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Aktuelle Herausforderungen bei der Absatz- und Produktionsplanung

Seit über 30 Jahren versuchen Unternehmen durch Absatz- und Produktionsplanungs-Programme die Nachfrage zu antizipieren und entsprechend mit dem Angebot zu synchronisieren. Doch damit richtig zufrieden ist bislang niemand. Die ursprüngliche Idee von S&OP war es, die verschiedenen Stakeholder eines Unternehmens zusammen zu bekommen. Dies ist auch heute noch ein Schlüsselfaktor, allerdings ergänzt um diverse – externe – Partner. Die moderne Produktion ist geprägt durch Internationalisierung und Auslagerungen, wodurch diese einen entscheidenden Einfluss auf den operativen, geschäftlichen und letztlich finanziellen Plan haben.

Mit der zunehmenden Komplexität der Lieferketten entsteht ein großer, zusätzlicher Optimierungsbedarf im Bereich der Absatz- und Produktionsplanung. In einer aktuellen Studie von Supply Chain Digest sind es daher diese beiden voneinander abhängigen Punkte, von denen sich Unternehmen das größte Verbesserungspotenzial versprechen. Sie müssen die Nachfrage (die sie nicht genau prognostizieren können) mit dem Bestand (den sie nicht kontrollieren) synchronisieren. Und das scheint schwieriger denn je: Durch die Globalisierung explodiert nahezu die Komplexität der Lieferkette. Mit der zunehmenden Zahl an Beteiligten steigt die Fragmentierung der Informationen. Gleichzeitig ist die Nachfrage ausgesprochen volatil, Produktzyklen werden kürzer, und so weiter, und so fort. All das macht Prognostizieren und Planen zu einer immensen Herausforderung. Vor allem, weil man von immer mehr externen Partnern abhängig ist, sowohl bei der Produktion (“upstream”) als auch bei der Distribution (“downstream”).

Dabei liegt das Problem nicht etwa an einem Mangel an Information, sondern vielmehr darin, dass die relevanten Daten in dieser heterogenen Umgebung aus verschiedensten Systemen und Ansätzen voneinander isoliert sind. Schon im eigenen Unternehmen sind verschiedene Systeme keine Seltenheit, doch im Zusammenspiel mit Partnern multipliziert sich das Ganze nochmals. All das führt schließlich dazu, dass Informationen Punkt-zu-Punkt übertragen werden. Dies wiederum verursacht bestenfalls Verzögerungen. In aller Regel ist aber aufgrund der Komplexität nicht sichergestellt, dass sämtliche relevanten Informationen dann zur Verfügung stehen, wenn man sie benötigt, sprich: wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Und um allem noch die Krone aufzusetzen, sprechen Beschaffung und Vertrieb in aller Regel unterschiedliche Sprachen, sind von unterschiedlichen Zielen geleitet und arbeiten oftmals relativ unabhängig voneinander – und sind eben nicht Teil eines einheitlichen, umfassenden (End-to-End-) Prozesses.

Dieser Mangel an Integration führt zu Verzögerungen, vergrößert die Distanz (im wörtlichen und im übertragenen Sinn) und Komplexität – und sorgt schließlich für Frustration. Gleichzeitig sorgt er für eine Kette von Annahmen, da verlässliche Echtzeit-Informationen nicht vorliegen. Entscheidungen werden somit auf Grundlage von Informationen getroffen, denen nicht zu trauen ist. Was fatale Folgen haben kann, etwa wenn aufgrund veralteter Informationen fälschlicherweise die Nachfrage deutlich höher eingeschätzt und deshalb in großem Umfang nachgeordert wird. Diese Überproduktion verursacht enorme Kosten und bindet gleichzeitig Ressourcen, die man sinnvoller hätte einsetzen können.

Doch wie bekommt man die Komplexität in den Griff und schafft den Sprung vom Miss- zum Vertrauen? Aufgrund der (wachsenden) Abhängigkeit von externen Partnern muss sich S&OP über das gesamte Netzwerk erstrecken. Und um ein Netzwerk zu schaffen, das alle Partner einbindet, führt kein Weg an Cloud-Lösungen vorbei. Worauf es hierbei ankommt, wie das Zusammenspiel untereinander funktioniert und wie letztlich alle angeschlossenen Partner davon profitieren, zeige ich in meinem nächsten Blog!

Redaktion

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