FBI übergibt 4,3 Millionen E-Mail-Adressen des Emotet-Botnets an Have I Been Pwned

Die US-Bundespolizei gibt Nutzern die Möglichkeit zu prüfen, ob ihre E-Mail-Adressen vom Emotet-Botnet missbraucht wurden. Insgesamt 4,3 Millionen E-Mail-Adressen fielen den Ermittlern nach eigenen Angaben während der Ermittlungen gegen die Hintermänner von Emotet in die Hände. Nun wurden sie dem Breach Notification Service Have I Been Pwned des australischen Sicherheitsforscher Troy Hunt übergeben.

Im Januar war es Ermittler in den USA, Kanada und Europa gelungen, die Kontrolle über die Befehlsserver von Emotet zu übernehmen. Dort fand das FBI die fraglichen E-Mail-Adressen. Emotet wurde zur Verbreitung von Ransomware und Banking-Trojanern benutzt – per Phishing oder über mit Schadsoftware verseuchte Spam-E-Mails.

In einem Blogeintrag schreibt Hunt nun, dass er vom FBI nicht nur E-Mail-Adressen, sondern auch zugehörige Anmeldedaten erhalten habe, um Spam über die E-Mail-Provider der Opfer zu verschicken. Weitere Anmeldedaten soll Emotet aus Browsern ausgelesen haben.

Have I Been Pwned behandelt die übermittelten E-Mail-Adressen nach eigenen Angaben so, als stammten sie aus einem isolierten Sicherheitsvorfall, auch wenn es sich nicht um einen der typischen Datenverluste handele, die der Dienst in der Regel erfasse. Insgesamt enthält die Datenbank der Website inzwischen 11 Milliarden gehackte Konten. Darunter sind unter anderem Angriffe auf MySpace oder LinkedIn sowie Listen mit Anmeldedaten, die Hacker im Rahmen des Credential Stuffing zusammenstellen, um beispielsweise Konten mit schwachen Passwörtern oder wiederverwendeten Kennwörtern zu übernehmen.

Allerdings sind die Emotet-E-Mail-Adressen nicht öffentlich durchsuchbar. Hunt stuft den Vorfall als besonders heikel ein. Als Folge müssen Nutzer entweder über den Benachrichtigungsservice der Website nachweisen, dass es sich um ihre Adresse handelt, oder eine Domänensuche durchführen, um herauszufinden, ob sie betroffen sind.

“Ich habe diesen Ansatz gewählt, um zu vermeiden, dass jemand aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Emotet-Botnet zur Zielscheibe wird”, sagte Hunt. “Alle betroffenen HIBP-Abonnenten haben bereits Benachrichtigungen erhalten.”

Betroffenen rät Hunt grundsätzlich, eine aktuelle Sicherheitssoftware einzusetzen und die Kennwörter von gehackten Konten sowie etwaige Sicherheitsfragen zu ändern. Dasselbe gelte für alle Konten, deren Daten möglicherweise im Posteingang eines betroffenen E-Mail-Kontos gespeichert waren.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Weltweiter Smartphonemarkt wächst 11 Prozent im zweiten Quartal

Die Absatzzahlen sind im Vergleich zum Vorquartal jedoch rückläufig. Fehlende Komponenten schränken die Lieferfähigkeit einiger…

1 Stunde ago

Samsung meldet höchsten operativen Gewinn seit drei Jahren

Der Umsatz steigt um 20 Prozent auf einen neuen Höchstwert für ein Juni-Quartal. Samsung profitiert…

3 Stunden ago

Microsoft meldet Umsatz- und Gewinnwachstum im vierten Fiskalquartal

Beide Kategorien übertreffen auch die Erwartungen von Analysten. Die Cloudsparte erzielt mit 30 Prozent das…

1 Tag ago

Windows Server: Microsoft beschränkt sich künftig auf LTSC-Releases

Der Semi-Annual Channel fällt dem Rotstift zum Opfer. Das LTSC-Release erhält indes zehn Jahre Support.…

1 Tag ago

Apple meldet neuen Umsatzrekord im dritten Fiskalquartal

Die Einnahmen und auch der Gewinn legen deutlich zu. Beide Kategorien übertreffen die Prognosen der…

1 Tag ago

Kaseya dementiert Lösegeldzahlung

Das Entschlüsselungstool steht weiterhin betroffenen Organisationen kostenlos zur Verfügung. Kaseya verlangt jedoch die Unterzeichnung einer…

2 Tagen ago