Wie macht man eine Stadt smart (und sicher)?

Data & StorageSicherheit
Smart City (Bild: Shutterstock)

Bei dem Begriff „Smart City“ mag man vielleicht zunächst an hypermoderne Visionen von Megastädten der Zukunft denken, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen kennt. Doch bevor wir uns Gedanken über fliegende Autos machen, sollten wir erst einmal mit wesentlich bodenständigeren Dingen anfangen und die Sicherheit nicht aus den Augen lassen.

Der Gang zum Amt gehört für viele Deutsche zu den unbeliebtesten Erledigungen des Alltags. Auf Nummernziehen und lange Wartezeiten könnten sie getrost verzichten. Besonders ärgerlich ist dies, da oft ein persönliches Erscheinen gar nicht nötig wäre. Fast jeder verfügt heute über einen Internetzugang und hat Erfahrungen mit Online Shopping. Dabei sammeln und verarbeiten Händler in großem Umfang Daten, ohne dass es nennenswerten Widerstand dagegen gäbe. Wenn es um die erweiterte Datenverarbeitung durch Behörden geht, herrscht dagegen oft große Skepsis vor. Allerdings ist die Angst vor Datenmissbrauch in der Verwaltung aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), ausgeklügelter Konzepte für den Persönlichkeitsschutz sowie sicherer Hard- und Software eher unbegründet.

Neue Konzepte für kommunale IT

Es gibt bereits eine Reihe von Pilotprojekten, die gelungene Beispiele für die Umsetzung einer digitalen Verwaltung liefern. So können Bürger in einigen Städten bereits Elterngeld online beantragen oder die Ausstellung eines neuen Ausweises. Ein Mausklick genügt, und der Antragssteller kann auswählen, welche Dokumente, die bereits digital vorliegen, sich die Behörde beschaffen soll. Der flächendeckenden Einführung solcher digitaler Verwaltungslösungen stehen jedoch oft noch verschiedene Stellen in der Verwaltung aber auch Bund und Länder entgegen.

Oliver Ebel, der Autor dieses Beitrags, ist Area Vice President DACH, Citrix (Bild: Citrix).
Oliver Ebel, der Autor dieses Beitrags, ist Area Vice President DACH, Citrix (Bild: Citrix).

Das will nicht heißen, dass Behörden keine digitalen Akten einsetzen würden, denn das wird bereits praktiziert. Das Problem liegt vielmehr darin, dass jede Behörde ihre eigenen digitalen Akten besitzt. Für die Arbeit damit setzt jedes Amt auch auf eine eigene (Legacy-) IT mit On-Premise-Strukturen. Dies wiederum führt zu mehreren Problemen: Zum einen bieten diese Architekturen nicht den Schutz gegen Cyber-Kriminalität, wie er heute angebracht wäre. Zum anderen können sich auch öffentliche Stellen nicht mehr dem Wunsch der Mitarbeiter nach flexibleren Arbeitsmöglichkeiten verweigern. Mobile Endgeräte sollten auch in der Verwaltung kein rotes Tuch sein.

Kommunen sollten auf moderne Technologien wie Application Asset Management mit Multifaktor-Authentifikation und Digital Workspaces setzen. Bei diesen digitalen Arbeitsplätzen liegen alle IT-Ressourcen und Datenbestände sicher im kommunalen Rechenzentrum, das idealerweise als Public Cloud organisiert ist.

Keine Smart City ohne sichere Netzwerke

Je mehr die Vernetzung fortschreitet, desto wichtiger wird die Netzwerksicherheit. Die Infrastruktur einer smarten Stadt muss einerseits die Integrität persönlicher Daten gewährleisten, andererseits aber auch die reibungslose Funktion von vernetzter Technik, beispielsweise Ampeln, gewährleisten. Die beste Antwort auf die Herausforderungen der modernen Stadt ist ein software-definiertes Netzwerk (SD-WAN). Dieses vereint Flexibilität mit Sicherheit und unterstützt so die Funktion der innovativen Services.

Indem Datenströme von physischen Übertragungswegen entkoppelt werden kann SD-WAN den Datenverkehr mittels dezentraler und vernetzter Switches und intelligenter Softwaresteuerung optimieren. Die kommunalen IT-Mitarbeiter haben eine zentrale Schnittstelle zu Verfügung, wo sie Richtlinien definieren können, wie einzelne Anwendungen und ihr Traffic behandelt werden sollen. Je wichtiger eine bestimmte Anwendung ist, desto höher ist die Priorität, die ihrer Datenverbindung zugewiesen wird. Beispielsweise sind Ampelanlagen wichtiger als WLAN-Hotspots.

Eine besondere Stärke offenbart SD-WAN beim Ausfall einzelner Leitungen – etwa, wenn bei Bauarbeiten ein Kabel beschädigt wird. Traffic lässt sich dann dynamisch über andere Wege umleiten – je nach Priorität. Die zahlreichen und ausgefeilten Monitoring-Funktionen von SD-WAN-Lösungen sorgen dafür, dass die IT-Abteilung einer Stadt stets den Überblick über ihr Netzwerk behält und bereits bei den ersten Anzeichen eines Angriffes reagieren kann.

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