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Nokia kündigt massiven Stellenabbau an

Nokia hat den Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt. Die Restrukturierung soll dem Unternehmen helfen, bis zum Ende des Jahres 2023 600 Millionen Euro einzusparen. Das Geld soll in neue Produkte und Forschung und Entwicklung investiert werden, unter anderem mit dem Ziel, die Sparte für 5G-Mobilfunktechnik zu stärken.

Der Stellenabbau ist aber auch mit Kosten für das Unternehmen verbunden. Nokia schätzt sie auf 600 bis 700 Millionen Euro, wobei rund 50 Prozent davon das Ergebnis des Fiskaljahres 2021 belasten wollen. Die restlichen Restrukturierungsausgaben sollen auf die Jahre 2022 und 2023 verteilt werden.

Wie viele Mitarbeiter ihren Job verlieren werden, macht Nokia unter anderem von den künftigen Marktbedingungen abhängig. Nach Abschluss der Restrukturierung rechnet das Unternehmen mit 80.000 bis 85.000 Beschäftigten weltweit. Derzeit sind es rund 90.000.

Mit der Restrukturierung schafft Nokia zudem drei Geschäftsbereiche. Mobile Networks wird sich auf 5G und mobile drahtlose Netzwerke konzentrieren. In anderen Bereichen wie 4G soll indes das Portfolio gestrafft werden.

Die Cloud und Network Services will Nokia auf eine as-a-Service-Modell neu ausrichten, um neue Wachstumsmöglichkeiten besser nutzen zu können. Zu diesem Zweck kündigte Nokia neue Partnerschaften mit AWS, Microsoft und Google Cloud an. Die wenigsten Änderungen sollen sich für den Bereich Netzwerkinfrastruktur ergeben. Hier seien vor allem höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung geplant.

Im vierten Quartal hatte Nokia die Erwartungen von Analysten übertroffen. Der Gewinn und auch der Umsatz gingen jedoch leicht auf 01,4 Euro je Aktie beziehungsweise 6,6 Milliarden Euro zurück.

An der New Yorker Börse reagierten Anleger gelassen auf die Ankündigung. Im nachbörslichen Handel stagnierte der Kurs der Nokia-Aktie bei 4,24 Dollar. In den vergangenen 52-Wochen wurde sie im Bereich zwischen 2,34 und 9,79 Dollar gehandelt.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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