Auch HP kündigt drastischen Stellenabbau an

HP, der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller, hat den Abbau von 4000 bis 6000 Arbeitsplätzen angekündigt. Die Restrukturierung soll bis Ende 2025 umgesetzt werden. Das Unternehmen reagiert damit auf den zuletzt schwachen PC-Markt. Ziel ist es, die jährlichen Kosten bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2025 um 1,4 Milliarden Dollar zu senken.

Allerdings erwartet HP, dass die Maßnahmen die Bilanz mit einmaligen Kosten in Höhe von einer Milliarde Dollar belasten werden. 600 Millionen Dollar sollen bereits im kommenden Geschäftsjahr verbucht werden, der Rest werde auf die Jahre 2024 und 2025 aufgeteilt, so HP weiter.

Die Ankündigung machte HP zusammen mit der Vorstellung der Bilanz für das vierte Fiskalquartal 2022 (bis 31. Oktober 2022). Der Umsatz des PC-Herstellers schrumpfte in diesem Zeitraum um 11 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar. Zudem verschlechterte sich die operative Marge von 7,4 auf 5,2 Prozent. Unterm Strich weist die Bilanz eine schwarze Null aus – HPs eigene Prognose lag bei 0,44 bis 0,54 Dollar je Aktie.

Drucker profitabler als PCs

Anleger reagierten trotzdem positiv auf die Kennzahlen. Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs der HP-Aktie, offenbar beflügelt durch das angekündigte Sparprogramm, um 2,11 Prozent auf 30 Dollar. In den vergangenen 52 Wochen pendelte der Kurs zwischen 41,47 und 24,08 Dollar.

Der Umsatz der PC-Sparte schrumpfte um 13 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar. Dafür war vor allem das Consumer-Segment verantwortlich, dessen Minus HP mit 25 Prozent bezifferte. Die Absatzzahlen verschlechtern sich zudem um 21 Prozent.

Auch die Druckersparte verpasste das Ergebnis des Vorjahreszeitraums. 4,5 Milliarden Dollar entsprechen einem Minus von 7 Prozent. Jedoch war die Druckersparte mit einer operative Marge von 19,9 Prozent deutlich profitabler als die PC-Sparte, die es auf 4,5 Prozent brachte.

Das Fiskaljahr 2022 schloss HP mit einem Umsatzrückgang von 0,8 Prozent auf 63 Milliarden Dollar sowie einen Gewinneinbruch um 51 Prozent auf 3,05 Milliarden Dollar ab. Im ersten Fiskalquartal 2023 rechnet HP wieder mit einem Aktiengewinn von bis zu 0,57 Dollar, abzüglich 0,23 Dollar je Aktie Restrukturierungskosten.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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