ULE ist für Residential Gateways unverzichtbar

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Bedarf an stabilen Funkstandards im Heimnetz ist größer denn je, sagt Ulrich Grote, Vorsitzender der ULE Alliance.

Die Anforderungen an das heimische Netzwerk sind im letzten Jahr stark gestiegen. Vom Homeoffice über die Spielkonsole bis hin zum Smart Home muss selbst dann alles reibungslos funktionieren, wenn alle Familienmitglieder gleichzeitig aufs Heimnetz zugreifen. Umso wichtiger ist es, dass das Residential Gateway neben WLAN auch ULE unterstützt.

Die Corona-Pandemie hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Das gilt nicht zuletzt für unser Arbeitsleben. Wer kann, arbeitet von zuhause aus – und ist plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die viele an ihre Grenzen bringt. Neben Home Schooling und dem oftmals fehlenden Platz für einen dedizierten Arbeitsbereich sorgt das Fehlen der notwendigen ITK-Infrastruktur für Probleme. Vor allem dort, wo das Festnetz längst für tot erklärt und alles per Handy erledigt wurde, ist das Arbeiten aus den eigenen vier Wänden eine große Herausforderung.

Jeder, der an Video Calls teilgenommen hat, weiß aus erster Hand, wie wichtig eine schnelle Internetverbindung und stabiles WLAN sind. Dabei hilft es nicht allein, wenn man selbst mit schnellen und stabilen Verbindungen gesegnet ist. Auch bei allen anderen Teilnehmern müssen die Voraussetzungen stimmen, sonst leiden alle. Neben schnellen Leitungen sind hier hochwertige Router gefragt, die das WLAN-Signal im gesamten Haus zur Verfügung stellen. Denn das WLAN für Video Calls der am besten geeignete Funkstandard ist, steht außer Frage.

Anders sieht es bei Telefonaten ohne Bild aus. Hier übertrumpft DECT-Funk WLAN um Längen. Nicht ohne Grund wird DECT mitunter seit Jahrzehnten in über 110 Ländern und somit in rund 600 Millionen Haushalten für die drahtlose Telefonie genutzt. Das liegt nicht zuletzt am geschützten Frequenzband, das für DECT reserviert ist. Anders als bei WLAN kann es so nicht zu Interferenzen mit anderen Geräten im Haus oder sogar in der Nachbarwohnung kommen. Und so verwundert es nicht, dass viele Service-Provider im letzten Jahr zeitweise einen Anstieg von über 50 Prozent bei Festnetztelefonaten verzeichneten. Wer kann, telefoniert im Homeoffice übers Festnetz. Fürs Arbeiten und die Nerven sind eine hohe Sprachqualität und störungsfreie Telefonate schließlich Gold wert.

Im Smart Home ist ULE wesentlich verlässlicher als WLAN

Dasselbe Bild ergibt sich beim Thema Smart Home. Hier zeigt sich der ULE-Funkstandard als wesentlich verlässlicher als WLAN. Schließlich basiert ULE auf DECT-Frequenzen und genießt somit die Vorzüge des geschützten Frequenzbandes (1880-1900 MHz). Während WLAN-basierte Smart-Home-Produkte mitunter nicht zuverlässig funktionieren, wenn gleichzeitig Downloads, Streams oder Video-Calls stattfinden, werden ULE-basierte Lösungen davon nicht beeinträchtigt. Fürs Homeoffice bedeutet dies auch, dass es zu keinen Beeinträchtigungen kommt, wenn andere Familienmitglieder die Vorzüge des Smart Homes nutzen, während man selbst gerade auf ein gutes WLAN-Signal angewiesen ist.

Hinzu kommt, dass sich ULE aufgrund der zugrundeliegenden Technologie perfekt für Sprachsteuerung eignet, einer der wichtigsten Trends im Smart Home. Dabei kann in beide

Richtungen kommuniziert werden, also vom Nutzer zum System und umgekehrt. Eine Internetverbindung ist hierfür nicht zwangsläufig notwendig. Stimmerkennung ist ebenfalls möglich.

Zudem wurde ULE eigens so entwickelt, dass batteriebetriebene Geräte bis zu über zehn Jahre ohne Batteriewechsel einwandfrei funktionieren. So werden Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen geschont. Aufgrund der hohen Reichweite von bis zu 50 Metern in Gebäuden und 500 Metern im Freien müssen auch keine Repeater eingesetzt werden, um das gesamte Haus zu vernetzen. Die Anschaffungskosten kann man sich also sparen.

Vor allem in Deutschland gilt das für den Großteil aller Verbraucher auch für die Smart-Home-Basis. Denn in den Speedports der Deutschen Telekom und in der FRITZ!Box des Router-Marktführers AVM ist neben vielen anderen Schnittstellen eine DECT-Basis integriert, die dank der entsprechenden Software auch ULE unterstützt. Da es sich bei ULE um einen offenen Standard hält, lassen sich die Smart-Home-Komponenten der verschiedenen Anbieter mitunter sogar leicht per Knopfdruck kombinieren. In Frankreich setzt Orange ebenfalls auf ULE. Über diese Residential Gateways können Anwender ihr komplettes Haus vernetzen – von der Spielkonsole übers Homeoffice bis hin zum Smart Home.

Während der Corona-Pandemie haben viele Verbraucher nun entdeckt, welche Möglichkeiten in Residential Gateways stecken, die ULE und DECT unterstützen. Sah es für manche vor nicht allzu langer Zeit noch so aus, als würden Mobilfunk und WLAN alles andere ersetzen, stellt sich nun eher die Frage: Wie schnell werden andere Länder, Provider und Hersteller nachziehen und DECT sowie ULE in ihre Geräte integrieren. Jeder, der stabile Verbindungen und die Vorzüge eines geschützten Smart Homes zu schätzen weiß, wird es ihnen danken.

Autorenprofil:

Ulrich Grote hat die Telekommunikationsbranche in Deutschland vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. U.a. war der diplomierte Industriedesigner bei der Deutschen Telekom AG für das Produktmanagement im Festnetz- und Mobilfunkbereich zuständig. Seit seinem Ruhestand ist Ulrich Grote im Vorstand der ULE Alliance, der er seit fünf Jahren vorsitzt.

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