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Next-Gen-Automation führt Robots in die Gewinnzone

Der Markt für intelligente Prozessautomatisierung wandelt sich. Da eine zu große Zahl von Projekten hinter ihren Renditezielen zurückbleibt, wollen nun vor allem Großkunden wesentlich präziser erfahren, welche Prozesse sich wie stark für den Einsatz von Automatisierungstechnologien eignen und was vor, während und nach den Rollouts zu tun ist, damit der ROI der Projekte auch tatsächlich positiv ist. Immer mehr IT-Dienstleister erkennen diesen Bedarf und nehmen Automatisierungslösungen der nächsten Generation (Next-Gen Automation) in ihr Portfolio auf. Die neuen Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben den rein technologischen auch die beraterischen und organisatorischen Anforderungen erfüllen, die sich beim Aufbau nachhaltiger Betriebsmodelle stellen.

Vergleich von 36 Anbietern in Deutschland

Welche Anbieter diesen Beratungsbedarf bereits erfüllen, zeigt der neuen Anbietervergleich „ISG Provider Lens Intelligent Automation Services report for Germany”, den das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Information Services Group (ISG) jetzt vorgelegt hat. Die Studie untersucht das Portfolio und die Wettbewerbsstärke von 36 Anbietern, die auf dem deutschen Markt tätig sind. Dabei bewertet ISG auch die beiden Bereiche Intelligent Enterprise Automation und Artificial Intelligence for IT Operations (AIOps), die im Vergleich zur Next Gen Automation bereits wesentlich stärker etabliert sind.

Aufbau nachhaltiger Betriebsmodelle

Dass der Nutzen vieler Automatisierungen unter den Erwartungen liegt, führt die ISG-Studie unter anderem auch darauf zurück, dass sich die Teams zu einseitig mit rein technischen Aspekten und zu wenig mit der Frage beschäftigt haben, ob man im Vorfeld einer Automatisierung nicht besser erst noch den zugrundeliegenden Geschäftsprozess anpassen sollte. „Ein eher ineffizient laufender ana­loger Prozess wird auch mit dem Einsatz von Automatisierungstechnologien kaum besser werden“, sagt Heiko Henkes, Director & Principal Analyst bei ISG. „Klar, es fallen manuelle Aufwände weg. Doch echte Business-Mehrwerte, wie zum Beispiel höhere Anpassungsfähigkeit in den Lieferketten oder bessere Kundenerlebnisse, sind mit einem rein technikzentrierten Ansatz kaum zu schaffen.“

Zumal eine zu starke Konzentration auf die Technologie die Gefahr in sich birgt, dass immer nur Teilschritte automatisiert werden. Nicht selten verschlechtert sich dann sogar die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems. Denn: Ohne vorherige Prozessoptimierung bestehen Flaschenhälse fort, die durch die Teilautomatisierung noch einmal zusätzlich unter Druck geraten. In der Folge nimmt die Performance des Gesamtprozesses dann eher ab als zu.

Rahmenbedingungen ändern sich ständig

Um Risiken dieser Art auszuräumen und den ROI der Automatisierungsprojekte sicherzustellen, entsteht ein immer höherer Bedarf an Beratung und Veränderungsmanagement. Nicht zuletzt geht es darum, die Rahmenbedingungen zu klären, unter denen ein Automatisierungsprogramm überhaupt erst wirksam werden kann. Viele Rahmenbedingungen ändern sich in immer kürzeren Abständen und werden gleichzeitig immer komplexer. Aktuell betrifft dies beispielsweise die Anforderungen, die sich aus der neuen Lieferkettengesetzgebung ergeben.

Vor dem Hintergrund all dieser regulatorischen und organisatorischen Einflussfaktoren geht es darum, in durchgängigen Prozessen zu denken und somit die Nachhaltigkeit der jeweiligen Betriebsmodelle zu sichern. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, alle zum Einsatz kommenden Technologien auf einer einzigen Automatisierungsplattform zu integrieren. Darüber hinaus sind Next-Gen-Automation-Anbieter gefordert, Up-Skilling- und Cross-Skilling-Programme zu etablieren, in deren Rahmen die eigenen Mitarbeitenden und das Personal des Kunden kontinuierlich weitergebildet werden.

Im Marktsegment „Next-Gen Automation“ hat ISG insgesamt 18 Anbieter und ihre Lösungen untersucht. Sieben davon konnten sich als „Leader“ positionieren und einer als „Rising Star“.

Roger Homrich

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