Aus für Ubuntu-Smartphone und Unity-Desktop

Die Desktopoberfläche Unity 8 wird eingestellt. Das gibt der Canonical-Gründer Mark Shuttleworth in einem Blog bekannt. Das Linux-Betriebssystem Ubuntu werden künftig wieder Gnome verteilt. Canonical werde daher auch die für Smartphones optimierten Ubuntu-Version und die Convergence Shell, die Ubuntu-Phones zu einer Desktop-Erweiterung macht, einstellen.

Shuttleworth erklärt, dass sich Canonical statt dessen auf die Cloud und das Internet der Dinge konzentrieren wolle. “Die Cloud und IoT für Ubuntu sind exzellent und werden immer besser”, schreibt Shuttleworth in dem Beitrag. “Sie wissen vielleicht, dass die meisten öffentlichen Cloud-Workloads und die meisten privaten Cloud-Infrastrukturen von Ubuntu abhängig sind. Sie wissen vielleicht auch, dass ein Großteil von IoT in Bereichen wie Robotics, Networking und Machine Learning ebenfalls auf Ubuntu basiert, wobei Canonical kommerzielle Dienste für viele dieser Initiativen anbietet.”

Zusammen mit dem Unity-Desktop werden auch die Pläne für ein Ubuntu-Smartphone beerdigt. Für Shuttleworth kein leichter Schritt, wie er selbst erklärt. (Bild: Canoical)

Aufgrund der großen Investitionen, die Canonical in die Unity-Oberfläche für Smartphones, Tablets und PCs gesteckt habe, sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. “Ich war damals der Ansicht, dass Konvergenz die Zukunft ist und wir das als freie Software bereitstellen können, die von großen Teilen der Free-Software-Community und der Technikbranche gleichermaßen akzeptiert würde, weil man dort wegen der Hersteller zur Verfügung stehenden geschlossenen Alternativen sehr frustriert ist. Aber ich habe mich in beiden Punkten geirrt. In der Community wurden unsere Bemühungen als Fragmentierung und nicht als Innovation angesehen.”

Den Unity-Desktop hatte Canonical 2011 mit Ubuntu 11.04 eingeführt. Seit Frühjahr 2014 ist Unity 7 als Desktop voreingestellt. Die jetzt eingestellte Version Unity 8 sollte ursprünglich im April 2016 folgen – sie schaffte es aber lediglich als Vorabversion in das Release 16.10. Die Rückkehr zu Gnome will Canonical im nächsten Jahr mit dem Release 18.04 vollziehen.

2014 hatte Canoical den Cloud-Speicherdienst Ubuntu One eingestellt, weil die Konkurrenz zu stark war. (Screenshot: Steven J. Vaughan-Nichols/ZDNet.com)

Shuttleworth betonte jedoch, dass Canonical an Ubuntu Desktop festhalten werde. “Wir werden weiterhin den am besten nutzbaren Open-Source-Desktop weltweit anbieten, die vorhandenen LTS-Releases unterstützen, mit unseren Partnern diesen Desktop verbreiten und unsere Unternehmenskunden unterstützen und die Millionen von IoT- und Cloud-Entwicklern erfreuen, die darauf aufbauend Innovationen entwickeln.”

Einige Nutzer werden den Unity-Desktop wohl vermissen und der Schritt von Canonical war von Anfang an in der Community umstritten. Der Open-Source-Community-Manager und ehemalige Canonical-Mitarbeiter Jono Bacon teilte per Google+ mit: “Der Linux-Desktop war immer einen harte Nuss mit Millionen von Meinungen, aber ich bin stolz, dass Canonical es probiert hat, selbst wenn sie ihre Ziele nicht erreicht haben. Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek bezeichnete die Rückkehr zu Gnome indes als “willkommene Überraschung”.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open-Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Redaktion

Recent Posts

Kubernetes in Cloud-Umgebungen

Ein elementarer Bestandteil einer effektiven Cloud-Strategie ist nach erfolgter Implementierung die künftige Verwaltung des Dienstes.

2 Tagen ago

Aras erweitert seine PLM-Plattform

Die Neuerungen sollen den Digital Thread, die Low-Code-Entwicklung, die Visualisierung komplexer Baugruppen und das Lieferantenmanagement…

2 Tagen ago

Manufacturing-X: Zurückhaltung überwiegt

Eine Bitkom-Umfrage attestiert der Datenraum-Initiative des Bundes hohe Bekanntheit in der Industrie. Doch noch ist…

2 Tagen ago

Ransomware „Marke Eigenbau“

Ransomware-as-a-Service ist ein lukratives Geschäft und in den Händen professionell organisierter Gruppen. Jetzt können Kriminelle…

3 Tagen ago

Bad Bots: Risikofaktor mit hohen Folgekosten

Bad Bots richten nicht nur wirtschaftlichen Schaden an. Laut dem Bad Bot Report von Imperva…

4 Tagen ago

IT-Verantwortliche setzen auf KI-Hosting in Europa

Studie von OVHcloud verdeutlicht Stellenwert von Datenresidenz und Datensouveränität bei KI-Anwendungen.

5 Tagen ago