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Google geht gegen Nutzerdaten sammelnde Apps vor

Google hat Dutzende Apps aus dem Play Store entfernt, weil diese heimlich Nutzerdaten sammeln. Wie das Wall Street Journal berichtet, stammt der dafür benutzte Code von einem Unternehmen aus Panama. Das wiederum soll mit einem Rüstungsunternehmen im US-Bundesstaat Virginia in Verbindung stehen, das im Bereich Cyberspionage für US-Behörden tätig ist.

Der Code steckte dem Bericht zufolge in mehreren Gebets-Apps für Muslime, in einer App die vor Radarfallen auf Autobahnen warnt, einem QR-Reader und anderen Consumer-Apps. Zusammen sollen die fraglichen Apps auf mehrere Millionen Downloads kommen.

Gegenüber dem WSJ erklärte Google, die Schnüffel-Apps seien bereits am 25. März aus dem Play Store entfernt worden. “Alle Apps in Google Play müssen sich an unsere Richtlinien halten, unabhängig vom Entwickler”, teilte Google mit. “Sobald wir feststellen, dass ein App die Richtlinien verletzt, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen.”

Es ist nicht das erste Mal, dass Google gegen Apps vorgehen musste, die Nutzerdaten sammeln. 2019 waren es mehr als 1000 Apps, die Daten von Nutzern ohne deren Wissen und Zustimmung speicherten.

Seitdem verstärkte Google auch seine Bemühungen, derartige Apps vom Play Store fernzuhalten. Seit Anfang des Monats müssen Android-Entwickler beispielsweise eine Datenschutzrichtlinie für ihre Apps bereitstellen. Nutzer sollen so die Möglichkeit erhalten, schon vor dem Download einer App zu erfahren, wie der Anbieter mit ihren Daten umgehen wird. Ob Nutzer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, erscheint allerdings eher unwahrscheinlich.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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