger Datenmengen erfolgen. Von der Entwicklung über Produktion und Marketing bis zum Vertrieb und dem After-Sales müssen sämtliche Funktionsbereiche künftig in der Lage sein, Daten in Echtzeit auszuwerten, um damit Geschäftsentscheidungen zu treffen. Die Herausforderungen hierbei sind vielfältig, da Daten aus verschiedenen Quellen stammen und in unterschiedlichen Formaten vorliegen. So liefern Sensoren in Fahrzeugen oder in Maschinen einen kontinuierlichen Datenstrom, der in einer zentralen Datenplattform verarbeitet werden muss, während klassische Datenbanken oder Business-Anwendungen üblicherweise strukturierte Datensätze liefern. Für alle Marktteilnehmer der Automotive-Industrie wird es daher notwendig sein, eine zentrale Plattform für das Datenmanagement zu etablieren. Nur damit ist es möglich, Datenquellen aus Multicloud-Umgebungen, von unterschiedlichen Business-Applikationen sowie von Zulieferern und Partner effizient zu verarbeiten.

Automatisiertes Fahren (Bild: Shutterstock)

Datenschutz für Elektrofahrzeuge

Die riesigen Datenmengen werden auch viele kundenspezifische Informationen umfassen. Bewegungs- und Fahrerprofile werden es Herstellern oder Anbietern von digitalen Mehrwertdiensten ermöglichen, sehr präzise Daten zu Wünschen und Vorlieben der Fahrer zu erhalten. Moderne Elektrofahrzeuge mit aktiver Mobilfunkverbindung werden noch einfacher als bisher Daten generieren und weiterleiten können. Diese Informationen sind sowohl für die Wartung als auch für die Kfz-Versicherung interessant, die für einen risikobereiten Fahrer höhere Prämien ansetzen könnte. Auch in diesem Fall kann eine zentrale Plattform für das Datenmanagement dabei helfen, die Daten entsprechend gültiger Vorschriften wie DSGVO zu nutzen und die Verwendung auch dem Kunden gegenüber transparent darzustellen. Dies kann das Vertrauen des Kunden in die Marke stärken – ein wichtiges Argument, wenn PS-Zahlen zur Differenzierung künftig nicht mehr ausreichen.

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