Studie: Angriffe auf Browser nehmen deutlich zu

Sicherheitsforscher haben im zweiten Quartal 2022 einen Anstieg von Malware-Angriffen auf Browser wie Chrome, Firefox und Internet Explorer um 23 Prozent im Vergleich zum Vorquartal registriert. Die Zunahme ist allerdings in erster Linie dem Google-Browser zuzuordnen – die Zahl der Attacken auf Chrome kletterte um 50 Prozent.

Laut dem aktuellen Internet Security Report von WatchGuard Threat Lab sind Browser bei Hackern beliebt, weil sie das Tor zum Internet sind. Sie werden zudem zum Speichern wichtiger Informationen wie Kennwörter, Cookies und sogar Kreditkartendaten benutzt.

Das macht Browser unter anderem zum lukrativen Ziel für Datendiebe. Diese können die vertraulichen Informationen entweder selbst ausnutzen, oder in Dark-Web-Foren verkaufen. Gestohlene Anmeldedaten für Unternehmens-Clouddienste könnten Cyberkriminellen helfen, Ransomware an zahlungskräftige Opfer zu verbreiten.

Hinter dem deutlichen Anstieg der Angriffe auf Chrome vermuten die Forscher die derzeit hohe Zahl von Zero-Day-Lücken, die Google zuletzt gemeldet und geschlossen hat. Sie gehen zudem davon aus, dass nicht alle Nutzer ihre Chrome-Browser zeitnah aktualisieren – was sie zu leichten Zielen für Hacker macht.

Von daher raten die Forscher von WatchGuard auch dazu, verfügbare kritische Sicherheitsupdates nicht nur für Browser, sondern für jegliche Software so schnell wie möglich zu installieren. “Eine einzige ungepatchte Schwachstelle reicht aus, um einen Angriff durch eine Lücke in Ihrer Verteidigung zu starten. Die Aktualisierung Ihrer Software mit den neuesten Sicherheits-Patches ist eine der besten Maßnahmen, die Sie ergreifen können, damit sich Ihre Investitionen in Sachen Cyber-Abwehr rentieren.”

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Siemens automatisiert Analyse von OT-Schwachstellen

Bedienpersonal von Fertigungsanalagen soll mögliche Risiken auch ohne Cybersecurity-Fachwissen erkennen und minimieren können.

20 Stunden ago

Cyberabwehr mit KI und passivem Netzwerk-Monitoring

Schiffl IT: Anomalien im Netzwerkverkehr und in den Systemen in Echtzeit identifizieren.

3 Tagen ago

Zero Trust bei Kranich Solar

Absicherung der IT-Infrastruktur erfolgt über die Zero Trust Exchange-Plattform von Zscaler.

3 Tagen ago

KI in der Medizin: Mit Ursache und Wirkung rechnen

Maschinen können mit neuen Verfahren lernen, nicht nur Vorhersagen zu treffen, sondern auch mit kausalen…

4 Tagen ago

Sicherheit für vernetzte, medizinische Geräte

Medizingeräte Hersteller Tuttnauer schützt Gerätesoftware mit IoT-Sicherheitslösung.

4 Tagen ago

Blockchain bleibt Nischentechnologie

Unternehmen aus der DACH-Region sehen nur vereinzelt Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain-Technologie.

4 Tagen ago