VeloCloud stellt weiterentwickeltes SDN-Konzept vor

VeloCloud hat mit dem Konzept des “Outcome-Driven Networking” – also des “ergebnisorientierten Networkings” den nächsten Schritt bei Software-Defined Networking angekündigt. Der Spezialanbieter hat damit einerseits eine Reaktion auf Ciscos im Sommer präsentiertes “Intent based Networking” vorgelegt, geht andererseits aber etwas andere Wege. Spannend dürfte nun vor allem sein, wie der neue Ansatz vom neuen Besitzer in dessen Gesamtkonzept integriert wird: Anfang November hatte VMware die Übernahme von VeloCloud angekündigt. Sie soll spätestens Ende Januar 2018 abgeschlossen werden.

Cisco hatte im Frühsommer mit der Neudefinition seiner Netzwerk-Strategie begonnen. Ein wesentlicher Baustein ist der Bereich Software Defined Networking (SDN), von dem Cisco als Application Centric Infrastructure (ACI) spricht. Die in Cisco-Netzwerken dafür erforderliche Software liegt inzwischen in Version 3.0 vor. Vor allem die jüngsten Neuerungen sollen dazu beitragen, das als Ziel des Umbaus bei Cisco ausgegebene “Intent-based Networking” zu erreichen. Mit intuitivem Networking will Cisco dafür sorgen, dass sich künftige Anforderungen an die Netzwerke überhaupt noch bewältigen lassen.

Neben der prognostizierten explosionsartigen Zunahme der Anzahl der zu vernetzenden Geräte aufgrund der raschen Entwicklung im Bereich Internet of Things (IoT) zählt der Hersteller hierzu auch die vergrößerte Angriffsfläche, die derart expandierende Netzwerke bieten. Außerdem will er der Tatsache Rechnung tragen, dass künftig vom Netzwerk mehr Flexibilität erwartet wird.

Outcome Driven Networking von VeloCloud setzt auf den drei Säulen Abstraktion und Automatisierung, weltweite Präsenz in Firmennetzwerken und bei Cloud-Anbietern sowie selbstlernenden und adaptiven Fähigkeiten der Software auf. “Intelligentes Routing” ist dann nur eine der damit einfach, schnell und flexibel umsetzbaren Funktionen, verspricht der Hersteller (Grafik: VeloCloud)

Im althergebrachten Handbetrieb ist das alles nach Ansicht von Cisco nicht mehr zu schaffen. Künftig müssen sich Netzwerke weitgehend selbst verwalten, automatisch konfigurieren und lernen, was von ihnen erwartet wird, um dann zu geeigneter Zeit diese Erwartungen erfüllen zu können – kurzum, das Netzwerk muss Absichten und Verhalten der Nutzer “intuitiv” erfassen und prognostizieren können.

“Outcome Driven Networking” von VeloCloud

VeloCloud sieht ähnliche Probleme auf die Firmen zukommen und will mit seinem “Outcome Driven Networking” ähnliche Lösungen anbieten. Allerdings muss man eben nicht auf die installierte Basis Rücksicht nehmen. Daher ist neben der auch von Cisco angemerkten Unmöglichkeit Netzwerke künftig manuell zu verwalten, der Notwendigkeit Datenverkehr nach seiner Bedeutung unterschiedlich zu behandeln und der von Cisco nicht so stark betonten Notwendigkeit, den Zugriff auf Cloud-Anwendungen zu optimieren auch die Abhängigkeit von Routern für VeloCloud eines der Felder, das künftig Probleme verursachen wird.

Application Perfomance ist ein wichtiger Baustein von “Outcome Driven Networking” – soll sich doch die IT-Abteilung auf die Definition der Anforderungen an die Anwendungen konzentrieren, nicht die mühsame Verwaltung der einzelnen Netzwerkkomponenten und deren Einstellungen. (Grafik: VeloCloud)

“Outcome Driven Networking“, soll diese Probleme im Wesentlichen durch Verbesserungen in sechs Themenfeldern lösen. Neben der Verbesserun der Anwendungsperformance durch Dynamic Multi-Path Optimization (DMPO), einfachen VPN-Konfigurationen mit einem Klick, der Segmentierung des Datenverkehrs und einem „intelligenten Routing“, das auch BGP und OSPF unterstützt, gehören dazu auch die beiden als “Service Insertion” und “Zero-Touch Operations” bezeichneten Bereiche.

Ersteres erlaubt es, virtuelle Netzwerkfunktionen (VNF) auf den Appliances VeloCloud Edge und VeloCloud Gateway, in der Cloud des anzubindenden Service-Providers oder auch in firmeneigenen Systemen laufen zu lassen. Letzteres sorgt dafür, dass Konfigurationsinformationen automatisch empfangen und authentifiziert werden und nach dem Einspielen ohne weiteres Zutun auch angewandt werden.

Zusammen sollen alle sechs Bausteine Orchestrierung und Automatisierung netzwerkbezogener Prozesse ermöglichen und so die IT-Abteilung von aufwändigen Alltagsarbeiten entlasten. Sie soll künftig nur noch ein gewünschtes Ergebnis definieren – etwa den Zugriff auf eine Anwendung über einen bevorzugten Pfad. Die erforderlichen Einstellungen und Anpassungen nimmt dann das Netzwerkbetriebssystem vor.

Webinar

Digitalisierung fängt mit Software Defined Networking an

In diesem Webinar am 18. Oktober werden Ihnen die unterschiedlichen Wege, ein Software Defined Network aufzubauen, aus strategischer Sicht erklärt sowie die Vorteile der einzelnen Wege aufgezeigt. Außerdem erfahren Sie, welche Aspekte es bei der Auswahl von Technologien und Partnern zu beachten gilt und wie sich auf Grundlage eines SDN eine Vielzahl von Initiativen zur Digitalisierung schnell umsetzen lässt.

Dazu setzt VeloCloud auf Abstraktion des Netzwerkes. Dessen Verwalter kümmern sich nicht mehr um die einzelnen Netzwerkkomponenten, sondern geben vielmehr über eine grafische Benutzeroberfläche vor, wie sich eine Anwendung verhalten soll. Was dafür im Hintergrund erforderlich ist, entscheidet VeloCloud und setzt VeloCloud auch automatisch um. Damit das funktioniert, sind Lernmechanismen vorgesehen. Bis die greifen, ist wohl eine gewisse Übergangsphase erforderlich.

Weitere Informationen zu Software-Defined Networking

Peter Marwan

Peter Marwan ist Chefredakteur von silicon.de und immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Firmen den rasanten Fortschritt in der IT-Branche in der Praxis nutzen können. Dabei geht es nicht nur darum, Vorhandenes zu optimieren, sondern vor allem auch um Ansätze und Strategien, mit denen sich neue, durch die IT unterstützte Geschäftsmodellle entwickeln lassen.

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