Digitale Kommunikation stellt Weichen für neue pädagogische Konzepte

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Kinderfoto (Bild: Shutterstock/Patrick Breig)

Das Coronavirus und die Maßnahmen gegen seine schnelle Verbreitung haben in diesem Jahr vieles auf den Kopf gestellt. Auch und gerade für die Jüngsten ist es wichtig, in schwierigen Zeiten weiterhin spielerisch lernen und ihre Sozialkompetenz stärken zu können.

Viele Unternehmen und Einrichtungen haben sich in diesem Kontext erstmals wirklich mit aktuellen Technologien für Kommunikation und Remote-Arbeit auseinandergesetzt. Die temporären Schließungen und Kontaktbeschränkungen haben den Einsatz digitaler Lösungen begünstigt, im Arbeitsleben genauso wie im Bildungswesen. Sowohl an Universitäten, Schulen und Fortbildungsstätten als auch bei Kindertagesstätten sorgten die Ereignisse im Frühjahr für ein Umdenken und brachten lange aufgeschobene Projekte ins Rollen.

Ilona Masche ist Marketing Director Central Europe bei Mitel. (Bild: Mitel)
Ilona Masche ist Marketing Director Central Europe bei Mitel. (Bild: Mitel)

Auch und gerade für die Jüngsten ist es wichtig, in schwierigen Zeiten weiterhin spielerisch lernen und ihre Sozialkompetenz stärken zu können. Doch wenn die KiTa vorübergehend geschlossen werden muss, kommt das Bewährte ins Wanken: Wie soll eine KiTa mit Eltern in Kontakt bleiben, wie Informationen austauschen? Die altgedienten Telefonketten wirken im Jahr 2020 mehr als veraltet.

Kontakt halten – so direkt wie möglich

Überall dort, wo Telefonkonferenzen zu wenig Möglichkeiten bieten, kommen heute Videokonferenzen ins Spiel. Ein anschauliches Beispiel für die speziellen Herausforderungen und den intelligenten Einsatz in unterschiedlichen Bereichen des Bildungskosmos gibt Die Kinderwelt gGmbH, ein Betreiber von Kindertagesstätten in Berlin und Brandenburg, des Bildungszentrums Pädagogika und des Extaviums, einer Einrichtung zur Vermittlung naturwissenschaftlicher Phänomene.

Steffen Siegert verantwortet die Leitung Bau & Projekte bei Die Kinderwelt gGmbH. (Bild: Die Kinderwelt)
Steffen Siegert verantwortet die Leitung Bau & Projekte bei Die Kinderwelt gGmbH. (Bild: Die Kinderwelt)

Damit der Kontakt in Zeiten von KiTa-Schließungen oder des Notbetriebs nicht leiden muss, haben sich die Verantwortlichen von Die Kinderwelt dafür entschieden, eine Videokonferenzlösung mit Funktionen für virtuelle Räume einzusetzen. Auch wenn die räumliche Nähe fehlt, bleiben hier alle kommunikativen Feinheiten eines echten Gesprächs sichtbar und machen die Begegnung persönlich. Was sich im Homeoffice bereits vielfach bewährt hat, spielt so seine Vorteile auch bei Elternabenden und Bildungsangeboten aus. Dabei geht es vor allem um das Gefühl des Zusammenbleibens in problematischen Zeiten.

Niedrige Hemmschwelle

Neben der möglichst engen Verbindung von räumlich voneinander entfernten Menschen zählt für den Einsatz im Bildungsbetrieb, dass die Lösung möglichst einfach zu verwenden ist. Sowohl Eltern, die an digitalen Info-Veranstaltungen oder Elternabenden teilnehmen wollen, als auch Teilnehmer von Bildungsangeboten zögern häufig, wenn erst Clients heruntergeladen oder Online-Accounts erstellt werden müssen, um virtuell in Kontakt zu treten. Gleichzeitig sind intuitive Bedienungsfunktionen das A und O, um auch diejenigen ins Boot zu holen, die sich sonst nicht mit vergleichbaren Lösungen auseinandersetzen und eher zu den Skeptikern gehören. Bei Die Kinderwelt entschied man sich nach einigen Versuchsläufen mit kostenfreien Anwendungen für die Lösung MiTeam Meetings von Mitel, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Zudem musste es eine schnell umsetzbare Lösung für die Fortführung des Bildungsbetriebs an der Pädagogika sein, um frühpädagogischen Fachkräften auch im Lockdown zur Seite zu stehen.

Doch auch weit über die Kontakt- und Austauschfunktion hinaus erfüllen moderne Kommunikationslösungen hier wichtige Aufgaben. Beim Bildungszentrum Pädagogika ist Präsenz eigentlich unverzichtbar, im Zuge der Kontaktbeschränkungen mussten jedoch viele Termine abgesagt werden. Um das Angebot aufrecht zu erhalten, wurde in den unsicheren ersten Wochen der Corona-Schutzmaßnahmen, in denen der Weg zurück zum Präsenzbetrieb noch ungewiss war, gleichfalls die digitale Karte gezogen: Derzeit – und künftig soll dies weiterhin zum Angebotsspektrum zählen – stehen Seminare und Module zusätzlich online zur Verfügung. Die entsprechenden Kurse, die von den Dozenten eigens für das neue Medium entwickelt wurden, sind live, interaktiv und besonders kompakt gehalten – gerade für jene Teilnehmer eine reizvolle Alternative zu den sonst üblichen Blockseminaren, die zeitlich stark eingebunden sind. Vor allem die wichtigen persönlichen Coachings können so digital angeboten werden, ohne etwas von ihrer Persönlichkeit zu verlieren.

Live-Experimente im Klassenzimmer – aus sicherer Entfernung

Ganz besondere Ansprüche an Videokonferenzlösungen stellen pädagogische Konzepte wie die für Schulkinder konzipierte wissenschaftliche Mitmachwelt Extavium, in dem es um das unmittelbare Erlebnisprinzip, das Erfahren von Wissenschaft durch Anfassen, geht. An virtuellen Kanälen führt auch hier derzeit kein Weg vorbei und so kann die digitale Lösung ihre strukturellen Stärken zeigen: Sie überträgt die entsprechenden Experimente in die wieder gefüllten Klassenräume und erlaubt dabei auch Versuche, die in der Schule selbst nicht durchführbar wären. Hier kommt die Wissenschaft zu den Schülern – und soll auf diese Weise auch weiterhin Schulen zur Verfügung stehen, die den Standort in der Potsdamer Innenstadt nicht ohne Weiteres besuchen können.

Chancen nutzen – und in der Krise die Weichen stellen

Die Krise hat eine wichtige Treiberfunktion für digitale Kommunikation und deckt schonungslos auf, wo die digitale Transformation noch im Argen liegt. Daraus ergibt sich die Frage: Was kann uns die gegenwärtige Situation für die – hoffentlich bald von Corona-Sorgen befreite – Zukunft lehren?
Die Probleme des digitalen Home Schooling sind offenkundig und werden breit diskutiert. Die Initiative von Die Kinderwelt zeigt, wo der Weg auch im KiTa-Bereich und bei Ausbildungsstätten hinführt. Dabei besteht eine der zentralen Herausforderungen weniger im Mangel geeigneter Lösungen, sondern eher in fehlender Bandbreite und der Entschlossenheit des jeweiligen Bildungsträgers. Es geht nicht um eine Politik der kleinen Schritte, sondern um einen regelrechten Sprung nach vorne. Ihn zu vollziehen war lange fällig – die in diesem Jahr entstandene Not hat dafür gesorgt, dass aus Zögern und Abwägen entschlossenes Handeln wird.

Das gibt digitalen Kanälen eine faire Chance, auch bislang eher wenige beachtete Seiten zu zeigen. Die ersten Praxiserfahrungen im Raum Berlin haben durchweg positive Reaktionen von KiTa-Eltern, Pädagogika-Kursteilnehmern und weiteren Beteiligten gebracht, und auch neue Kreativitätsspielräume eröffnet. Wie die jeweiligen Inhalte vermittelt und auf welche Weise Elternabende oder Seminare organisiert und durchgeführt werden, hat zu neuen Varianten geführt, die als weiteren positiven Nebeneffekt zusätzliche Flexibilität bieten. Zudem berichten die Teilnehmer – für viele Skeptiker überraschend – von einer deutlich fokussierteren Atmosphäre.

Mit der Umsetzung von video-basierten Angeboten kann sich der Bildungssektor, in dem Digitalisierungsprojekte oft eher stiefmütterlich behandelt werden, nicht nur kurzfristige Hilfe im Lockdown-Fall verschaffen, sondern auch wichtige Weichen für die Zukunft stellen, die langfristig Bestand haben.

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Ilona Masche ist Marketing Director Central Europe bei Mitel und Steffen Siegert ist Leitung Bau & Projekte bei Die Kinderwelt gGmbH.
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