Smart City: Vier Tipps vom Konzept zur Umsetzung

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Smart City und Industrie 4.0. (Bild: Shutterstock)

Effizient, technologisch fortschrittlich, grün und sozial inklusiv – all das und mehr definiert Smart Cities. Nicht nur die Metropolen, auch viele kleinere Städte wie Singen, Freiburg oder Heidelberg haben inzwischen schon Innovationen eingeführt. Die Smart-City-Anwendungen sollen die Lebensqualität verbessern und die Umwelt entlasten. Um solche Projekte umzusetzen, benötigen Städte und Gemeinden jedoch ein gutes Konzept.

Die intelligente Ampel verhindert ein Stauaufkommen, der getunte Mülleimer gibt Bescheid, wenn er geleert werden muss und schlaue Straßenlaternen melden via App freie Parkplätze – die Anwendungsmöglichkeiten von Smart-City-Technologien sind vielfältig.

Kein Wunder, dass nicht nur immer mehr Großstädte, sondern auch kleinere Städte und Gemeinden mit dem Gedanken spielen, diese Technologien für sich zu nutzen. Was es unbedingt bei den ersten Schritten zur Smart City zu beachten gilt, zeigen die folgenden vier Better Practices. Sie helfen Städten und Gemeinden dabei, ein einheitliches Smart-City-Konzept zu entwickeln und erste Projekte an den Start zu bringen:

1. Holen Sie alle Akteure an einen Tisch und beteiligen Sie die Bürger

An der Gestaltung einer digitalen Stadt sind viele Akteure beteiligt, zum Beispiel die Stadtverwaltung, das Stadtmarketing, der Gewerbeverein und Wirtschaftsvereinigungen. Bündeln Sie Interessen und entwickeln Sie ein gemeinsames Zielbild, das der Identität der Stadt entspricht. Dafür empfiehlt es sich, eine gemeinsame Strategie und Informationsplattform zu schaffen. Stellen Sie einen Digitalplan für Ihre Stadt auf und beziehen Sie die Bürger frühzeitig durch eine transparente Kommunikation und Möglichkeit zur Mitgestaltung mit ein. Am besten gelingt die Ausarbeitung mit agilen Methoden wie SCRUM, Barcamps oder Hackathons.

Dr. Bernhard Kirchmair, der Autor dieses Beitrags, ist Chief Digital Officer von VINCI Energies Europe East / DACH. (Bild: VINCI Energies Deutschland)
Dr. Bernhard Kirchmair, der Autor dieses Beitrags, ist Chief Digital Officer von VINCI Energies Europe East / DACH. (Bild: VINCI Energies Deutschland)

2. Schaffen Sie Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen

Um die Smart-City-Projekte zu koordinieren und zu orchestrieren, sollten Sie eine zentrale, digitalverantwortliche Stelle einrichten. Das kann zum Beispiel die bestehende Verwaltungsführung sein, eine neue Abteilung, eine eigene Organisation oder eine eigene Stabsstelle neben dem Bürgermeister. Auch die Rats- und Ausschussarbeit sollten Sie anpassen, indem Sie zum Beispiel einen Digital- oder Innovationsausschuss beziehungsweise Lenkungsausschuss gründen, der die Planung und Entscheidungen vorbereitet. Außerdem sollten die Bürger die Möglichkeit haben, direkt Anträge und Vorschläge einzubringen oder darüber zu diskutieren. Dafür empfiehlt es sich, eine digitale Plattform zu schaffen.

3. Bauen Sie eine Smart-City-Plattform auf

Um den Digitalplan umzusetzen, benötigen Sie eine geeignete technologische Plattform, auf der Anwendungen entwickelt und betrieben, Daten ausgetauscht und die Identitäten von Bürgern sicher verwaltet werden. Diese Plattform sollte sich flexibel an die digitalen Verwaltungsprozesse, IT-Systeme sowie Operational Technology (OT) wie Verkehrssteuerungen oder Wasserversorgung anbinden lassen. Achten Sie dabei auf offene Schnittstellen (APIs). So können auch Partnerunternehmen, externe Anbieter oder die Bürger neue Apps und digitale Dienste entwickeln. Wichtig ist außerdem, dass die Plattform skalierbar ist, sodass sie bei Bedarf wachsen kann.

4. Machen Sie nicht alles alleine

Smart-City-Projekte sind technisch komplex. Deshalb empfiehlt sich eine Aufgabenteilung: Konzentrieren Sie sich auf die Planung und die Koordination der Innovationen und engagieren Sie für die Umsetzung spezialisierte Lösungs- und Technologieanbieter. Im Idealfall sollten diese bereits über Erfahrung mit Projekten im öffentlichen Sektor verfügen.

Wer sich also bereits im Vorfeld Gedanken darüber macht, was alles nötig ist, um die Reise zur Smart City erfolgreich anzutreten, den bremst auch die ein oder andere kleinere Unwegsamkeit bei der Umsetzung nicht aus. Steht das Konzept einmal auf sicheren Beinen, sind Akteure informiert, Verantwortlichkeiten geklärt, Smart-City-Plattformen installiert und ein erfahrener Partner gefunden, kann jederzeit um weitere Projekte ergänzt werden – die Smart City wächst.

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Dr. Bernhard Kirchmair ist Chief Digital Officer von VINCI Energies Europe East / DACH.
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