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Artgerechte Datenhaltung lässt Admin zittern

Die Server schnurren und fühlen sich bei 8 bis 18 Grad erst richtig wohl. Nicht so der Admin, der bibbernd durch diesen maximierten Kühlschrank schleicht und auch noch mit großer Zielgenauigkeit die richtigen Mini-Knöpfchen drücken muss. Und genau die lässt bei sinkenden Temperaturen beträchtlich nach, hat jetzt ein Ergonomieprofessor herausgefunden.
Alan Hedge von der US-Universität Cornell hat die Bedingungen untersucht, unter denen Computerfachleute, besonders aber Rechenzentrums- und Serverraum-Admins arbeiten und dabei herausgefunden, dass deren Arbeitsproduktivität um bis zu 25 Prozent abnehmen kann, wenn die IT sich wohl fühlt. Wer die Temperatur zu stark absenkt, gefährdet die Business Performance, sagt er. Schlimmer noch, die Admins und Datenpfleger würden die Fehler, die sie unter solchen Arbeitsbedingungen begehen, nicht einmal selbst bemerken.

Wenn die Temperatur von 25 Grad Celsius auf 20 Grad Celsius abgesenkt werde, seien schon um zehn Prozent mehr Tippfehler zu verzeichnen – 25 Prozent Fehlerquote also. Das hat er bei einer zwei Jahre währenden Studie im Bürokomplex einer US-Versicherung herausgefunden. Nebenbei verlangsame sich das Arbeitstempo bei diesem doch recht kleinen Temperaturabfall um 47 Prozent, will er gemessen haben. Die für Server notwendige Luftzirkulation mit Kühlschrank-kalter Luft verursache bei Menschen, wenn sie diesen kalten Luftzügen ausgesetzt seien, auf Dauer starke Kopfschmerzen, die chronisch werden können. Erkrankungen des Bewegungsapparats durch den kalten Luftzug seien ebenfalls die Folge dauerhafter Arbeit im Serverraum. Es genüge daher nicht, nur ein Thermometer im Serverraum zu haben – vielmehr sei es wichtig, an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten die Temperatur zu überwachen und den Aufenthalt in den IT-Räumen zu begrenzen, damit die Leistung von Servern und Menschen auf einem hohen Standard bleiben kann.

Vielleicht ist die Lösung aber schon auf dem Weg: Die PR-Abteilungen der Netzwerk- und IT-Hersteller schreiben schließlich schon lange dagegen an, dass Menschen überhaupt noch in die IT eingreifen müssen. Ein Admin, glaubt man den Werbeslogans muss sowieso nur noch pro forma einmal im Monat kurz einen Rundgang durch das sich selbst heilende Rechenzentrum machen – und dabei wird er sich schon nichts einfangen. Sollte er doch einmal länger im Serverraum bleiben müssen, weil die Technik noch nicht so ganz hält, was sie verspricht, empfiehlt sich eine ordentliche Outdoor-Ausrüstung mit Taschenwärmer und allem, was dazu gehört. Aber bei 20 Grad Celsius ist die Jacke mit kanadischer Gänsedaune vielleicht doch etwas übertrieben. Denn wenn US-Versicherungen tatsächlich ihre Serverräume bei 20 Grad laufen lassen, möchte man fast Angst um die Versicherten haben – deren Daten dürften einfach “verkochen”, Herr Professor. Bei spätestens 30 Grad Celsius knickt jeder Server ein.

Silicon-Redaktion

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