IT-Trends 2024: KI gewinnt Relevanz für den Geschäftserfolg

Die geopolitische und wirtschaftliche Instabilität sowie die Klimakrise machen es Unternehmen derzeit schwer, mittel- und langfristig zu planen. Hinzu kommt ein anhaltender Produktivitätsdruck, der bei einem verschärften Fachkräftemangel bewältigt werden muss. Welche Technologie-Trends sollten laut Daniel Fallmann von Mindbreeze Organisationen 2024 auf dem Radar haben.

1. Intelligent Applications

Gewaltige Software-Suiten, die möglichst viele Use Cases abdecken, haben in ihrer klassischen Form bald ausgedient. Seit der Etablierung von Cloud-Services fokussieren sich viele Software-Hersteller auf intelligente Spezialanwendungen. Zurecht, denn die Nachfrage nach smarten Tools ist durch den aktuellen Fachkräftemangel groß. Die sogenannten Intelligent Applications sind hochspezialisiert und basieren auf KI-Technologien. Auf diese Weise können sie bestimmte Aktivitäten automatisieren, bei der Entscheidungsfindung unterstützen, Prozesse optimieren und die Produktivität verbessern. Sie lernen kontinuierlich hinzu und passen sich laufend an den Kontext und die Absichten ihrer Nutzer an. Letztlich helfen sie damit, die Wettbewerbsfähigkeit signifikant zu verbessern. Anstatt weiter an großen Software-Flaggschiffen zu arbeiten, sind Unternehmen gut beraten, ihre bestehenden Produkte um externe Intelligent Applications zu erweitern oder diese als Grundlage für neue Produkte zu verwenden.

2. Large Language Models mit Retrieval Augmentation optimieren

Retrieval Augmentation Generation, kurz RAG, bietet die Möglichkeit, ein Large Language Model (LLM) mit gezielten Informationen zu optimieren. Dabei wird das zugrundeliegende Sprachmodell nicht verändert – ein großer Vorteil, denn das Trainieren dieser Modelle ist sehr aufwändig und kostenintensiv. Damit LLMs, wie GPT, einem Unternehmen verlässliche Antworten liefern, müssen sie mit aktuellen und validen Unternehmensdaten versorgt werden. Mithilfe von Insight Engines und RAG sind LLMs in der Lage, schneller kontextbezogene und spezifische Antworten auf interne Anfragen zu geben. Außerdem lassen sich damit sogenannte Halluzinationen umgehen, also Antworten einer KI, die überzeugend klingen, aber falsch sein können.

Möchten Anwendende im kommenden Jahr die Vorteile von generativer KI optimal nutzen, kombinieren Unternehmen diese idealerweise mit einer Insight Engine und Retrieval Augmentation.

3. Nachhaltigkeit wird direkt mit dem Geschäftserfolg verbunden sein

Die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit ist angesichts von Klimawandel und weiterer ökologischer Herausforderungen mittlerweile unbestritten. Davon nicht ausgenommen ist die IT: Ob reduzierter Stromverbrauch oder Recycling veralteter Hardware – Unternehmen erkennen zunehmend, dass Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Denn sie müssen immer häufiger die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft in einem ESG-Report darlegen – zum Beispiel bei Ausschreibungen.

Um auch im kommenden Jahr den Überblick über laufende Nachhaltigkeitsinitiativen zu behalten, leisten Insight Engines wertvolle Dienste: Sie helfen Unternehmen, ihre wachsenden Datenmengen zu konsolidieren, aufzubereiten und Handlungsempfehlungen daraus abzuleiten.

4. Klare gesetzliche Rahmenbedingungen für künstliche Intelligenz

KI ist gekommen, um zu bleiben – das steht fest. Bereits im April 2021 hatte die Europäische Union eine entsprechende Verordnung vorgelegt. Bis Ende 2023 wollen sich die EU Mitgliedsländer auf ein Gesetz einigen, den EU AI Act. Das weltweit erste KI-Gesetz soll garantieren, dass alle in der EU eingesetzten KI-Systeme sicher, transparent, nachvollziehbar, umweltfreundlich und nicht diskriminierend sind.

Risikoklassen regeln zukünftig, ob und unter welchen Auflagen KI-Systeme Zugang zum EU Markt haben. Hersteller und potenzielle Käufer müssen sich im kommenden Jahr intensiv mit diesem Thema beschäftigen, um ihre Entwicklungsschritte zu planen beziehungsweise zukunftssichere Kaufentscheidungen zu treffen. Unternehmen haben bis zu 24 Monate nach Inkrafttreten des AI Acts Zeit, das Gesetz umzusetzen.

Roger Homrich

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