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US-Bundesstaaten reichen Kartellklage gegen Google ein

Generalstaatsanwälte aus 36 US-Bundesstaaten und Washington DC haben eine Kartellklage gegen Google eingereicht. Sie richtet sich gegen Googles Kontrolle über den App-Marktplatz Google Play, wie Reuters meldet. Federführend sind laut Politico die US-Bundessstaaten Utah, North Carolina, Tennessee, New York, Arizona, Colorado, Iowa und Nebraska.

Die Kläger unterstellen, dass Google mit unrechtmäßigen Mitteln ein Monopol für seinen App-Store auf Android-Geräten unterhält. Unter anderem soll Google Mitbewerber aufgekauft und restriktive Verträge eingesetzt haben. Die von Google geforderte Provision von 30 Prozent auf In-App-Käufe soll außerdem Verbrauchern schaden, da App-Entwickler gezwungen waren, ihre Preise zu erhöhen. Die Vorwürfe basieren auf einer 2019 eingeleiteten Untersuchung, an der sich fast alle US-Bundessstaaten beteiligten.

Tatsächlich hatte Google im vergangenen Jahr ein neues Abrechnungs-System für In-App-Käufe eingeführt, um zu verhindern, dass beliebte Apps wie Netflix, Spotify und Epic Games Googles Provisionsmodell umgehen. Epic reichte daraufhin Klage gegen Google und auch gegen Apple ein – beide Unternehmen halbierten daraufhin ihre Provisionen für In-App-Käufe.

Google weist die Vorwürfe in einem Blogeintrag als unbegründet zurück. Das Unternehmen betont vor allem die Unterschiede zu Apples App-Ökosystem. Es sieht die Möglichkeit, App-Marktplätze anderer Hersteller unter Android zu installieren sowie das Sideloading von Apps als Beleg dafür an, dass der Wettbewerb im Markt für Android-Apps funktioniert. Auch schließe die Klage fälschlicherweise andere Mobilplattformen aus – der größte Teil der App-Umsätze werde schließlich von Apple generiert.

Im Fall einer Verurteilung fordern die Bundesstaaten eine Entschädigung für Verbraucher. Ein vom Gericht bestellter Kartellwächter soll zudem über einen Zeitraum von 20 Jahren sicherstellen, dass Google den Prozess für Verbraucher, App-Entwickler und Smartphone-Hersteller erleichtert, Alternativen zum Play Store und dem offiziellen Bezahlsystem für 20 Jahre zu nutzen oder zu fördern.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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