Wie die Westfalen Gruppe ihre SAP-Systeme schützt

Die Westfalen Gruppe hat SAP 1995 eingeführt. Heute arbeitet ein Großteil der 2.000 Mitarbeitenden auf einer SAP-Umgebung unter anderem mit den klassischen Modulen FI, CI, MM, SD oder PP. Ein S/4HANA Transformationsprojekt läuft, derzeit wird aber noch mit einem SAP ECC-System gearbeitet.

2021 wurde das Unternehmen von einer Ransomware-Attacke getroffen, bei der alle IT-Systeme im eigenen Rechenzentrum verschlüsselt wurden. Das SAP-System war davon nicht betroffen, da es seit längerem auf den Servern eines Outsourcing-Dienstleisters lief. Als Weckruf jedoch genügte der Angriff: Was würde geschehen, wenn auch die SAP-Daten eines Tages auf diese Weise verschlüsselt würden?

Um dies mit Sicherheit auszuschließen, entschied sich das Unternehmen für die Zusammenarbeit mit der Werth IT und für den Einsatz des WerthAuditors. Der von der Westfalen Gruppe beauftragte Outsourcing-Dienstleister hatte bereits Standard-Security-Vorkehrungen getroffen, die somit um die SAP-Sicherheitslösung erweitert wurden.

Erster Pen-Test mit aufschlussreichen Ergebnissen

Werth IT startete die Zusammenarbeit mit einem Penetrationstest auf dem SAP-System. Aus diesem ließ sich eine Reihe wertvoller Maßnahmen ableiten, die das Team der Westfalen Gruppe auch sogleich umsetzte. So bestand bei einigen Parametern im System Optimierungsbedarf, um mögliche Schwachstellen auszuschließen. Sie wurden nach dem Pen-Test umgehend umgestellt. Auch die bestehenden Passwortrichtlinien unterzog die IT-Abteilung auf Basis der Testergebnisse einer Härtung.

Bei dieser einmaligen Maßnahme wollte es die IT-Sicherheit der Westfalen Gruppe jedoch nicht bewenden lassen. Auch im SAP-Umfeld tauchten regelmäßig neue Schwachstellen auf, um die es sich zu kümmern galt. So fiel Anfang 2022 die Entscheidung für die Anschaffung und eigenständige Nutzung des WerthAuditors. Diesen nutzt das SAP-Basis-Team der IT des Unternehmens seitdem dauerhaft.

Proaktive Hinweise und Empfehlungen

Der Auditor ist auch für nicht ausgewiesene Security-Fachleute einfach zu bedienen. Nichtsdestotrotz gibt es Kniffe und Feinheiten, zu deren Verständnis ein regelmäßiger Austausch mit dem Hersteller hilfreich ist. Andreas Eckey Informationssicherheitsbeauftragter der Westfalen Gruppe: „Proaktiv erhalten wir Hinweise auf Updates und Empfehlungen für bestimmte Systemeinstellungen, so dass die Themen für uns gar nicht erst akut werden.“

Andreas Eckey, Informationssicherheitsbeauftragter der Westfalen Gruppe: “Proaktiv erhalten wir Hinweise auf Updates und Empfehlungen für bestimmte Systemeinstel-lungen, so dass die Themen für uns gar nicht erst akut werden.”

Im Monatsrhythmus gibt es kurze Abstimmungs-Calls zu den Ergebnissen des WerthAuditors. Dabei hilft das neue Dashboard, in dem die IT-Abteilung der Westfalen Gruppe die erkannten Schwachstellen und daraus abzuleitenden Maßnahmen übersichtlich und einfach dargestellt bekommt und nachvollziehen kann. Denn das SAP-System im Unternehmen lebt; ständig werden neue Prozesse etabliert oder bestehende verändert. Mit den Lösungen von Werth IT bleiben die Verantwortlichen also immer informiert, gerade auch wenn sich an der einen oder anderen Stelle etwas im Coding des Systems ändert.

Zeitnahe Übersicht möglicher Schwachstellen

In Sachen Transparenz ist das Dashboard hier eine echte Hilfe. „Natürlich braucht man dafür auch SAP-Wissen, um zu unterscheiden, ob es sich um eine echte Schwachstelle oder um eine falsch-positive Meldung handelt“, so Andreas Eckey. „Was uns das Dashboard in der täglichen Praxis bringt, ist eine zeitnahe Übersicht möglicher Schwachstellen. Dies betrifft Parameter, Berechtigungen etc., von der Datenbank bis zum Kern des Systems. Wir können damit also sofort reagieren.“

Hierzu hat die Westfalen Gruppe einen Prozess etabliert, wie Hot Fixes der SAP in das System eingespielt werden. Andreas Eckey hebt hervor: „Es macht die Sache deutlich einfacher, wenn wir nicht wie bisher, manuell Informationen zusammensuchen. Wir können schneller bewerten, was wirklich relevant ist und wofür wir Hot Fixes einspielen müssen. Der WerthAuditor ermittelt dafür automatisiert Incidents und stellt sie im Dashboard dar, inklusive der daraus abzuleitenden Maßnahmen.“

So können SAP-Anwenderunternehmen wie die Westfalen Gruppe ihre Schutzwälle permanent verstärken, was gerade in Zeiten von zunehmenden Cyberbedrohungen enorm wichtig ist. Andreas Eckey unterstreicht: „Was in SAP steht, sind unsere Kronjuwelen – damit darf einfach nichts passieren. Mit dem WerthAuditor haben wir eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive für unsere SAP-Sicherheit.“

Westfalen Gruppe: 100 Jahre Expertise

Die Westfalen Gruppe ist in den Bereichen Technische Gase, Kälte und Wärme, Tankstellen und Mobilität sowie respiratorische Heimtherapie aktiv. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen bietet das Unternehmen zunehmend Lösungen an, die Kundinnen und Kunden helfen, nachhaltiger zu werden. Gerade der Energieträger Wasserstoff spielt dabei in immer mehr Bereichen eine wichtige Rolle. Das 1923 in Münster gegründete Familienunternehmen ist heute mit zahlreichen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften an über 20 Produktionsstandorten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Österreich vertreten.

Roger Homrich

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