Categories: Fertigungsindustrie

Anomalien in Industrieanlagen erkennen

Die beiden Spezialisten für maschinelle und industrielle Bildverarbeitung kooperieren unabhängig voneinander mit Siemens. Mit den neuen Partnerschaften sollen Siemens-Kunden in der Lage sein, Bildverarbeitungsanwendungen direkt in ihre bestehende Automatisierungstechnik zu integrieren.

Das Qualitätsmanagement vieler Industrieunternehmen stehe vor einem Dilemma, wie der Industrieausrüster Siemens in einer Pressemitteilung zu bedenken gibt. Einerseits könne die maschinelle Bildverarbeitung die Qualitätskontrolle in der Produktion erheblich verbessern. Andererseits sei die Integration von Kameras in die Automatisierung oft noch recht umständlich. Sie erfordere ein hohes Maß an spezifischen Kenntnissen, um kompatible Komponenten aufeinander abzustimmen, so Siemens weiter. Dies sei mit hohen Kosten verbunden und werde allzu oft nur als Insellösung (z. B. über dedizierte Industrie-PCs) umgesetzt.

Durch die Zusammenführung der Fachkompetenz von Siemens in der industriellen Automatisierung und Digitalisierung mit den Angeboten der Bildverarbeitungsexperten Basler und MVTec soll die beschriebene Komplexität  nun reduziert und damit die Einstiegshürden in die Welt der maschinellen Bildverarbeitung gesenkt werden.

Kooperation mit Basler

Die Basler AG versteht sich als Vollanbieterin von fortschrittlichen Computer-Vision-Produkten wie Kameras, Objektiven und Beleuchtung. Gemeinsam mit hat man sich nun auf eine Schnittstelle verständigt, die es ermöglicht, das Basler Hardware-Portfolio im gesamten Siemens Automatisierungsportfolio zu nutzen und typische Herausforderungen und Fehler beim Anbinden einer Kamera an das Automatisierungssystem zu beseitigen.

Das erste Produkt in diese Richtung ist die App “Basler Vision Connector”. Über die App kann das Basler Kameraportfolio mit Siemens Industrial Edge angebunden werden. Für ein bevorstehendes S7-1500-Technologiemodul wird die gleiche Schnittstelle wie für die Edge-App genutzt, um eine direkte Verbindung von Basler Kameras mit dem Simatic S7-1500-System zu ermöglichen. Dadurch können konventionelle sowie KI-basierte maschinelle Bildverarbeitungsanwendungen in einem breiteren Umfang realisiert werden.

Kunden, die bereits über ein KI-Modell verfügen, jedoch heute noch Schwierigkeiten haben, es auf den Shopfloor zu bringen, sollen mit dieser Infrastruktur für die visuelle Inspektion eine End-to-End-Lösung erhalten. Dietmar Ley, CEO der Basler AG: „Dank unserer Zusammenarbeit können wir unseren Kunden vorab getestete Anwendungsszenarien und abgestimmte Produktportfolio-Optionen anbieten, aus denen sie wählen können. Zudem entwickeln wir Lösungen, die dazu beitragen, dass Kunden ihre Time-to-Market signifikant verkürzen können.”

Visuelle Inspektion mit MVTec

MVTec Software zählt zu den führenden Herstellern von hardwareunabhängiger Software für die industrielle Bildverarbeitung. Das Unternehmen bringt nun die erste Anwendung für Oberflächeninspektion und optische Qualitätskontrolle auf Siemens Industrial Edge. Die App namens “Anomaly Detection for Visual Inspection” soll Kunden helfen, sowohl strukturelle als auch logische Defekte an Objekten mittels KI zu erkennen und so die Qualität von Bauteilen zu verbessern.

Die Verwendung der App soll “Stand-alone”-Lösungen von Drittanbietern überflüssig machen. „Durch die Kombination des Siemens Industrial Edge Ökosystems und der Bildverarbeitungskompetenz von MVTec können Kunden die Leistungsfähigkeit von KI-gesteuerten Software-Apps für die visuelle Inspektion einfach nutzen”, sagt Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec.

Manuel

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