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Deutschlands Online-Shopper im Schnäppchenfieber

Im innereuropäischen Vergleich zeigen sich vor allem die Briten besonders einkaufswütig, so sehr, dass sie in naher Zukunft die Amerikaner hinter sich lassen werden. Doch die Deutschen lassen sich nicht lumpen und folgen knapp dahinter auf Platz zwei. Insgesamt sollen die Europäer dann in fünf Jahren 263 Milliarden Euro auf dem eCommerce-Markt ausgeben – derzeit sind es 102 Milliarden.

Von diesem Trend profitieren vor allem auch Preisvergleichs-Websites. Sie konnten in Deutschland innerhalb der vergangenen zwölf Monate ihre Besucherzahl um 32 Prozent steigern, so die Ergebnisse des Reichweitenforschers Nielsen//NetRatings. Der so genannte Bereich ‘Multi-Category Commerce’ werde dabei mit einer Reichweite von 16,6 Prozent von Preisvergleich.de angeführt.

Dabei bemühen Nutzer, die auf der Suche nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis sind, meist mehrere Quellen, wobei der Überschneidungswert recht unterschiedlich ausfällt. So besuchten beispielsweise 47 Prozent der Nutzer von billiger.de im August 2006 aus preisvergleich.de. Froogle kontaktierte dagegen nur rund jeder achte billiger.de-Nutzer.

“Shopping Directories durchlaufen gerade eine wichtige Wandlung. Während die ersten Dienste den Fokus stark auf die Technologie an sich legten, geht der Trend mehr zur Nutzerfreundlichkeit und dazu, dem Einkaufserlebnis wieder mehr Wichtigkeit zuzuordnen”, sagte Stefan Raum, Europachef bei Nielsen/NetRatings. “Es geht schon lange nicht mehr um den billigsten Preis, sondern um das beste Preis-Leistungsverhältnis und das Gefühl, eine informierte Entscheidung getroffen zu haben.”

Unterstützt von diesem guten Gefühl ist der Online-Shopper dann auch bereit, einiges an Geld auszugeben – derzeit sind es jährlich 1000 Euro, bis 2011 werden es laut Forrester 1500 Euro sein. Und obwohl in Deutschland insgesamt mehr Menschen online einkaufen als in Großbritannien, wird es der deutsche eCommerce-Markt – entgegen früheren Erwartungen – dennoch nicht schaffen, den britischen zu überholen.

Grund: Den Deutschen mangelt es Optimismus hinsichtlich ihrer finanziellen Situation und sie geben deshalb nur die Hälfte von dem im Netz aus, was sich Briten gönnen. Die hohe Zahl der Online-Shopper gepaart mit deren Eifer bei der Schnäppchenjagd garantiert Deutschland dennoch einen soliden Platz 2.

Dabei gibt es auch deutliche Unterschiede, was bevorzugt virtuell eingekauft wird. So fließt jeder dritte Euro, der online ausgegeben wird, in Urlaubsbuchungen. Auch CDs und Bücher werden gern am Bildschirm ausgesucht, anders als Schuhe, die immer noch am liebsten während eines traditionellen Einkaufsbummels gekauft werden. Große Gewinner des Trends werden auf alle Fälle die großen Kataloghändler wie Neckermann und Otto sein, die ihre althergebrachten CRM-Systeme für das Internet verfeinert haben.

Fehler dürfen allerdings auch sie sich nicht leisten. Denn 40 Prozent der Online-Kunden kehren einer Webseite für immer den Rücken, kommt es bei finanziellen Transaktionen einmal zu einem Fehler, so das Ergebnis einer Umfrage von Harris Interactive. Neun von zehn der Nutzer gehen in einem solchen Fall davon aus, dass ihre persönlichen Daten bei dem Anbieter nicht ausreichend geschützt sind.  

Silicon-Redaktion

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